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Wann crasht der Euro?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:56
Einen genauen Zeitpunkt für den Crash des EURO kann niemand angeben.

Erst einmal vielen Dank für diese spannende Frage, Sokrates! Die Frage nach dem genauen Zeitpunkt des Crashes kann wohl leider niemand mit einem exakten und genauen Datum beantworten. Doch einige Hinweise zum EURO, seinen Profiteuren und den Verlierern können ganz hilfreich sein, um einen ungefähren Zeithorizont zu bekommen. Deshalb kannst Du Dir den Beitrag am besten gleich ausdrucken und im nächsten Jahr mal schauen, was draus geworden ist.

Zuerst sollte einmal die Ideologie und das Wirtschaftsverständnis hinter dem EURO näher beleuchtet werden!

  1.  Als die Idee des EURO das Licht der Welt erblickt hat war sowohl die Welt des Zahlungsverkehrs, als auch die der Banken und Industrie eine ganz andere. Es gab nur wenige Menschen, die eine Kreditkarte hatten, die weltweit eingesetzt werden konnte. Somit war jede Auslandsreise mit einem Geldumtausch verbunden und auch den Verlusten der Spanne zwischen Verkauf und Ankauf dieser Fremdwährung.
  2. Die Politik hat die mit der Verwahrung, dem Tausch und dem Transport der vielen Währungen verbundenen Arbeitsplätze und Kosten dann einfach als unproduktiv angesehen und wollte die Wirtschaft stärken. 
  3. Getreu dem Motto dass ein freier, grenzenloser Handel Wachstum schafft wurden die Zollhemmnisse innerhalb der europäischen Union abgeschafft. Deshalb ist es für mich als Privatmensch beispielsweise gar kein Problem nach Salzburg zu fahren, mir leckeren österreichischen Kaffee zu kaufen und den nach Hause zu transportieren.
  4.  Doch nun zurück zum EURO! Der EURO bringt vielen Firmen Vorteile, denn der Export und Import innnerhalb der EURO Staaten geht ganz problemlos und die Währungsumtauschgebühren entfallen.

Die Nutznießer des EURO:

  1. Die Industrie wurde von Kosten entlastet und profitiert in einem ersten Schritt vom Euro. Solange also die "Hilfszahlungen" oder Unterstützungsleistungen für notleidende EURO-Länder nicht überhand nehmen hat die Industrie ein Interesse daran den Euro zu behalten.
  2. Weitere Nutznießer der EURO-Einführung sind praktisch alle Unternehmen, die relativ kleinpreisige Artikel herstellen. Denke einmal an die Tafel Schokolade und deren Preis in Schilling oder auch den Coffee to go. Der Coffee to go für 2,50 Euro hätte (auch nach Hochrechnen von 10 Jahren Inflation zwischen 2002 und 2012) niemals 34,40 Österreichische Schilling gekostet. Frage doch einfach mal ältere Verwandte wie Mutter oder Oma was beispielsweise eine Tafel Schokolade gekostet hätte.
  3. Der EURO ist wunderbar geeignet ein neues, bürokratisches Staatsverständnis zu transportieren. Dort wird der "europäische Gedanke" von den Politikern beschworen, um eine gemeinsame Zentraleinheit Europa zu errichten. Mit noch mehr Bürokratie als je zuvor. So wird Dein Führerschein im Jahr 2032 ungültig und dann gibt es nur noch befristete Führerscheine. 
  4. Eine echte Verschiebung von Rechten von den Bürgern zu einem immer bürokratischeren Staat. Deshalb ist auch nicht zu erwarten, dass die Politiker freiwillig auf den Machtzuwachs verzichten werden. Denn alles was in Österreich nicht durchsetzbar ist schiebt man zur EU-Kommission und von dort kommt es als verbindliche Regelung zurück. 
  5. Übrigens haben dies die Väter der EU früher anders gesehen: Die EU war nur für Binnenmarkt-Themen zuständig und nicht für die Verbürokratisierung.

