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Jahresausgleich – Wissenswertes

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:22
Der Lohnsteuerjahresausgleich bietet dem Arbeitnehmer die Möglichkeit...

Der Lohnsteuerjahresausgleich bietet dem Arbeitnehmer die Möglichkeit, eine Einkommenssteuererklärung abzugeben und zu beantragen, auch wenn der Arbeitnehmer hierfür gesetzlich nicht verpflichtet ist (§ 46 Abs. 8 EStG). Beim Jahresausgleich wird die Einkommenssteuer Höhe ermittelt und bereits bezahlte Lohnsteuerbeträge auf diese angerechnet und ggfs. erstattet.

Das gibt es zu wissen

Was ist ein Jahresausgleich?

  • Mit dem Begriff Lohnsteuerjahresausgleich werden zwei Verfahrensarten beschrieben:
  • Einmal der vom Arbeitgeber durchgeführte Lohnsteuerjahresausgleich im letzten Kalendermonat des Jahres (§ 42b EStG) und zum Zweiten der beim Finanzamt beantragte Lohnsteuerjahresausgleich durch den Steuerpflichtigen.

Lohnsteuerjahresausgleich vom Arbeitgeber:

  • Der vom Arbeitgeber durchgeführte Jahresausgleich ergibt sich durch eine Überzahlung der Lohnsteuer.
  • Die Besteuerung über die Lohnabrechnung unterliegt oftmals Schwankungen, zum Beispiel durch wechselnde monatliche Bezüge, durch Lohnerhöhungen oder durch Zahlungen von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Die Lohnsteuertabelle, welche in den EDV-Programmen eingearbeitet ist, kann solche Schwankungen nicht korrekt errechnen und es entstehen Überzahlungen.
  • Die Finanzverwaltung möchte betroffenen Arbeitnehmern unnötige Arbeit ersparen und hat daher ein Gesetz verabschiedet, in dem Arbeitgeber in einigen Fällen verpflichtet sind, einen Lohnsteuerjahresausgleich auszuführen und somit für den Abbau von etwaigen Überzahlungen zu sorgen.
  • Trotz allem sind zur Einkommenssteuerveranlagung verpflichtete Arbeitnehmer, zum Beispiel Arbeitnehmer, welche die Lohnsteuerklassen III und IV gewählt haben, zur Abgabe einer Einkommenssteuer Erklärung beim zuständigen Finanzamt verpflichtet.
  • Führt ein Arbeitgeber einen Lohnsteuerjahresausgleich durch, so wird dies ohne bestimmten Antrag des Arbeitnehmers ausgeführt. Das EDV-System prüft dabei im Monat Dezember die Einkünfte des kompletten Jahres und errechnet die zu zahlende Lohnsteuer auf Jahresbasis. Eine Überzahlung wird mit der zu zahlenden Lohnsteuer des Monats Dezember verrechnet. 
  • Verpflichtet zur Durchführung eines Lohnsteuerjahresausgleichs sind alle Arbeitgeber mit 10 oder mehr Arbeitnehmern zum Stichtag des 31. Dezembers. In bestimmten Fällen darf der Arbeitgeber keinen Lohnsteuerjahresausgleich durchführen.
  • Dies ist zum Beispiel bei Arbeitnehmern der Fall, welche einen Freibetrag auf ihrer Lohnsteuerkarte eingetragen haben oder Arbeitnehmer, welche Unterbrechungen zum Beispiel aufgrund von Krankengeldbezug vorweisen.

Lohnsteuerjahresausgleich durch das Finanzamt:

  • Der beim Finanzamt durchgeführte Jahresausgleich wird als Antragsveranlagung bezeichnet (§ 46 II Nr. 8 EStG). Dabei wird eine sogenannte Einkommenssteuererklärung vom Arbeitnehmer erstellt und dem Finanzamt übergeben.
  • Anschließend erhält der Arbeitnehmer einen Einkommenssteuerbescheid. Im Einkommenssteuerbescheid wird die bereits gezahlte Lohnsteuer auf die zu zahlende Jahresschuld angerechnet und entstehende Differenzen erstattet oder eingefordert.

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