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Testament aufsetzen lassen - Was ist zu beachten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Damit auch nach Ihrem Tod die Familie zusammenhält: Die richtige Erstellung eines Testamentes …

Der sogenannte „Letzte Wille“: Gerade wenn Sie etwas Vermögen haben sollten, gibt es nichts Wichtigeres, als der Nachwelt, also Ihrer Familie, ein eindeutiges Testament zu hinterlassen und damit zu regeln, wer welchen Anteil Ihres Geldes oder Ihrer Immobilien erhalten soll. Hier ein paar wichtige Informationen und Tipps dazu.

  • Sie müssen Ihr Testament eigenhändig und handschriftlich verfassen, mit Datum der Erstellung, Ort und Unterschrift versehen.
  • Bei gemeinschaftlichem Testament schreibt zwar nur ein Lebenspartner eigenhändig das Testament, aber beide müssen unterschreiben.
  • Wenn es um viel Geld gehen sollte, ist eine gute Beratung im Vorfeld immer angebracht. Dann sollten Sie sich nicht scheuen, einen Rechtsanwalt oder Notar mit der Aufsetzung des Testamentes zu beauftragen (es wird dann öffentliches Testament genannt) bzw. bei Fragen der Steuer, z.B. der Erbschaftssteuer zuvor einen Steuerberater hinzuzuziehen. 

  • Papier, Stift – und natürlich einen Plan, wie Sie das Testament verfassen möchten bzw. wer von Ihrer Familie welchen Anteil erhalten soll.
  • Wenn Sie Ihr Erbe auf verschiedene Personen aufteilen möchten, dann machen Sie sich doch als Erstes eine Stichwortliste und formulieren Sie erst später den Text aus.
  • Einen Platz in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus, der möglichst sicher ist, wo aber Ihre Papiere nach Ihrem Tode aufgefunden werden können (evtl. ein kleiner Safe mit Ihren Akten), oder
  • Einen Notar, dem Sie das Testament zur Aufbewahrung geben möchten, oder
  • Den Gang zum Nachlassgericht, um Ihr Testament eigenhändig dort abzugeben.

Wissenswertes zu Testamenten

  • Das eigenhändige Testament wird von Ihnen selbst erstellt (Überschrift „Mein Testament“ nicht vergessen!), per Hand von Ihnen geschrieben und am Ende des Testamentes müssen Sie dann noch das Datum, den Ort und Ihre Unterschrift ebenfalls per Hand darunter setzen.
  • Das gemeinschaftliche Testament wird von Eheleuten oder einer eingetragenen Lebensgemeinschaft aufgesetzt. Sie setzen sich erst einmal gegenseitig als Erben ein und bestimmen gleichzeitig, nach dem Tod des zunächst Überlebenden den (noch übrig gebliebenen) Nachlass an einen Dritten, meist sind das die gemeinsamen Kinder, zu vererben.
  • Pflicht ist, dass Sie konkrete Erben benennen, also mit Namen und eventuellem Verwandtschafts- / Bekanntschaftsverhältnis. Anschrift und Wohnort können Sie nennen um Verwechslungen zu vermeiden.
  • Genannte Geldbeträge müssen immer in Euro benannt werden.
  • Wenn ein Ehegatte oder Lebenspartner, Kind, Enkelkind oder Elternteil mit Ihrem Testament von der eigentlich gesetzlichen Erbfolge nicht berücksichtigt werden soll, steht ihm trotzdem ein sogenannter gesetzlicher Pflichtteilsanspruch zu. Dieser ist immer sofort in bar zu bezahlen, daher kann es dadurch doch wiederum zu Streitigkeiten in der Familie führen. Wenn Sie Ihr Testament aufsetzen, sollten Sie also diese Pflichtteile möglichst mit aufführen und offiziell vererben, um den anderen Erben diesen Ärger zu ersparen.
  • Wenn Sie jemandem, der nicht als Erbe eingesetzt ist, zum Beispiel einen persönlichen Gegenstand oder eine bestimmte Geldsumme übertragen möchten, dann nennt man dies „ein Vermächtnis“. Wie man häufig in Kriminalfilmen sieht: die berühmte Kaminuhr, die die Putzfrau sofort mitnehmen kann, ein bestimmtes Bild, das der Diener immer gerne mochte und, und, und … - Tatsache ist, dass die Herausgabe dieser Gegenstände oder dieser Summe Geld sofort fällig ist, daher auch im Testament möglichst genau beschrieben sein sollte.
  • Sie können in Ihrem Testament auch bestimmte Auflagen „einbauen“. Zum Beispiel können Sie bestimmen, dass die Erlangung einer bestimmten Summe damit zusammenhängt, dass Ihre Erben Ihr Grab pflegen müssen, oder der so häufige Fall, dass ein Tierheim eine monatliche Apanage erhält, solange Ihr Liebling noch lebt … - es gibt unendlich viele Möglichkeiten Ihr Testament mit solchen Bestimmungen „aufzupeppen“ – und Ihre Verwandtschaft zu verwirren.
  • Das eigenhändige Testament können Sie an jedem gewünschten Ort aufbewahren, doch sollten Sie sicher gehen, dass man es nach Ihrem Tod auch finden und beim Nachlassgericht abgeben kann. Die sicherste Aufbewahrung ist natürlich die persönliche Abgabe beim Nachlassgericht, während Sie das öffentliche Testament beim Notar hinterlegen.


Wie schon oben beschrieben, sollten Sie – wenn es sich um eine größere Erbschaft handelt – besser immer einen Rechtsanwalt oder Notar um Hilfe bei der Erstellung des Testamentes bitten. Damit ist gewährleistet, dass Sie nicht aus Versehen ein paar kleine Fehler einbauen, die später das ganze Testament ungültig machen könnten…

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