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Vermögensweitergabe - Gesetzliche geregelte Erbfolge in Österreich?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Wer eine Vermögensweitergabe plant, der sollte sich über die Folgen im Klaren sein.
Eine Vermögensweitergabe kann entweder schon zu Lebzeiten erfolgen, durch ein Testament festgelegt werden oder nach der gesetzlichen Erbfolge geregelt werden.

Die Vermögensweitergabe zu Lebzeiten

  1. Wer sein Vermögen, seine Wohnung oder Haus schon zu Lebzeiten weitergeben möchte, hat dafür zwei Möglichkeiten: entweder eine Schenkung oder eine Übergabe.
  2. Wenn etwas als Schenkung übergeben wird, geschieht dies ohne irgendwelche Bedingungen. Dies bedeutet, dass derjenige der dieses Geschenk erhält, dafür keinerlei Gegenleistungen erbringen muss. Bei Geld oder wertvollen Gegenständen ist diese Art der Vermögensweitergabe durchaus zu empfehlen.
  3. Bei Immobilien, die weitergegeben werden sollen, ist eher die Übergabe empfehlenswert, denn hierbei gibt es für den Beschenkten durchaus Bedingungen.
  4. Wer nämlich eine Immobilie durch eine Übergabe erhält, muss, falls nichts anderes vereinbart wurde, dem vorherigen Besitzer ­ein lebenslanges Wohnrecht ­gewähren. 
  5. Ist die übergebene Immobilie vermietet oder verpachtet, stehen dem Übergeber sämtliche Einnahmen daraus zu.
  6. Wird der Übergeber in irgendeiner Form pflegebedürftig, muss derjenige, welcher die Immobilie bekommen hat, in vorher festgelegter Form Pflegeleistungen erbringen.


Die Vermögensweitergabe nach dem Ableben

  1. Hat der Verstorbene zu Lebzeiten ein handschriftliches Testament bei einem Notar verfasst, ist dies immer bindend. Dies bedeutet, egal welche Erbfolge auch immer greifen würde, es zählt einzig und allein, was im Testament festgesetzt wurde.
  2. Gibt es kein Testament, gilt die gesetzliche Erbfolge und die besagt:
  • Wenn es Kinder gibt, erben diese zwei Drittel und der Ehepartner ein Drittel.
  • Sind keine Kinder vorhanden, erbt der Ehepartner zwei Drittel und der Rest wird unter den Eltern und Geschwistern des Erblassers aufgeteilt.
  • Waren Partner nicht verheiratet, geht der Lebensgefährte normalerweise leer aus.
  • Einzige Ausnahme ist, wenn sich die Partner gemeinsam eine Immobilie als Eigentümerpartnerschaft gekauft haben, denn dann ist der Lebensgefährte automatisch Eigentümer dieser Immobilie, muss den gesetzlichen Erben aber die Hälfte des Verkehrswertes auszahlen.


Die Vorsorgevollmacht

  1. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass sein Vermögen auch dann an die richtigen Erben geht, falls er eines Tages nicht mehr in der Lage ist, dies Selbst zu regeln, etwa wegen einer Erkrankung (Alzheimer) oder einem Unfall (Koma etc.), der sollte eine Vorsorgevollmacht hinterlegen.
  2. Diese wird im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis, kurz ÖZVV, registriert, und falls dieser Fall eintritt, regelt der dort festgelegte Verfügungsberechtigte alle finanziellen Angelegenheiten, Wohnungsangelegenheiten und alle nötigen Verkäufe.
  3. Sollte sich im privaten Umfeld etwas ändern, kann diese Vorsorgevollmacht auch jederzeit widerrufen werden.

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