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Wie kommt man aus der Schuldenfalle heraus?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:42
Kredite, Hypotheken oder Finanzierungsdarlehen sind heutzutage völlig normal.

Kredite, Hypotheken oder Finanzierungsdarlehen sind heutzutage völlig normal und oftmals auch notwendig. Was aber tun, wenn das monatlich verfügbare Geld für die fristgerechte Rückzahlung nicht ausreicht und der Schuldenberg dadurch immer größer wird? Auf Rechnungen, Mahnungen oder Mahnbescheide nicht mehr zu reagieren, ist definitiv der falsche Weg, denn die Schulden lösen sich leider nicht von selbst auf.

Aus Verzweiflung lässt man sich oftmals zu unüberlegten Handlungen hinreißen, die letztendlich für noch mehr Schulden sorgen und die finanzielle Lage somit verschlimmern.
Deshalb Finger weg von:

  • dubiosen Kreditvermittlern (Kleinanzeigen in der Presse oder im Internet)
  • überteuerten Umschuldungskrediten
  • riskanten Anlagegeschäften 
  • Schuldnerberatern, die keine staatliche Anerkennung haben und Vorableistungen verlangen

  • eine Auflistung aller Einnahmen und Ausgabeneine Vermögensaufstellung (Grundstücke, Immobilien, offene Forderungen, Schmuck, ect.)
  • eine genaue Analyse der Gesamtschulden 
  • eine lückenlose Liste mit allen Gläubigern, sortiert nach Schuldbetrag und Fälligkeit 
  • ein exakt geführtes Haushaltsbuch

Sparmaßnahmen

  1. Überprüfung aller Versicherungen nach Notwendigkeit, gegebenenfalls kündigen
  2. Nebenkosten einsparen (Heizleistung und Wasserverbrauch reduzieren)
  3. Telefonverhalten überprüfen, Handyverträge kündigen und ggf. auf Prepaid umsteigen 
  4. Meidung von Markenprodukten (Kleidung, Lebensmittel, Technik u.s.w.)
  5. überflüssige Ausgaben stoppen (Lotto, Unterhaltungselektronik, teuere Hobbys)
  6. Verzicht auf kostspielige Freizeitaktivitäten oder Urlaub
  7. auf unnötige Fahrten mit dem Auto verzichten 


Zusätzliche Einnahmequellen akquirieren 
Wenn trotz drastischer Sparmaßnahmen der Schuldenberg nicht abgebaut werden kann, sollte man sich um zusätzliche Einnahmequellen bemühen. Von Jobangeboten, bei denen man vorher Geld investieren muss, ist allerdings dringend abzuraten. 
Empfehlenswerte Nebenjobs findet man u.a. im Bereich:

  1. Kurierdienste
  2. Marktforschung 
  3. Gebäudereinigung 
  4. Gastronomie u.s.w.


Schuldnerberatung

  1. Wenn auch mit diesen Zusatzeinnahmen kein Schuldenabbau möglich ist, bleibt nur noch der Weg zur Schuldnerberatung übrig. Seriöse Beratungsstellen, wie die Arbeiterwohlfahrt oder die Caritas Schuldnerberatung, arbeiten grundsätzlich kostenlos! Adressen findet man zudem bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung. 
  2. Bereits beim ersten Gesprächstermin sollte man alle Unterlagen, die unter dem Punkt „Vorbereitung“ aufgelistet sind, geordnet dabei haben. Der Schuldnerberater analysiert nun nochmals die gesamte Finanzlage, nimmt Kontakt zu den Gläubigern auf und unterbreitet weitere Vorschläge zur Schuldenbekämpfung. 


Letzter Ausweg Verbraucherinsolvenzverfahren

  1. Dieses Verfahren wird allgemein nur bei ausweglosen Fällen vom Schuldnerberater oder ggf. von einem Rechtsanwalt eingeleitet. 
  2. Über einen Treuhänder muss der Schuldner alle Einnahmen bzw. Güter, die das Existenzminimum überschreiten, offen legen und abtreten. 
  3. Der Erlös geht mit Hilfe eines Finanzplans an die Gläubiger. Bei vorbildlichem Verhalten ist man nach sechs Jahren schuldenfrei.

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