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Vorgezogenes Erbe? - So wird's gemacht

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:09
Immer wieder kommt die Frage auf, ob es sinnvoll ist, das Erbe bereits zu Lebzeiten aufzuteilen.
Dann spricht man vom Erbe vorzeitig aussprechen. Doch dieser Schritt sollte gut überlegt werden. Zwar können die Erbenden so Geld sparen, doch ist ein vorgezogenes Erbe auch immer mit weiteren Rechten und Pflichten verbunden.

  • Möchte man das Erbe vorzeitig aussprechen, dann sollte dies schriftlich festgehalten werden. Es ist hier sogar ratsam, einen Notar hinzuzuziehen. 
  • Wichtige Einzelheiten zur Ausgleichspflicht sollten hier genau geregelt sein. So wird vermieden, dass es später zu Unklarheiten oder Problemen kommt. 
  • Ein vorgezogenes Erbe sollte genau überdacht werden, denn auch derjenige, der die Schenkung durchführen wird, sollte an seine Absicherung zu Lebzeiten denken. 
  • So könnte dies bei einer Immobilie beispielsweise das lebenslange Nießbrauchrecht sein. Oder auch finanzielle Zuwendungen können dies sein. 
  • Gerade bei Immobilien sollten man sich immer eine Rückauflassungsvormerkung im Grundbuch vorsehen lassen.

Regelung des Erbes zu Lebzeiten

  1. Beim Erbe vorzeitig aussprechen wird in erster Linie ein steuerlicher Vorteil für die Erbenden erzielt, gerade wenn es sich hierbei um die eigenen Kinder handelt. 
  2. Geht es hier vor allem um Geld- oder Immobilienwerte ist es durchaus ratsam, so den Freibetrag für die Schenkungsteuer zu nutzen- alle 10 Jahre. 
  3. Jedoch muss durch ein vorgezogenes Erbe auch berücksichtigt werden, dass die Schenkung zum späteren Zeitpunkt dennoch berücksichtigt wird. Das bedeutet, sollte es weitere gesetzliche Erben geben, haben diese Ausgleichsansprüche gegenüber denjenigen, die eine Schenkung zu Lebzeiten erhalten haben. 
  4. Um hier jedoch keine Vor- und Nachteile entstehen zu lassen, sind die Vorgänge sowie die Rechte und Pflichten aller Beteiligten gesetzlich festgelegt. So können beispielsweise Immobilien bereits zu Lebzeiten geschenkt werden oder es besteht auch die Möglichkeit, den späteren Erben noch zu Lebzeiten Unterstützungsleistungen zukommen zu lassen. 
  5. Gerade für junge Menschen, die sich noch in der Ausbildung befinden, ist dies ratsam. Sind weitere Schenkungen vorgesehen, so müssen diese nur auf das Erbe angerechnet werden, wenn Ausgleichpflicht angeordnet wurde.
  6. Ein vorgezogenes Erbe sollte genau durchdacht werden. Sollte es Fragen oder Unklarheiten geben, ist es auch hier immer ratsam, den Rat eines Notars oder Anwaltes hinzuzuziehen. Denn wird alles genau geklärt, spart dies später Arger.

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