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Rohstoffbörse - Was ist das?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:27
Die Rohstoffbörse ist ein Handelsplatz, an dem mit Rohstoffen und seinen Derivaten gehandelt wird.
Diese Rohstoffe sind Edelmetalle, Industriemetalle, Energierohstoffe und Agrarprodukte. Rohstoff-Derivate sind Finanzprodukte, die von Rohstoffen bzw. dem Handel mit ihnen abgeleitet werden. Mit Derivaten kann man z. B. auf die Preisentwicklung eines Rohstoffs spekulieren. An den Spot-Märkten der Rohstoffbörse wird direkt mit Rohstoffen gehandelt. Hier geht es wirklich darum Rohstoffe einzukaufen. Den größten Teil des Handels an Rohstoffbörsen macht aber der Handel mit Derivaten aus. Bei diesem Handel geht es in erster Linie nicht um den Erwerb von Rohstoffen, sondern um das Erzielen von Spekulationsgewinnen. Heute sind die Rohstoffbörsen, wie andere Börsen auch, weitgehend Computerhandelsplätze, d. h. die Käufe und Verkäufe werden von Computern in Bruchteilen von Sekunden abgewickelt. Die weltweit wichtigsten Rohstoffbörsen sind in London, Chikago und New York.

Wer handelt an Rohstoffbörsen?

  • Ursprünglich waren diese Börsen dazu gedacht Produzenten und Händler zusammen zu bringen. Dabei wurden dann wirklich Rohstoffe gegen Geld ausgetauscht. Heute sind aber die meisten Akteure an den Börsen nicht mehr die Rohstoff-Produzenten und -Händler, sondern Anleger, die nicht an den Rohstoffen an sich interessiert sind, sondern an den erzielbaren Spekulationsgewinnen. Daher sind viele Akteure Pensionsfonds oder Hedgefonds, die hier eine profitable Geldanlage suchen. Da die Preisentwicklung von Rohstoffen von den Kursen der Industrieaktien weitgehend unabhängig ist, eignen sich Anlagen in Rohstoff-Derivaten auch gut zur Risikostreuung.

Wie wird mit Derivaten gehandelt?

  • Die ersten Derivate waren Termingeschäfte, bei denen eine Menge Rohstoff zu einem festgesetzten Preis mit einem Liefertermin in der Zukunft verkauft wurden. Sie hatten zwei Funktionen: Zum einen konnte sich der Produzent so Geld beschaffen, noch bevor er den Rohstoff wirklich produziert hatte. Zum anderen konnte er sich gegen fallende Preise absichern, denn der Preis wurde ja zum Kauf- nicht zum Liefertermin bestimmt. Für den Händler hatte es den Vorteil, dass er sich gegen steigende Preise absichern konnte. Hier gab es also die ersten Spekulationsmöglichkeiten auf die Preisentwicklung. Diese Art von Derivaten gibt es auch heute noch. Speziell nach der Deregulierung der Finanzmärkte sind aber noch eine Vielzahl weiterer Rohstoff-Derivate entstanden. Mit ihnen kann man nicht nur auf die Preisentwicklung eines einzelnen Rohstoffs, sondern z. B. auf auf die Preisentwicklung eines aus mehreren Rohstoffen bestehenden „Warenkorbs“ spekulieren. Eine andere Spekulationsart ist es, mit Hebel-Zertifikaten auf die Preisentwicklung zu spekulieren, die Gewinnen bzw. Verluste mit dem Hebel aber zu vervielfachen. Mit anderen Derivaten kann auf die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Rohstoffs spekuliert werden, wobei nur ein Bruchteil des Kontraktwertes tatsächlich beim Kauf hinterlegt werden muss. Somit kann man z. B. mit 50.000 € Spekulationen über 500.000 € tätigen. Informationen zu Anlageformen und Kursen findet man HIER.

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