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Private Altersvorsorge sinnvoll? - Pro und Contra

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:22
In den letzten fünf bis zehn Jahren ist die private Altersvorsorge in Österreich und in vielen

In den letzten fünf bis zehn Jahren ist die private Altersvorsorge in Österreich und in vielen anderen europäischen Ländern in den Fokus des Interesses gerückt. Dies liegt einerseits daran, dass die staatliche Pension nicht mehr den gesamten Lebensstandard während des Alters abdecken kann - andererseits auch daran dass viele Menschen eine längere Ausbildungszeit haben oder bis zur Altersgrenze nicht mehr Vollzeit arbeiten möchten. All diese Faktoren sorgen dafür, dass die staatliche Pension um eine weitere Säule ergänzt werden sollte.

  • Eine Vorstellung darüber, wie Du heute und in fünf oder zehn Jahren leben möchtest
  • Deinen aktuellen Gehaltszettel bzw. Einkommensnachweis
  • Eine Hochrechnung darüber, wie hoch Deine Pension und die Pensionslücke in Zukunft sein wird
  • Eine Geldanlage die gute Zinsen mit wenig Risiko vereint

Daran sollte man denken

  • Jeder denkt in Finanzdingen anders und sieht ganz unterschiedliche Schwerpunkte für sich und seine Zukunft. Deshalb steht am Anfang der Frage, ob Du für die Zeit der Pensionierung vorsorgen möchtest auch die ehrliche Bestandsaufnahme dessen, was Du erleben und erreichen möchtest. Bist Du beispielsweise Berufsanfänger und möchtest etwas von der Welt sehen und erst später sparen, dann liegt Dein Schwerpunkt eher im "Jetzt", als in der fernen Pensionierungszeit.  Möchtest Du dagegen eine lange Ansparphase und einen Zins- und Zinseszinseffekt nutzen, dann solltest Du eher jetzt auf Einiges an Luxus oder auch Reisen verzichten. Diese Entscheidung liegt bei Dir selbst! Die Wissenschaft hat dafür sogar einen Namen, die sog. Zeitpräferenzrate. Ist Dir also der Konsum heute oder in Zukunft wichtiger? Denn letztendlich bedeutet das Sparen heute einen Verzicht, um in Zukunft davon etwas zu haben.
  • Neben dieser ganz persönlichen Entscheidung und Präferenz des Sparens oder jetzigen Konsums gibt es weitere Argumente für oder auch gegen die private Altersvorsorge. Aus Deinem aktuellen Gehaltszettel heraus lässt sich die spätere Pension abschätzen und du kannst überlegen, welcher Betrag noch zu Deinem "Wunschnetto" während der Pensionierung fehlt. Das Bedeutendste Argument für die private Altersvorsorge ist deshalb seine Teilbarkeit: Da es  keine gesetzliche Verpflichtung gibt soundsoviel Euro pro Monat anzusparen, kannst du selbst festlegen wie viel Du investieren möchtest. Schon ein Sparvertrag mit nur 100 Euro Monatseinzahlung können mit zIns und Zinseszins eine erhebliche Aufstockung der Pension bedeuten.
  • Ein weiteres Pro ist die durch die private Altersvorsorge mögliche Unabhängigkeit im Alter: Du sparst einen von der staatlichen Rente vollkommen getrenntes Vermögen an - dass Du frei verwenden kannst. Egal ob Du es für den Traum von den eigenen vier Wänden (mit Einspareffekt auf die zukünftige Miete) oder aber für andere Zwecke verwendest: Hie bestimmst Du über Dein Vermögen. Oder Du gehst einfach vier-fünf Jahre früher in Rente und überbrückst die Zeit mit dem angesparten Vermögen. 
  • Einziges wirkliches Contra-Argument, was mir im Moment einfällt, ist die aktuelle Niedrzigzinsphase: Selbst 10-jährige Staatsanleihen bringen im historischen Vergleich relativ wenig Zinsen. So wird es schwierig eine seriöse und zugleich gewinnbringende Geldanlagealternative zu finden. Dennoch solltest Du im Bereich derjenigen Geldanlagen bleiben, die gut verständlich sind und keine "Zockerei" darstellen. Aktien von großen Unternehmen oder Investmentfonds bieten sich hier an um das Risiko zu minimieren und trotzdem eine gute Rendite zu erzielen. Verteile die private Altersvorsorge auch auf verschiedene Banken oder Anbieter, so dass die Schieflage eines Anbieters nicht zu großen Verlusten bei Deiner Altersvorsorge führen kann.

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