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Wann verjährt eine Forderung?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:55
Nach einigen Jahren verjährt jeder Rechtsanspruch, wie z. B. der Anspruch eine Rechnung zu zahlen.

Eine Verjährungsfrist nennt man die Zeit zu der Gläubiger ihre Forderungen eintreiben bzw. gesetzlich gegen diese antreten können. Erhält man zum Beispiel, eine Rechnung für ein Jahr, das schon längere Zeit zurückliegt, sollte man sich auf jeden Fall informieren, ob diese nicht bereits verjährt ist. Die Verjährungsregelungen finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch für Privatpersonen. Der Schuldner kann nach der Verjährung die Zahlung für eine offenstehende Rechnung verweigern. Die Verjährungsfrist beginnt mit Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, also zum 01.01. und endet zum 31.12., drei Jahre nach Entstehen der Schuld.

  • Für Privatpersonen gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren, allerdings nur für Lieferansprüche, Kaufverträge, Zahlungen und weitere. Allerdings gibt es auch besondere Verjährungsfristen, wie Schadensersatzansprüche wegen Körperverletzung. 
  • Hier kann die Frist bei 30 Jahren liegen. Baumängel können nach 5 Jahren verjährt sein. Ist man sich nicht sicher, sollte man bei solchen Sachen vorsichtshalber einen Rechtsberater fragen.

  1. Die Verjährungsfrist für Privatpersonen liegt bei drei Jahren und wird immer erst zum Jahresende gültig. Erhalten Sie zum Beispiel im Mai 2012 eine Stromrechnung für Mai 2008, so begann die Frist zum 01.01.2009 und verjährt zum 31.12.2011. Somit ist diese Rechnung zum 31.12.2011 verjährt. Hier können Sie die Zahlung verweigern. Erhalten Sie aber eine Rechnung für Mai 2009, wäre diese bis 31.12.2012 noch gültig und müsste gezahlt werden.
  2. Durch eine Mahnung wird der Verjährungsprozess nicht gehemmt, das bedeutet erhalten Sie zwischendurch eine Mahnung oder Zahlungsaufforderungen und zahlen nicht, gilt nicht das Datum der Mahnung, sondern immer noch das Datum zu der die Forderung ernstand (im Beispiel Mai 2008). Die Verjährungsfrist wird dadurch nicht unterbrochen.
  3. Wird ein Mahnbescheid gegen Sie ausgestellt oder eine Klage erhoben, so wird die Verjährungsfrist gehemmt und setzt aus. Erst nach dem der Gläubiger oder Schuldner die Fortsetzung der Verhandlung abbricht, läuft sie nach drei Monaten weiter. Bei Stillstand des Verfahrens, wie Klageerhebung oder Zustellung des Mahnbescheids, läuft die Verjährung nach 6 Monaten weiter.
  4. Wird eine gerichtliche Vereinbarung getroffen, wie Vollstreckung oder Abschlagszahlung, beginnt damit eine neue Verjährungsfrist.

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