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Kleine Beträge mit großen Geldscheinen bezahlen - Ist das erlaubt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:11
Der Euro und seine Banknoten sind das gesetzliche Zahlungsmittel.

Jeder, der ein Ladengeschäft hat, ist in der Wahl der Zahlungsmöglichkeiten einigermaßen frei. Er kann selbst entscheiden, ob er zusätzlich zur Barzahlung Kredit- oder Girokarten akzeptiert. Lediglich beim Bargeld ist sein Spielraum geringer.

Dies liegt daran, dass der Euro und seine Banknoten (wie auch beispielsweise in § 14 BBankG beschrieben) das gesetzliche Zahlungsmittel sind. Wenn also jemand bar bezahlen möchte und er den Kaufvertrag schon geschlossen hat, dann kann er dies nicht ablehnen. 

Von Fall zu Fall verschieden

Was ist aber in den Fällen, in denen ein Kleinbetrag mit einem sehr großen Schein bezahlt werden soll?

  • Hier kommt es auf den Einzelfall an! Denken Sie an die Tankstelle, bei der Sie Ihre Großraumlimousine volltanken und dann mit einem Hundert Euro Schein bezahlen möchten. Dies ist vollkommen in Ordnung und wird auch akzeptiert. 
  • Kaufen Sie anderseits morgens zu Geschäftsbeginn eine Semmel oder einen Coffee to go mit einem 50 Euro Schein und muss der Ladeninhaber große Geldbeträge wechseln, so sieht dies anders aus. Wenn er dann fast sein ganzes Wechselgeld herausgeben müsste, bloß um Geldbeträge wechseln zu können, dann kann er dies ablehnen. 
  • Dafür gibt es zwei Gründe: Einerseits dürfen Sie als Kunde das Recht, das gesetzliche Zahlungsmittel Euro-Bargeld zu benutzen, nicht in schikanöser Weise ausüben (Schikaneverbot des BGB). 
  • In Fällen, wo Geldbeträge wechseln also die Zumutbarkeit überschreitet, ist der Händler davon befreit. In diesem Fall hilft auch der gesunde Menschenverstand weiter: Der Händler kann nicht wegen einem oder zwei Euro Umsatz den Wechselgeldbestand komplett herausgeben und dann aufg die Bank gehen müssen, um neues Geld holen zu müssen. 
  • Allerdings können Sie selbst auch für mehr Bequemlichkeit beim Einkauf sorgen. Obwohl die Benutzeroberflächen der Geldautomaten der unterschiedlichen Baniken unterschiedlich aussehen, haben die meisten beim Geldabheben auch eine zusätzliche Funktion: Dort können Sie nicht nur die Festbeträge 50, 100 oder 200 Euro abheben! 
  • Es gibt die Möglichkeit, einen Wunschbetrag einzugeben. Probieren Sie also aus, ob ihr Geldautomat 5 oder 10 Euro Scheine hat. Geben Sie statt einer Abhebung von 50 Euro einfach mal 55 Euro ein. Ist dieser Betrag wegen der Stückelung nicht auszahlbar, dann heben Sie doch einfach 30 Euro ab. Dann ist mindestens ein 10 Euro Schein dabei und Sie vermeiden die Wechselgeldproblematik ganz.

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