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Firmenpleiten in Deutschland und weltweit: Top 10

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Manche Insolvenzfälle stellen alle anderen in den Schatten.

Insolvenzfälle und Firmenpleiten gab es in der Geschichte des Landes immer wieder, doch ganz besonders dann, wenn große Belegschaften und Mitarbeiter in zahlreichen Niederlassungen betroffen waren, machten sie große Schlagzeilen. Firmenpleiten sind auch heute noch an der Tagesordnung und bedeuten den Wegfall vieler Arbeitsplätze. Ganze Existenzen können schlimmstenfalls zerstört werden. Hier die größten Firmenpleiten der Geschichte. 

Top 10: Die größten Firmenpleiten der Geschichte in Deutschland

 

Platz 1: Der Kaufhaus- und Touristikkonzern Arcandor

Eine der größten Pleitefälle in Deutschland war zweifelsohne die Insolvenz des Touristik- und Handelsriesen Arcandor. Grund für die Firmenpleite war ein Missmanagement, das sich über viele Jahre erstreckte. Die große Kaufhauskette Karstadt wurde von Berggruen Holding aufgekauft. Die mit involvierte Versandhauskette Quelle wurde von der Konkurrenz, dem Otto-Konzern aufgekauft. Die Beteiligung am bekannten Touristikkonzern Thomas Cook wurde ebenfalls verkauft. Von den Schließungen und Verkaufsprozessen waren über 52000 Menschen direkt oder indirekt betroffen. 


Platz 2: Die Drogeriekette Schlecker 

Lange Zeit war es das beherrschende Thema sämtlicher Printmedien und der Berichterstattungen im TV: Die Insolvenz der Drogerie-Kette Schlecker. Die Drogerie-Kette, die vor allem auf großen Dörfern und in Kleinstädten publik war, musste sich schließlich dem Konkurrenz-Druck beugen. Auch zunächst angedachte politische Rettungsversuche und Verhandlungen mit potentiellen Investoren waren zum Scheitern verurteilt. Nach einem großen Ausverkauf standen schließlich rund 25000 Mitarbeiter auf der Straße und mussten sich nach einer neuen Anstellung umsehen. Viele Filialen wurden von der Konkurrenz Rossmann und DM übernommen. (Näheres: Die Chronologie der Schlecker-Pleite)


Platz 3: Woolworth

2009 schloss die Billigkaufhauskette Woolworth endgültig die Tore. Rund 9300 Mitarbeiter waren von den Schließungen der Kaufhauskette betroffen. Die Dachgesellschaft der Gruppe Tengelmann übernahm die Märkte zusammen mit HH Holding. 


Platz 4: Manroland 

Der Hersteller von Druckmaschinen stellte im Jahre 2011 seinen Insolvenzantrag mit dem Ergebnis, dass der Konzern in mehrere Teile aufgespalten wurde. Die Firmensitze in Augsburg, Plauen und Offenbach beschäftigen rund 6500 Mitarbeiter. 


Platz 5: Qimonda 

Das Unternehmen Qimonda stellte Speicherchips für Computer und andere elektronischen Geräte her. Der Preiseinbruch in der Chip-Branche sorgte dafür, dass das Unternehmen schließlich Insolvenz anmelden musste. In Deutschland arbeiteten rund 4600 Mitarbeiter. Infineon übernahm ein Werk des Unternehmens in Desden. 

Platz 6: Karmann

Wer sich über die größten Firmenpleiten der Geschichte in Deutschland informiert, kommt um den Namen Karmann nicht herum. Karmann mit Hauptsitz im niedersächsischen Osnabrück produzierte Coupés und Cabrios. Die Finanzkrise war Hauptschuld an der Unternehmens-Pleite

Platz 7: Die Wadan-Werften

2009 mussten die Wadan-Werften schließen. Das Unternehmen wurde von russischen Investoren finanziert. Nach der Insolvenz standen 2400 Leute auf der Straße. 


Platz 8: Edscha 

Edscha war ein Autozulieferer und produzierte hauptsächlich Cabrioverdecke und Scharniere. Von der Schließung 2009 waren 2300 Arbeitnehmer betroffen. 


Platz 9: Schiesser 

Schiesser war ein großer Wäschehersteller. 2009 schloss das Unternehmen. Das traditionsreiche Unternehmen, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1875 zurückreichen, beschäftigte 2300 Angestellte. 


Platz 10: Q-Cells 

Q-Cells war ein großer Solarkonzern. Nachdem die Aufträge und mit ihnen das Geld ausging, mussten 2300 Leute entlassen werden. Sämtliche Einigungsversuche für einen Rettungsplan scheiterten zuvor. 

Große internationale Firmenpleiten - Beispiele

Auf internationale Ebene ist wohl die Pleite des Bankkonzerns Lehman Brothers die bekannteste. Ohne Vorlaufzeit, sorgte die Bankenpleite für eine Neuauflage des legendären schwarzen Montages, der vielen Börsianern noch heute mit Schrecken in Erinnerung sein dürfte. Die Folge der Bankenpleite – die Konsequenz einer Immobilienkrise in den USA - sollte weltweite Folgen haben und unzähligen Menschen ihren Arbeitsplatz kosten. Sie gilt der als Auslöser der weltweiten Finanzkrise, deren Auswirkungen vielerorts noch bis in die heutige Zeit spürbar sind. 

Eine weitere internationale Großpleite war die des Internet-Giganten AOL. Um die Jahrtausendwende noch beliebt, musste er keine zehn Jahre später im Jahr 2009 bereits in vielen Ländern den Rückzug ankündigen und den größten Teil der Belegschaft entlassen. Dafür verantwortlich gemacht werden unter anderem günstigere regionale Anbieter, die ihren Kunden bessere Dienstleistungen sowie ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten konnten. Auch die strenge Browser- bzw. Softwarebindung des Providers galt für viele User mit der Zeit als unattraktiv. Heute gibt es so gut wie keine internationalen und länderübergreifenden Provider für Internetdienstleistungen mehr. 

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