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Privatinsolvenz - Alle rund um dieses Verfahren?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:10
Privatinsolvenz - Ein heikles Thema.
Niemand wünscht es sich so sehr zu verschulden, dass er mit den Zahlungen nicht mehr hinterher kommt und finanziell immer tiefer abrutscht. Am Ende ist die Privatinsolvenz immer noch der letzte Schritt zur Rettung in letzter Sekunde. Hier erfahren Sie, was es bei diesem Verfahren zu beachten gibt.

Alles zum Verfahren der Privatinsolvenz

  • Ein anderes Wort für die Privatinsolvenz ist Verbraucherinsolvenzverfahren. In Österreich wird es Schuldenregulierungsverfahren genannt. Ziel bei diesem Verfahren ist es, den Gläubigern der zahlungsunfähigen Privatperson eine forderungsanteilige Befriedigung zu gewährleisten.
  • Vergessen werden sollte jedoch nicht, dass sich für den Schuldner nicht nur klare Vorteile, sondern Nachteile aufmachen.
    In möglichen Härtefällen kann sich ein derartiges Verfahren über bis zu zehn Jahre hinweg ziehen.
    Die erste Phase der Privatinsolvenz wird als die so genannte Wohlverhaltensperiode bezeichnet. Diese erstreckt sich über bis zu sechs Jahren.
  • In dieser Zeit verwaltet der Treuhänder das pfändbare Geld des Schuldners und verwaltet nicht nur die Verfahrenskosten, sondern auch die Kosten zur Schuldenbegleichung gegenüber den Gläubigern.
  • Sollten Sie in dieser Zeit zu einer Erbschaft kommen, müssen Sie 50% des Wertes ebenfalls an den Treuhänder abführen.
    Der Schuldner besitzt demnach nur noch ein Existenzminimum an finanziellen Mitteln.
    Leider ist es nur logisch, dass Schuldnern in dieser Zeit auch keinerlei Art von Kredit bewilligt wird. Zudem folgt ein Eintrag bei der Schufa.
  • Als Vorteil gilt es durchaus anzuführen, dass die Schulden durch die Insolvenzerklärung komplett getilgt sind. Der Schuldner ist ab diesem Zeitpunkt schuldenfrei. Die Privatperson verpflichtet sich jedoch dazu sämtliche Informationen über seine Einkünfte dem Insolvenzverwalter mitzuteilen. Übersteigt das monatliche Einkommen die Nettogrenze von 990€, wird alles Geld, das darüber hinaus verdient wurde gepfändet. Zwei Drittel des Verdienstes über dieser Grenze wird abgezogen.
  • Auch das gesamte Vermögen wie Automobilien oder Versicherungen werden von dem zuständigen Insolvenzverwalter verwaltet.
    In der Regel ist die Wohnungseinrichtung und sich darin befindende Materialien wie Kleidung oder Schmuck davon ausgeschlossen. Sollten diese Dinge einen enormen Wert aufweisen, könnten auch diese Dinge verpfändet werden.
  • Berufliche Veränderungen müssen ebenfalls sofort dem zuständigen Insolvenzverwalter gemeldet werden. Sollten Sie anderweitig zu Geld kommen, muss auch dieses Einkommen mitgeteilt werden. Dabei darf nichts ausgelassen werden. Auch über einen Wohnungswechsel muss der Insolvenzverwalter benachrichtigt werden. Finanzielle Unabhängigkeit ist in dieser Zeit demnach nahezu unmöglich. Sie sind gezwungen dazu mit nicht viel mehr als 990€ im Monat auszukommen.
  • Auch wenn Sie durch einen beruflichen Wechsel plötzlich sehr viel mehr Geld verdienen, wird sich Ihre Lebenssituation zunächst nicht komplett zum Positiven wenden können.
  • Dennoch ist ein Privatinsolvenz oft der beste Weg, um sein Leben komplett von Schulden zu befreien und anschließend einen Neuanfang zu wagen. Nicht verzagen. Fehler können jedem passieren.
  • Am Ende haben Sie daraus vielleicht sogar etwas gelernt und haben in Zukunft in finanziellen Dingen mehr Glück und einen besseren Überblick.

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