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Mieterhöhung nach Eigentümerwechsel? - Hinweise

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:23
Nach einem Eigentümerwechsel können sich einige Veränderungen im Mietverhältnis ergeben,

Wenn der Eigentümer gewechselt hat, dann kommt es oft zu Mieterhöhungen, Modernisierungen und anderem. Allerdings, so ist es im Gesetz verankert, bricht der Kauf nicht die Miete. Das heißt, ihr abgeschlossener Mietvertrag ist vorerst noch gültig und muss auch vom neuen Besitzer erst einmal so übernommen werden.

Wichtige Hinweise

  • Der neue Eigentümer muss sich an den Mietvertrag halten, den Sie für Ihr Wohnobjekt abgeschlossen haben. Sobald er im Grundbuch eingetragen ist, dann müssen Sie die monatliche Miete an ihn überweisen. Jedoch hat er kein Recht, diese sofort zu erhöhen. Was er jedoch machen kann, ist eine im Rahmen liegende Mietpreiserhöhung.
  • Die Miete darf er so weit erhöhen, wie die ortsübliche Vergleichsmiete ist. Falls Ihr bisheriger Vermieter niemals die Miete erhöht hat, wird der neue Besitzer sehr wahrscheinlich versuchen, möglichst viel Kapital aus der erwobenen Haus oder der erworbenen Wohnung zu schöpfen.
  • Allerdings darf er die Miete erst dann erhöhen, wenn die letzte Mieterhöhung bereits ein Jahr zurückliegt. Dann darf er 20% aufschlagen, und die Monatsmiete dem entsprechend teurer machen.
  • Wird die Wohnung nach dem Eigentümerwechsel durch Ihren neuen Vermieter saniert, dann kann er auch einen Teil dieser Sanierungskosten auf die Miete umlegen. Dabei darf er jedoch jährlich nicht mehr als 11 Prozent der Sanierungskosten auf die Miete umrechnen.
  • Es ist deshalb sehr wichtig, dass Sie zum einen Ihre Mietunterlagen immer sehr sorgfältig aufbewahren, und sich zudem auch nach einem Kauf nicht verunsichern lassen. Oft stehen neue Vermieter mit einem völlig neuen Mietvertrag vor der Tür, den Sie aber auf keinen Fall unterschreiben sollten, denn mit dem Kauf der Immobilie übernimmt der neue Besitzer die Mieter mit den bereits abgeschlossenen Mietverträgen.
  • Er steigt also quasi als Ersatz in die bestehenden Mietverträge ein, und kann dem entsprechend auch nur das geltend machen, was Sie laut Vertrag vereinbart haben.
  • In der Regel ist es aber so, dass Sie immer mit einer Erhöhung rechnen sollten. Sie können sich aber auch beim Mieterbund erkundigen und beraten lassen. Dort können Sie auch Mitglied werden, und bekommen dann umfassende Auskünfte, und bei Streitereien vertritt man Sie anwaltlich vor Gericht, macht Wohnungsbesichtigungen und Ähnliches.
  • Im Durchschnitt können Sie in einem Zeiraum von drei Jahren nach dem Eigentümerwechsel mit einer Mietpreiserhöhung von 20 % rechnen. Dabei sind jedoch die Kosten für eine Sanierung nicht inbegriffen, da diese gesondert auf die Miete aufgeschlagen werden können.
  • Am besten ist es aber, Sie versuchen Probleme mit dem neuen Besitzer in einem vernünftigen Gespräch zu lösen, wobei Sie auch ganz deutlich auf Ihre Rechte aufmerksam machen sollten. Schließlich kann es nichts schaden, wenn der neue Besitzer weiß, dass Sie sich im Mietrecht ein wenig auskennen.

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