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Illegale Preisabsprachen in der Wirtschaft - Darum geht's

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:27
Illegale Preisabsprachen in der Wirtschaft stellen Wirtschaftskartelle dar.
Diese sind Vereinbarungen oder Zusammenschlüsse selbstständig agierender Unternehmen oder Marktakteure, um den Wettbewerb zu beschränken. Wissenschaftlich analysiert werden illegale Preisabsprachen in der Kartelltheorie.

  • Das Ziel illegaler Kartelle ist das Kontrollieren der auf dem jeweiligen Markt gerade geltenden Preise beziehungsweise der umgesetzten Mengen. Die Kartelle wollen den Markt monopolistisch beherrschen.
  • Illegale Preisabsprachen in der Wirtschaft differenziert man nach Zweck, Funktion sowie Organisationsweise.
  • Unternehmenskartelle sind schädlich für die Wirtschaft und das Gemeinwohl. Sie sind weltweit verboten. Wirtschaftskartelle sind somit kriminell, oder sie sind staatlich als Ausnahmefälle geregelt.
  • Mitglieder eines Kartells bestreben die Erreichung der Vorteile eines Monopols, ohne ihre Autonomie aufzugeben. Meist kommt es zu illegalen Preisabsprachen in Märkten für massenhaft gefertigte Produkte und es gilt, dass je weniger Anbieter es gibt, desto leichter das Kartell entsteht.
  • Kartelltypen: Beim Preiskartell ist es das Ziel, das Niveau der Preise entweder hoch oder niedrig zu halten. Beim Kalkulationskartell berechnet man alle Mitglieder auf derselben Basis. Das Produktionskartell ist ein Kartell, bei dem die kartellierten Unternehmen zusammen Produktion und Angebot steuern, es entstehen somit keine Überkapazitäten. Man unterscheidet hierin wiederum zwischen Mengen- und Quotenkartell.
  • Das Konditionenkartell ist so gestaltet, dass jedes Mitglied gleiche geschäftliche Bedingungen gewährt, wie etwa Lieferung frei Haus. Rabattkartelle gewähren denselben Rabatt, Skonto oder Bonus.
  • Bei Submissionskartellen vereinbaren Unternehmen, die sich an Ausschreibungen für Projekte beteiligen, wer den Auftrag annehmen soll. Der Ausschreibungsgewinner berechnet seinen Preis, die anderen kalkulieren höher. Oft trifft man auf dieses Kartell in der Bauwirtschaft.
  • Exportkartelle unterwerfen sich Absprachen, die sich nur auf den Absatz im Ausland beziehen. Es gibt desweiteren Import- und Gebietskartelle und Syndikate.
  • Vertikale illegale Preisabsprachen: hier schließen Monopolisten, wie Verlag oder Produzenten von Markenartikeln Vertikalabreden mit dem Handel. 
  • Normalerweise werden in der Wirtschaft Kartelle zwischen Unternehmen geschlossen. Es gibt aber auch Staatenkartelle. Auch Kooperationen von Arbeitnehmern können kartellartige Züge aufweisen.

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