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Schlecker Pleite - Chronologie der Ereignisse

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:26
Eine der bekanntesten Pleiten der deutschen Geschichte.

Die Schlecker-Pleite ist eine der medienwirksamsten in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Schon einige Jahre vor der Einreichung des Insolvenzantrages war der wirtschaftliche Niedergang der Marke Schlecker zu beobachten. Dafür gab es sowohl außere als auch interne Gründe. So haben andee Drogeriemarktketten wie zum Beispiel DM die Marke Schlecker in den letzten Jahren überholt. Auch schaffte es die Firma Schlecker nicht, ins Online-Geschäft einzusteigen. Darüber hinaus bekam die Firma auch ein schlechtes Image. Auch die zum Teil schlechte Behandlung der Mitarbeiter trug dazu bei. Die Firma galt nämlich fast schon als Synonym für schlechte Behandlung und Ausbeutung der Angestellten. Auch die einseitig auf Anton Schlecker ausgerichteten Führungsstrukturen und das Sortiment trugen zum Niedergang bei. Wenn in einem derartigen Filialbetrieb die unteren Entscheidungsebenen nicht rasch auf veränderte Kundenwünsche und Marktbedingungen reagieren köbnnen, dann führt dies zu Verlusten.

Chronologie der Schlecker-Pleite

  1. Bereits im Dezember 2011 wurde bekannt, dass die Firma Schlecker massive liquiditätsprobleme hatte. Der Firmengründer musste laut Angaben von "Spiegel online" einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in das Unternehmen pumpen. 
  2. Am 27. Januar 2012 meldete die drogeriemarktkette Schlecker Insolvenz an. Davon waren auch die Tochtergesellschaften SchleckerXL und IhrPlatz ebenfalls betroffen. Ungefähr 12000 von insgesamt etwa 25000 vorwiegend weibliche Beschäftigte erhielten sofortihre Kündigung, 2400 Filialen wurden sofort gschlossen. Gleichzeitig begann die verzweifelte Suche nach Investoren. Gleichzeitig wurden die Geschäfte durch den Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz übernommen.
  3. Außerdem versuchte man, auch für die Beschäftigten eine Lösung zu finden und diese in einer Transfergesellschaft weiterzubeschäftigen. Dazu wären aber etwa 70 Millionen Euro erforderlich gewesen. Dieser Plan des Landes Baden-Württemberg war aber politisch nicht durchsetzbar. Die FDP weigerte sich, hier in den Kreislauf des Marktes einzugreifen. Der Staat sei überfordert, wenn er bei jeder Pleite die Beschäftigten heraushauen müsse. 
  4. Experten machen dieses Verhalten der Politik für das spätere Scheitern der Sanierungsbemühungen mitverantwortlich. Denn dieses Scheitern der geplanten Transfergesellschaft führte zu einer Flut von Kündigungsschutzklagen. Dies habe dazu geführt, dass mögliche Investoren abgesprungen seien. 
  5. Bis Ende Juni 2012 gelang es nicht, neue Investoren zu finden, deren Angebote den Wünschen der Gläubiger entsprochen hätten. Deshalb mussten dann auch die letzten Filialen schließen, was zu weiteren 13000 Entlassungen führte.
  6. Insgesamt schuldete die Firma Schlecker ihren Gläubigern über eine Millarde Euro, wovon der größte Teil auf das Konto des Personalbereichs und nicht bezahlter lieferungen ging.
  7. Für viele der betroffenen Beschäftigten führte die Schlecker-Pleite zu massiven Problemen auf dem Arbeitsmarkt. So hatten ein Jahr nach der Schlecker-Pleite etwa in Baden-Württemberg nur vier von zehn Beschäftigten eine neue Stelle. 
  8. In de Zwischenzeit ist auch der Nachfolger Dayli pleite, der eigentlich einen Teil der Filialen in Süddeutschland übernehmen wollte.

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