 Kurz zusammengefasst gibt es also viele Gründe sowohl für Großunternehmen, als auch die Politik am EURO festzuhalten.

  1.  In der Schlußfolgerung kannst Du also davon ausgehen, dass die Politik den EURO und die unglaublichen damit verbundenen Privilegien nicht freiwillig aufgeben wird. Allerdings gibt es Gegentendenzen, die aus der Realwirtschaft entstanden sind und auf die Stabilität der Währung ausstrahlen.
  2. Bei der Aufnahme vieler Länder in die EURO-Zone wurden auf politischen Druck auch diejenigen Länder aufgenommen, die eine schwache Wirtschaft hatten. Konnten sie früher die Griechische Drachme oder die Spanische Pesete abwerten, so entfällt diese Möglichkeit. Zahlt dieses Land also zu hohe Zinsen wegen einer schwachen Wirtschaft, dann kommt es dort zur Inflation und zur sinkenden Wettbwerbsfähigkeit.
  3. Viele Investoren sind inzwischen davon überzeugt, dass insbesondere die schwächeren Staaten die Schulden nicht mehr zurückzahlen können. Und hier liegt der wahre Schwachpunkt des EURO und wenn Du diese Entwicklung betrachtest, dann kannst Du schätzen wann der EURO auseinanderbricht.

Einige Staaten können sich also nicht mehr refinanzieren.

  1.  Wenn Du dies betrachtest, dann bist Du ganz nahe am Kern des Problems. Um die Finanzierung dieser Staaten sicherzustellen, wird ein neues - künstliches Konstrukt- geschaffen. Von dem weiss eigentlich niemand ganz genau, was es ist. Der Name ESM taucht immer wieder ohne Erklärung in der Zeitung auf.

Was ist der Rettungsschirm ESM ?

  1. Erstaunlich aber wahr: Jedermann kann den Vertrag zum ESM einsehen. Dabei handelt es sich um eine "Finanzinstitution", also ein Privatunternehmen wohl nach Luxemburger Recht. Dieses Privatunternehmen wird von jedem Teilnehmerland des EURO mit einem festgelegten Kapitalbetrag (also einer Art Stammeinlage) ausgestattet. Insgesamt sollen 700 Milliarden EURO eingezahlt werden, davon 19,483 Milliarden Euro von Österreich.
  2. Der ESM kauft dann die Staatsanleihen der Staaten, denen keiner mehr Anleihen abkaufen will auf. Und bürgt dann für diese Anleihen und verkauft diese dann in neuer Verbriefung als "ESM Anleihe" an die Investoren weiter. Diese ist aber eindeutig nur durch das Grundkapital der ESM gedeckt.
  3. Und hier ist der Haken: Wenn ein Land zahlungsunfähig wird (beispielsweise Griechenland), dann stockt auch die Auszahlung und Verzinsung der ESM-Anleihen. Somit kann recht einfach gesagt werden, wann der EURO auseinanderbricht: Entweder sobald das Vertrauen in den ESM weg ist oder das Grundkapital verbraucht ist.

Ich persönlich tippe deshalb auf den 01. Januar 2013 als Umstellungsdatum.

  1. Für den privaten Sparer ist dies allerdings nicht schlimm, da die Regelungen eine Garantie für Spareinlagen vorsehen und bei jeder Währungsveränderung die Durchschnittsvermögen nicht angefasst werden. Deshalb solltest Du echte Bankeinlagen oder Aktien halten und nicht unbedingt in ESM-Papiere investieren oder gar spanische Staatsanleihen kaufen.
  2. Wenn Du diese Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigst dann kannst Du ganz offen und wachsam die geschichtliche Entwicklung betrachten. Und insbesondere die immer verzweifelter werdenden Versuche der Politik Menschen etwas als vorteilhaft zu verkaufen, was für den Durchschnittsbürger auch Nachteile bringt.

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