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Kick Back - Was hat es mit den versteckten Provisionen auf sich?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
"Kick Back" klingt lässiger als "versteckte Provision", meint aber dasselbe.

"Kick Back" klingt lässiger als "versteckte Provision", meint aber dasselbe und ist daher genauso verwerflich. Ein Anbieter gibt sein Produkt einem Verkäufer, der es einem Kunden vermittelt, wobei im Kaufpreis die Provision enthalten ist, die der Anbieter dem Verkäufer zahlen müsste, ohne dass dem Kunden diese Inklusion mitgeteilt wird.

Platt gesagt zahlt der Kunde dem Verkäufer seine Provision. Der Anbieter erhält also Geld für sein Produkt, der Verkäufer bekommt seinen Anteil am Kaufpreis plus Provision, und der Kunde zahlt alles, erhält jedoch nur das Produkt. Nicht nett!

Ein gesundes Maß an Vorsicht sei geboten

  • Das sieht der Bundesgerichtshof auch so, weswegen ein düpierter Verbraucher auch zivilrechtlich Schadensersatz einfordern kann. Derzeit raufen sich die Juristen noch ihre Gerichtsperücken, ob sogar das Strafrecht greifen könnte.
  • Brechen wir aber gleich unsere Lanze für Anbieter und Verkäufer: Die sind ja nicht alle böse! Allerdings schenkt dir dein Geld auch niemand, also schadet ein gerüttelt Maß Vorsicht nicht.
  • Aufpassen solltest du etwa bei Maklern, Vertretern und Banken, die mit Policen und Beteiligungen um sich werfen, um dich im Auftrag von Versicherungen und Fondsmanagern zu treffen. Saftige Abschlussprovisionen werden vom erfolgreichen Verkäufer eingestrichen, sodass die Versuchung eines branchenüblichen Kick Back für den Anbieter hoch ist.
  • Noch ärgerlicher, weil kontinuierlich zu zahlen, sind verdeckte Bestandsprovisionen. Wenn du etwa deine sauer verdienten Mäuse monatlich in einen gut gemanagten Investmentfonds stopfst -- prinzipiell keine üble Idee --, dann zahlst du dem Anbieter z.B. eine Jahresgebühr für seine Leistung. 
  • Weniger angemessen ist es allerdings, wenn dieser Obolus überhöht ist, damit der Anbieter deiner Bank, über die deine Zahlungen fließen, ihren kleinen Kick Back zuschustern kann. Die Welt ist gemein.
  • Doch kann ein Kick Back im Einzelfall durchaus statthaft sein, etwa, wenn du einverstanden damit bist, dass dein Banker eine Anerkennung dafür erhält, dass er dich zu einem besonders komplexen Finanzprodukt verständlich beraten hat.
  • Jedenfalls benötigst du Kenntnis etwaiger durch dich zu entrichtender verdeckter Provisionen, weswegen es in Deutschland bzgl. Geldanlagen auch ein das Kundeninteresse stärkendes Urteil gibt -- nämlich vom BGH, XI. Zivilsenat, 19. Dezember 2006, aber diese auch schwer zu entdeckende Information willst du nun wirklich nicht wissen.

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