Foto: Shutterstock.com / Für studierende mit Behinderung ist nach wie vor an den Unis noch nicht alles optimal.

Studieren mit Behinderung - Ein Überblick

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:29
Für Menschen mit Behinderung kann ein Studium leider nach wie vor sehr problematisch sein.

Das Studium ist für viele junge Menschen der erste Weg zum Traumberuf und die Zahl der Studienanfänger steigt von Jahr zu Jahr. Nun gibt es allerdings einige Personengruppen, für die das Studieren und vor allem auch der damit verbundene finanzielle Aspekt nicht allzu einfach erscheint, wie eben auch für Menschen mit Behinderungen.

Bitte beachten

  • Das Studieren mit Behinderung kann leider nach wie vor viele Probleme mit sich bringen.
  • So ist vor allem die Barrierefreiheit ein wichtiger Aspekt und nicht an allen Hochschulen gegeben, sodass diese Menschen deswegen einen anderen Studienort wählen, eventuell von zu Hause ausziehen und deswegen auch mit höheren Kosten rechnen müssen.
  • Auch entsprechende Mittel, die das Studieren für Menschen mit Behinderungen leichter machen, kosten mitunter viel Geld und werden nicht immer von den Krankenkassen getragen.

Bessere Voraussetzungen im Bereich der Beihilfen

Damit diese Personengruppen dennoch die Möglichkeit haben, ihren Traumberuf zu erlernen und hochwertige Bildung zu konsumieren, erhalten sie eine gesonderte Stellung vor allem beim Thema Studienbeihilfe. Hier erhalten Menschen, die blind, hochgradig sehbehindert oder auch sehr oft auf ihren Rollstuhl angewiesen sind, 160 Euro im Monat zusätzlich zu ihrem Bezugssatz der Studienbeihilfe dazu.

 

Schwerhörige, Gehörlose und auch Träger eines Cochleaimplantats erhalten sogar 420 Euro zusätzlich pro Monat. Auch bei der Dauer des Studiums erfahren Behinderte Menschen höhere Grenzen, denn pro Studienabschnitt erhalten diese zwei Semester länger Zeit, diesen abzuschließen ohne, dass ihnen dabei die Studienbeihilfe gekürzt oder gar eingestellt wird. Der zeitliche Rahmen für Studiennachweise über den Studienerfolg ist ebenfalls größer und nimmt Rücksicht auf die Handycaps der Studenten.

 

Die Behinderung eines Kindes wird außerdem bei der Antragsstellung auf Studienbeihilfe für gesunde Kinder berücksichtigt, sodass hier eine finanzielle Mehrbelastung für die Eltern eingeplant wird und der Bezug für das gesunde Kind somit höher ausfällt, als im Normalfall. Die Familienbeihilfe, die Eltern für ihre Kinder erhalten, wird durch die Behinderung ebenfalls höher ausfallen. So erhalten Eltern mit behinderten Kindern pro Monat rund 138 Euro mehr. 

Zusätzliche Unterstützung:
Neben entsprechenden Beauftragten jeder Hochschule, die den Studenten mit Behinderung zur Seite stehen und eine Anlaufstelle für diese darstellen, wird Studieren mit Behinderung auch anderweitig gefördert. Bundessozialämter können unter bestimmten Voraussetzungen eine zusätzliche Beihilfe bewilligen und auch technische Anschaffungen, die für den Erfolg des Studiums nötig sind, zumindest teilweise übernehmen.

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