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Pflegegeld in Österreich beantragen? - So geht’s

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:15
Pflegeld in Österreich beantragen - so einfach geht es.

Das in seiner jetzigen Form seit 1993 in Österreich existierende Pflegegeld bietet betroffenen Menschen die Möglichkeit, weiterhin zu Hause zu leben. Im Folgenden wird alles relevante zum Antrag erörtert.

  • Möchte man ein Pflegegeld in Anspruch nehmen, muss man je einen Antrag beim zuständigen Versicherungsträger, welcher für die eigene Pension oder Rente zuständig ist, und beim Bundessozialamt einreichen. Entsprechende Anträge findet man zum Download auf der Internetseite des Bundessozialamtes oder im örtlichen Rathaus. Der Antrag wird geprüft und gegebenenfalls wird ein Sachverständiger hinzugezogen.
  • Außerdem benötigt man ein ärztliches Attest welches bescheinigt, dass man von einer dauerhaften, das heißt mindestens sechs Monate andauernden, Behinderung betroffen ist. Sobald der Antrag genehmigt wurde, erhält der Antragsteller einen entsprechenden Bescheid. Das Pflegegeld wird rückwirkend ab dem ersten Monat nach dem Zeitpunkt der Antragstellung ausbezahlt. Wird der Antrag also beispielsweise am 11.03. gestellt, und am 22.7. genehmigt, so erhält man rückwirkend Geld für die Monate April, Mai, Juni und Juli.
  • Auch nach erfolgreichem Pflegegeldantrag hat der Bezieher stets die Möglichkeit, den Pflegesatz neu zu beantragen. Sollte sich die Behinderung beispielsweise verschlimmern, wodurch sich der Pflegebedarf erhöht, so kann ein Antrag auf Erhöhung der Beihilfe gestellt werden. Hierbei wird der Pflegebedarf erneut überprüft und die Pflegestufe gegebenenfalls korrigiert.
  • Außerdem sollte man beachten, dass das Pflegegeld für die Dauer eines Krankenhausaufenthaltes nicht bezahlt wird, da in diesem Fall die Krankenversicherung zuständig ist. Es besteht jedoch die Möglichkeit, eine Fortzahlung trotz Krankenhausaufenthaltes zu beantragen. Dies ist dann sinnvoll, wenn eine intensivere Pflege als die im Spital erforderlich ist.
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Sonstige Infos, um Pflegeld in Österreich zu beantragen

Einführung und Etablierung:
Seit Einführung des Pflegegeldes in Österreich im Jahr 1993 verzeichnete man einen deutlichen Rückgang der Unterbringung von pflegebedürftigen Personen in stationären Pflegeeinrichtungen, wie zum Beispiel Heimen. Stand 2010 beziehen ca. 420.000 Personen in Österreich ein Pflegegeld, Tendenz steigend.

 

Pflegefälle:

Wenn Menschen durch einen Unfall oder eine Krankheit zum Pflegefall werden, ist dies nicht nur eine große psychische und emotionale Belastung für alle Beteiligten, sondern auch eine finanzielle. Muss der Betroffene zum Beispiel Pflegepersonal oder entsprechende Gerätschaften organisieren, so ist dies häufig mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Alternativ kann die Pflege auch von einem Familienangehörigen durchgeführt werden, welcher dabei jedoch unter Umständen Einkommenseinbußen hinnehmen muss. Im Rahmen des Bundespflegegeldgesetzes wird die Summe des monatlich beziehbaren Pflegegeldes definiert.

 

Berechnungsgrundlage und Pflegestufen:

Als Berechnungsgrundlage dient hierbei die sogenannte Pflegestufe, welche den Hilfsbedarf wiedergibt. Man unterscheidet in sieben Pflegestufen, bei denen in der ersten Stufe ein monatlicher Pflegebedarf von 50 Stunden, in der siebten Stufe 180 Stunden als angemessen definiert wird. Außerdem gibt es noch die Stufe der dauerhaften, das heißt 24-Stunden-Pflege. Je nach Grad der Behinderung steht dem Betroffenen somit ein monatliches Pflegegeld zu. Ab der dritten Stufe gibt es zudem für den Fall einer Hausbetreuung eine zusätzliche Förderung für den pflegenden Verwandten. Die Höhe dieses Betrags richtet sich nach dem beruflichen Status des Angehörigen.

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