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Google Steuertrick - Was ist der "Double Irish"?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Der Double Irish ist eine Strategie zur Vermeidung von Steuerzahlungen, die Ende der 1980er unter anderem von Apple entwickelt wurde.
Sie basiert im Grunde darauf, Geld zwischen Unternehmensteilen in unterschiedlichen Ländern zu transferieren, damit Steuern in dem Land mit dem niedrigeren Steuersatz anfallen.

So funktioniert der Double Irish

  • Eine Muttergesellschaft in einem Steuerparadies wird gegründet.
  • Eine Tochtergesellschaft in Irland leistet Zahlungen an die Muttergesellschaft.
  • Die aus diesen Geschäften anfallenden Gewinne werden in Irland verbucht und versteuert.

Häufig wird geistiges Eigentum verwendet, um diese Strategie umzusetzen. Der Vorteil dabei ist, dass keine Waren oder Dienstleistungen gehandelt werden müssen. Die Tochtergesellschaft erwirbt Lizenzen an geistigem Eigentum, das in Besitz der Muttergesellschaft ist, und zahlt dafür Lizenzgebühren.

Woher kommt der Name?

Die Strategie heißt Double Irish, weil zu ihrer Umsetzung zwei irische Gesellschaften nötig sind. Die Tochtergesellschaft muss in Irland ihren Unternehmenssitz und einen Handelsregistereintrag haben, die Muttergesellschaft wird in der Regel in einem sogenannten Steuerparadies gegründet. Nun zahlt die Tochtergesellschaft Lizenzgebühren an die Mutter, verbucht gleichzeitig alle Gewinne, die unternehmensweit aus diesen Geschäften anfallen, und versteuert diese mit dem niedrigen irischen Steuersatz.

Das Dutch Sandwich

Ein Problem gibt es bei diesem Konstrukt allerdings: Für die Zahlung an ein Unternehmen in einem Steuerparadies würde in Irland eigentlich eine Quellensteuer anfallen. Doch auch die lässt sich bequem umgehen, da es zwischen Irland und den Niederlanden ein EU-Abkommen gibt, welches Lizenzgebühren von der Quellensteuer befreit. Das Geld fließt also nicht direkt in das Steuerparadies, sondern nimmt einen Umweg über eine Tochterfirma in den Niederlanden. Von dort aus fließt es als steuerbefreiter inner-europäischer Transfer wieder zurück zu einer zweiten Tochterfirma in Irland, die nur eine Neiderlassung der Firma in dem Steuerparadies ist, und deshalb keine Steuern zahlt. Diese Praxis wird Dutch Sandwich genannt.

Ein Beispiel:

  • Ein Unternehmen kauft Werbung bei Google in Deutschland. Auf den Betrag würden nun eigentlich Steuern fällig.
  • Das Geld wird nach Irland überwiesen, hier würden aktuell 12,5% Steuer fällig.
  • Google zahlt Tantiemen an ein Unternehmen in den Niederlanden und bekommt dafür eine Steuererleichterung.
  • Das Geld aus den Niederlanden fließt über die Niederlassung in Irland in das Steuerparadies.

Diese Praxis wenden unter anderem Adobe Systems, Apple, Facebook, Microsoft, IKEA und Starbucks an.

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