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Die Geschichte der Wiener Börse

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:26
Die Wiener Börse erfuhr ihre Gründung durch Maria Theresa, sie zählt zu den ältesten Wertpapierbörsen auf der Welt.
Börsemakler erhielten die Börse von jeher am Leben. Mit der Zeit wurde die Wiener Börse zum hauptsächlichen Kapitalmarkt in der sogenannten K. u. K.  Monarchie.

Anfänge und Etablierung

Am Anfang handelte man nur Anleihen, Wechsel sowie Devisen an der Wiener Börse. Die Wiener Börse stand anfangs noch jedermann offen und es wurden an manchen Tagen 2000 Besucher gezählt.


Die Österreichische Nationalbank war im Jahr 1818 die erste an der Wiener Börse notierende Aktiengesellschaft. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Geschichte der Wiener Börse so, dass diese aufgrund der vorherrschenden politischen wie wirtschaftlichen Bedeutung der Monarchie der Habsburger rasch internationales Ansehen erlangte. Die zunehmende Industrialisierung bedingte einen riesigen Wirtschaftsaufschwung, zahlreiche Firmen finanzierten sich über Emissionen von Aktien über die Wiener Börse.

 

Eine sehr liberale Wirtschaftspolitik führte zu übereilten und unseriösen Unternehmensgründungen. Diese Bedingungen führten wiederum zu einer Welle an Spekulationen, die 1873 im Börsenkrach endeten. Die Hälfte der Aktiengesellschaften verschwanden wieder von den Kursblättern. Es vergingen Jahre, bis sich die Geschichte der Wiener Börse und der Aktienmarkt wieder normalisierten. Der Handel an der Wiener Börse wurde daraufhin wieder von den Staatsanleihen determiniert.

Stellenwert der Wiener Börse nach dem Zerfall der Monarchie

Die Finanzierung der Industrie verlagerte sich wiederum vom Aktienmarkt weg hin zu großen Banken. Diese wurden die wichtigsten Faktoren des Kapitalmarktes und Börseverkehrs. Neue Regelungen und Börsegesetze waren notwendig geworden, damit der lebhafte Handel in geordneten Bahnen verlaufen konnte.


1875 erließ man das dritte Börsegesetz im Rahmen der Geschichte der Wiener Börse, dieses besiegelte die vollkommene Börsenautonomie und den reibungslaufen Handelsablauf. Im Jahre 1877 wurde das von Theophil Hansen konzipierte historische Börsegebäude, das am Schottenring steht, einer feierlichen Einweihung unterzogen.


Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs konsolidierten sich die Lage am Kapitalmarkt weiter. Für die Zeit des Ersten Weltkriegs wurde die Börse geschlossen. Erst 1919 nahm man den Aktienhandel wieder auf und die Wiener Börse erfuhr starken Zulauf – sowie eine Hausse, die im Crash 1924 plötzlich endete. Durch den Zerfall der Monarchie wurde der Stellenwert der Wiener Börse stark geschmälert – doch für Südosteuropa blieb sie weiter von Bedeutung.

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