Foto: Shutterstock.com / Factoring bezieht sich auf das Abtreten von nicht fälligen Kunden-Forderungen.

Was versteht man unter Factoring? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Factoring ist das Abtreten von Forderungen.

Eine hohe Kundenzufriedenheit durch eine schnelle Abarbeitung der Aufträge oder kurzfristige Auslieferungen ist heute das Ziel vieler Unternehmen. Leider ist eine zeitnahe Bezahlung der Waren oder Dienstleistungen durch die Kunden nicht selbstverständlich. Die Zahl der vorzufinanzierenden Aufträge steigt dadurch und belastet die Liquidität. Über eine Betriebsmittellinie der Bank lässt sich dieser Geldbedarf finanzieren, immer öfter suchen die Unternehmen jedoch auch nach Alternativen. Eine davon ist das Factoring, das von vielen Banken und Instituten beworben wird. Was sich dahinter verbirgt und welche Vorteile diese Finanzierung hat, erfährst Du hier.

Factoring hat drei Funktionen

  • die Finanzierung von Umsätzen
  • die Übernahme des Ausfallrisikos
  • die Übernahme des Debitorenmanagements

Was ist Factoring?

Unter diesem Begriff versteht man den Verkauf von noch nicht fälligen Forderungen seiner Kunden an eine dritte Partei, den Factor. Dabei können je nach Vereinbarung alle Rechnungen verkauft werden oder auch nur ein Teil davon. Erhält der Factor die Rechnungsdaten der Unternehmenskunden, zahlt er die Beträge kurzfristig aus. Dabei behält er häufig einen kleineren Teil der Rechnungssumme ein, bis der Kunde die Rechnung wirklich vollständig bezahlt hat. Für seine Leistungen erhält der Factor eine vertraglich vereinbarte Gebühr.

 

Vorteile für die Unternehmen

Der zeitnahe Ausgleich der Forderungen des Betriebes bietet einen Liquiditätsvorteil. Durch den schnellen Geldeingang können Skontoziele bei den eigenen Lieferanten genutzt werden. Die Beanspruchung des Kontokorrentrahmens kann minimiert werden. Der Factor übernimmt im Rahmen der abgeschlossenen Verträge das Risiko des Forderungsausfalls. In der Regel überträgt man ihm auch die Betreuung der eigenen Debitoren, für die Buchhaltung und das Mahnwesen wird weniger Personal benötigt. Positiv wirkt sich das Factoring auch auf die Bilanz aus, die Bilanzsumme verringert sich. Bei einem gleichbleibenden Eigenkapital erhöht sich so gleichzeitig die Eigenkapitalquote, die eine wichtige Kennzahl bei der Bewertung und dem Rating von Unternehmen ist. 

Anbieter genau prüfen

Factoring empfiehlt sich besonders, wenn Du viele kleine Kunden belieferst, dessen Bonität das Unternehmen im Voraus nicht prüfen kann. Wenn Du an einem Factoring für Dein Unternehmen interessiert bist, wende Dich als erstes am Deine Hausbank. Gibt es hier keine gute Empfehlung, vergleiche die Angebote im Internet.

 

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