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Wie entsteht der Benzinpreis?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Der Benzinpreis steigt seit Jahren kontinuierlich an, doch besonders schlimm sind die rasanten Preisanstiege zu den Feiertagen - Ein Erklärungsversuch.

Vielen Autofahrern ist in letzter Zeit der stetig steigende Benzinpreis aufgefallen. Neben einer gehörigen Portion Unverständnis kommt zudem immer öfter die Frage auf, wo der Preis denn noch hingehen soll und wer das letzten Endes überhaupt noch bezahlen kann.

Bitte beachten

  • In letzter Zeit sind die Spritpreise enorm angestiegen.
  • Finanziell profitiert am meisten der Staat davon
  • Die Spritpreise hängen aber auch mit dem Rohölpreis eng zusammen.

So entsteht der Benzinpreis

  • In den letzten Jahren sind die Spritpreise entschieden und deutlich merkbar gestiegen, do wer profitiert eigentlich am meisten von den steigenden Literpreisen? Die Antwort ist merkbar einfach und liegt auf der Hand: der Staat! 57 % pro Liter fallen per Steuer / Abgabe unserem Staat zu.
  • Das macht bei einem Benzinpreis von 1,62 € pro Liter immerhin 92 Cent. Da die meisten Abgaben, die ein Tankstellenbesitzer an den Staat zu entrichten hat, in absoluten Beträgen festgelegt sind (Öko-Steuer, Mineralölsteuer) und zudem die Mehrwertsteuer hierzulande 19 % beträgt profitiert der Staat enorm von den steigenden Preisen.
  • Zurück zum Beispiel: 1,62 €/Liter abzüglich 92 Cent Steuern/Abgaben, da bleiben dem Tankstellenbesitzer noch 70 Cent. Von diesen 70 Cent muss er jedoch das Benzin erst einmal beschaffen. Derzeitig betragen die Anschaffungskosten von Benzin für den Tankstellenbesitzer etwa 62 Cent.
  • Dieser Preis hängt mit dem Rohölpreis und dem aktuellen Dollarkurs eng zusammen. Auf dem europäischen Öl-Markt in Rotterdam werden die Benzinpreise in Dollar pro Tonne festgelegt.
  • Als Grund für den hohen Rohölpreis werden hauptsächlich politische Gegebenheiten in den Hersteller-Regionen und den damit zusammenhängenden Spekulationsboom an den Börsen genannt. Der "Kampf" Diesel vs. Benzin ist hierfür das beste Beispiel. In der Vergangenheit war Diesel im Vergleich zu Super-Benzin noch merklich günstiger; allerdings hat sich dieses bereits gewandelt.
  • Die Autoindustrie und die Logistikunternehmen haben auf den niedrigen Preis reagiert und verstärkt Autos mit Dieselmotoren verkauft und damit eine erhöhte Nachfrage geschaffen. Mit der erhöhten Nachfrage steigt natürlich der Preis, was jetzt wiederum zu einem (wenn auch kleinen) Preisvorteil bei Superbenzin führen kann, da es derzeitig Überkapazitäten bei Super-Benzin gibt.
  • Wenn Sie somit das nächste Mal an der Tankstelle Ärger und Groll über den hohen Benzinpreis verspüren dann lassen Sie es nicht an dem Tankstellenbetreiber aus, da er am allerwenigsten von den Benzinpreisen profitiert.

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