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Nebenkostenabrechnung für die Mietwohnung: Anleitung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Nebenkosten sind ein fester Bestandteil jeder Miete.
Deren Höhe ist im Normalfall geringer als die eigentliche Miete. Damit Ihnen die Nebenkostenabrechnung kein Kopfzerbrechen bereitet, finden Sie hier die wichtigsten Infos, die Sie dazu wissen müssen.

Facts

  • Die Nebenkosten sind entweder als Pauschale oder als Vorauszahlung zu zahlen. Der Unterschied dabei ist, dass man bei der Vorauszahlung den Differenzbetrag der tatsächlichen Abrechnung zu begleichen hat oder bei niedrigerem Verbrauch eine Erstattung erhält. Dies ist bei der Pauschale nicht der Fall, der Betrag wird jährlich angepasst.
  • Der Vermieter muss darauf achten, dass die durch ihn beeinflussbaren Kosten wirtschaftlich sind, das heißt er darf dem Mieter keine unnötig hohen Kosten auferlegen.
  • Der Mieter kann im, vom Deutschen Mieterbund veröffentlichten Betriebskostenspiegel, die in seiner Stadt übliche Höhe aller Kostenarten prüfen und der Nebenkostenabrechnung innerhalb von 2-3 Wochen widersprechen.
  • Der Mieter hat das Recht, Belege für die erhobenen Kosten beim Vermieter einzusehen.

Zusatzinformationen

Die Kosten für eine Mietwohnung steigen vor allem in Großstädten in erheblichem Ausmaß und die Nebenkosten können vor allem im Winter schnell dieselbe Höhe wie der eigentliche Mietpreis erreichen. Dem deutschen Mietbund zu Folge ist jede zweite Abrechnung fehlerhaft. Deswegen lohnt sich oftmals eine Überprüfung der Nebenkostenabrechnung.

 

Worauf muss man bei der Überprüfung achten?

Abrechnungsform

Auf der Abrechnung muss eine Übersicht aller zu tragenden Kostenarten enthalten sein. Außerdem ist ein nachvollziehbarer Verteilungsschlüssel, der Berechnungsgrundlage für den vom Mieter zu bezahlenden Kostenanteil, aufzuführen. Vom Gesamtergebnis sind dann die geleisteten Vorschüsse abzuziehen, um den zu zahlenden bzw. rückzuerstattenden Betrag zu ermitteln.

 

Zu zahlende Kostenarten

Neben den verbrauchsabhängigen Kosten wie Heizkosten, sind lediglich die im Mietvertrag vereinbarten Nebenkosten zu zahlen. Darunter können Kosten für Wasser und Abwasser, Grundsteuer, den Fahrstuhl, Haus- und Straßenreinigung, sowie Müllabfuhr, Gartenpflege, Ungezieferbekämpfung, Versicherung, Reinigung des Schornsteins, Hauswart, sämtliche Einrichtungen und Versicherungen des Hauses fallen.

 

Abrechnungsfrist

Die Abrechnung muss innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des vertraglich festgelegten Zeitraums fallen und darf nur diesen Zeitraum, welcher üblicherweise ein Jahr beträgt, betreffen.

 

Betriebskostenspiegel

Der Betriebskostenspiegel ist eine Hilfe, um die Angemessenheit der Nebenkosten für die Mietwohnung beurteilen zu können. Es werden die ortsüblichen Betriebskostenart pro Quadratmeter, Wohnfläche und Monat aufgelistet, sodass man Kosteneinsparungspotentiale sofort erkennen kann.

 

Verteilerschlüssel

Der Verteilerschlüssel bestimmt sich bei verbrauchsunabhängigen Kosten nach der Wohnfläche oder anderen vereinbarten Parametern, beispielsweise der Anzahl der Köpfe pro Wohnung. Verbrauchsabhängige Kosten, die je nach Verbrauch pro Wohnung abgerechnet werden, sind bei mehr als zwei Wohnungen auf jeden Fall die Heizkosten und möglicherweise die Kosten für den Wasserverbrauch und die Müllverursachung, wenn diese eindeutig zu ermitteln sind.

 

Vorauszahlung

Jeder Mieter sollte überprüfen, ob die getätigten Vorauszahlungen in voller Höhe berücksichtigt wurden, vor allem wenn dessen Höhe während des Abrechnungszeitraums geändert wurde oder eine Mietminderung erfolgt ist.

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