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Privatinsolvenz anmelden - Was gilt es zu beachten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Wenn sich die finanzielle Lage schlagartig verschlechtert droht die Privatinsolvenz.

Wenn Du einen festen Job hast und zudem noch gutes Geld verdienst, ist die Aufnahme eines Kredites zunächst einmal normal und nichts Schlimmes. Das ändert sich schlagartig, wenn Du plötzlich arbeitslos wirst oder die familiären Verhältnisse sich derart verschlechtern, dass Du in der Folge die Raten für die Kredite nicht mehr zahlen kannst.

Dann solltest Du, bevor es Deine Gläubiger tun, dringend sich mit ihnen in Verbindung setzen, und einen neuen Ratenzahlungsplan vereinbaren. Sonst kann es nämlich passieren, dass Deine Gläubiger Dir die Kredite kündigen und das Geld, was Du ihnen aus den Krediten noch schuldest, sofort über einen Gerichtsvollzieher eintreiben.

Privatinsolventz - Was ist zu beachten?

  • Die außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern ist im Übrigen eine der Voraussetzungen, um ein Verfahren zur Privatinsolvenz anmelden zu können. 
  • Wenn Du selbst nicht mehr genau weißt, bei wie vielen Gläubigern Du in der Kreide stehst oder wie das mit der Kontaktaufnahme zwecks Ratenzahlungsvereinbarung überhaupt geht, dann kannst Du Dich vertrauensvoll an die Schuldnerberatung (Peter Zwegat lässt grüßen) oder einen für Insol-venzrecht spezialisierten Rechtsanwalt wenden. 
  • Dieser wird dann von Dir eine Forderungsaufstellung erwarten und dann mit den Gläubigern in Kontakt treten zwecks Vereinbarung eines neuen Ratenzahlungsplanes.
  • Allerdings müssen alle Gläubiger dem dann zustimmen. Schert nur einer aus, bist Du gezwungen, beim zuständigen Insolvenzgericht einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. 
  • Dazu muss allerdings formal Deine Überschuldung festgestellt werden, oder anders ausgedrückt: Deine Schulden müssen so hoch sein, dass sie binnen einer Frist von sechs Jahren nicht zurückgezahlt werden können. 
  • Liegt diese Voraussetzung ebenfalls vor, wird das Gericht das Verfahren zur Verbraucherinsolvenz eröffnen und Dir einen Insolvenzverwalter zur Seite stellen, der im Auftrag des Gerichts Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. 
  • Am Ende des Verfahrens erhalten Deine Gläubiger dann - so vorhanden - anteilmäßig ihr Geld aus Deinem Vermögen und Du selbst erhältst die Restschuldbefreiung, das eigentliche Ziel eines Insolvenzverfahrens. 
  • Das bedeutet für Dich, dass Du sechs Jahre lang eine Wohlverhaltensphase durchlaufen musst, in der Du keine neuen Schulden anhäufst und Deiner geregelten Tätigkeit im Job nachgehst. 
  • Nach sechs Jahren bist Du dann schuldenfrei.

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