Foto: Shutterstock.com

Wie beantragt man einen Wohnbaukredit?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Auf den ersten Blick scheint ein Immobilienkauf einfach, doch gibt es einige Dinge zu beachten.

Auf den ersten Blick scheint ein Immobilienkauf einfach, doch bei der Finanzierung gibt es einige Dinge zu beachten. Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass sich ein Kaufinteressent, bevor er mit der Suche beginnt, bei seiner Hausbank erkundigt, bis, zu welcher Höhe ein Kredit prinzipiell überhaupt möglich ist. Die Faustregel sagt, vierzig Prozent des Kaufpreises sollten als Eigenkapital vorhanden sein, es gibt aber auch sogenannte Hundertprozentfinanzierungen. Wie hoch eine Hypothek ausgestellt wird, hängt sowohl von der Bonität als auch eventuell vorhandenen zusätzlichen Sicherheiten wie Bausparvertrag, Lebensversicherung oder bereits vorhandenem Grundbesitz ab. Zum Kaufpreis hinzu kommen die Finanzierungskosten, die sich zusammensetzen aus: (Dieser Text wurde speziell für den deutschen Immobilienmarkt geschrieben)


  • 3,5% Grunderwerbssteuer
  • 1,5% Notarkosten
  • 0,5% Finanzierungskosten auf den Darlehensbetrag und
  • 3,57% Maklercourtage inklusive Mehrwertsteuer, wenn der Kauf über ein Immobilienbüro abgewickelt wird.

  • Sind weitere Unterlagen notwendig, so werden diese von der finanzierenden Bank entsprechend angefordert. 
  • Liegen dem Notar die Finanzierungszusage und der Eigenkapitalnachweis vor, kann beurkundet werden.

Ist die gewünschte Immobilie gefunden und Käufer und Verkäufer sind sich über den Kaufpreis einig, kommt der Weg zur Bank. Hierfür wird eine Kaufpreisbestätigung benötigt, die bindend sein sollte. Wird der Verkauf über einen Makler abgewickelt, genügt die Reservierungsbestätigung, andernfalls muss eine Art Vorvertrag geschlossen werden. Ganz wichtig ist hierbei, dass die Finanzierungszusage vor notarieller Beurkundung stehen muss, da zum einen ansonsten Ansprüche auf mögliche Sonderkredite verwirkt werden und zum andern unnötige Kosten für die notarielle Abwicklung entstehen. Für den Antrag auf ein Hypothekendarlehn müssen der Bank im ersten Schritt folgen Unterlagen vorliegen:

  • Einkommensnachweis der letzten drei Monate, bei Selbstständigen die aktuelle BWA sowie die Einkommenssteuerbescheide der letzten beiden Jahre
  • Selbstauskunft mit Schufa-Freigabe (Banken haben dafür eigene Formulare, es können aber auch die vom Makler benutzt werden)
  • Je nach Finanzierungsform weitere Sicherheiten wie Rückkaufswert einer laufenden Lebensversicherung, Bausparvertrag und Ähnliches
  • Wenn vorhanden, ein aktueller Grundbuchauszug der Immobilie (zieht sich die Bank gegebenenfalls selbst)
  • Objektbeschreibung (Exposé) und/oder, falls vorhanden, Wertgutachten

Die wichtigsten Schritte sind also wie folgt:

  1. Grundsätzliche Voranfrage bei der Hausbank, bis, zu welcher Höhe maximal finanziert werden kann
  2. Bei Einigung zwischen Käufer und Verkäufer eine Kaufpreisbestätigung für eine verbindliche Finanzierungsanfrage bei der Bank
  3. Einreichen eines Darlehensantrages bei der finanzierenden Bank
  4. Sicherstellung, dass das benötigte Eigenkapital zum vereinbarten Termin nicht mehr gebunden ist und fristgerecht ausgezahlt werden kann
  5. Abgabe der Finanzierungszusage und des Eigenkapitalnachweises bei Notar
  6. Notarielle Beurkundung

Kommentare