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Wie schütze ich mich am besten? - Tipps für die richtige Versicherung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Lesen Sie hier, welche Versicherung zu Ihnen passt.

Risikolebensversicherung, Kreditrestschuldversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung – es gibt unzählige Arten von Versicherungen und es fällt schwer den Durchblick zu bewahren. Lesen Sie hier, welche Versicherung zu Ihnen passt und was sie beim Abschluss einer solchen wissen und beachten müssen.

  • Als Single hat man andere Ansprüche an eine Versicherung, als ein Elternteil mit kleinen Kindern. Deshalb sollten Sie genau Ihre Lebenssituation analysieren und sich die Frage stellen, ob Sie nur für sich oder (auch) für einen Partner bzw. Kinder vorsorgen wollen.
  • Sind Sie in einer krisensicheren Branche, dann werden Sie andere Bedürfnisse haben, als ein Mensch, der nicht weiß, ob er in einem Jahr noch einen Job haben wird. Zudem spielen die Vermögensverhältnisse in die Wahl der richtigen Versicherungen mit hinein. Haben Sie Vermögensgüter oder ist Ihr Bankkonto leer?
  • Die Sicherheit der Pension ist derzeit eines der heißesten Themen. Niemand aus der Politik will eine klare Ansage tätigen. Man sollte deshalb schon sehr früh für das Alter vorsorgen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, dies zu tun. Der Kauf einer Immobilie steht hoch im Kurs, doch auf diesem Sektor explodieren die Preise. Eine private Pensionsversicherung kann hier eine Lösung sein. Zusätzlich zur staatlichen Pension wird hier entweder monatlich eine bestimmte Summe ausbezahlt, oder man lässt sich nach Ablauf der Versicherung den gesamten Betrag ausbezahlen. Sicherstellen soll eine derartige Versicherung, dass auch im Alter der Lebensstandard finanziell abgesichert bleiben kann.

  1. Sie haben eine Familie und wollen diese absichern. Dazu stehen Ihnen mehrere Vorkehrungen zur Verfügung. Hanns-Ulrich Brockhaus, Experte des Versicherungsunternehmens ERGO Direkt verrät: „Die Risikolebensversicherung ist einer der Klassiker unter den Versicherungen und eines unserer meist gewünschten Produkte. Sie dient zur Absicherung von hohen Beträgen. 
  2. Stirbt der Versicherungsnehmer – im Regelfall die Person, die den größten Beitrag zum Familieneinkommen beiträgt – erfolgt eine Auszahlung der vorher festgelegten Versicherungssumme. Die Versicherungssumme bleibt über die gesamte Laufzeit konstant. Diese Art der Versicherung wird auch oft zur Absicherung von Krediten gewählt. Da eine Auszahlung nur im Ablebensfall erfolgt, sind die Prämien für diese Versicherung vergleichsweise gering.“
  3. Diese Funktion der Kreditabsicherung kann auch eine Kreditrestschuldversicherung  erfüllen. Wie der Name schon sagt, wird hier die noch ausbleibende Kreditzahlung abgesichert. Man bekommt jedoch keine Auszahlung beim Ableben des Versicherungsnehmers, wie sie die Risikolebensversicherung bietet, sondern es wird direkt das Kreditkonto ausgeglichen. Dies gewährleistet zwar, dass die Hinterbliebenen nicht auf riesigen Kreditschulden sitzen bleiben, sie bietet aber keine Verfügungsgewalt über die Versicherungssumme.
  4. Ein Unfall kann zur Tragödie werden. Resultiert daraus eine Arbeitsunfähigkeit, kann die Existenz bedroht sein. Denn hat man nicht richtig vorgesorgt, ist man auf die staatliche Invaliden-Pension angewiesen. Diese kann auch recht schmal ausfallen und wird nur im Fall von dauernder Erwerbsunfähigkeit ausbezahlt. Deshalb sollte man sich zusätzlich mit einer Unfallversicherung und/oder Berufsunfähigkeitsversicherung absichern. 
  5. Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit passieren rund 75 Prozent der Unfälle nicht am Arbeitsplatz sondern in der Freizeit. Am Arbeitsplatz ist man zwar über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, kassiert bei einem schweren Unfall dann aber nur eine Invalidenrente. Für Unfälle außerhalb des Jobs greift diese aber nicht. Damit Sie hier gut abgesichert sind, empfiehlt es sich, eine Unfallversicherung abzuschließen. Je nach Vertrag wird eine Einmalzahlung getätigt oder eine monatliche Rente ausgezahlt. Oftmals sind bei einer Unfallversicherung auch sinnvolle Zusatzleistungen wie Bergungskosten oder Spitalstagesgeld abgedeckt.
  6. Als Zusatz kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Sie ist der optimale Schutz gegen die finanziellen Folgen der Berufsunfähigkeit. Eine individuelle Rente wird ausbezahlt, so lange die Berufsunfähigkeit besteht. Berücksichtigen sollte man die sogenannte abstrakte Verweisung. Sie beschreibt den Fall, wenn der Geschädigte zwar seine ursprüngliche Arbeit nicht mehr ausführen kann, jedoch noch für eine ähnliche Tätigkeit geeignet ist. Verletzt sich etwa ein Profi-Fußballer so schwer, dass er nicht mehr spielen kann, wird er weiterhin als Trainer beschäftigt werden können. In diesem Fall greift die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht.
  7. Stets ein heiß diskutiertes Thema: Wird in 30 Jahren eine staatliche Pension für mich bereitstehen, die ausreicht, um meinen Lebensstandard einigermaßen zu halten? „Die Unsicherheit ist groß und immer mehr setzen auf private Vorsorge. Hier steht die Pensionsversicherung oder private Zusatzpension sowie die Er- und Ablebensversicherung zur Verfügung. Mit der Pensionsversicherung erhält man einen Zusatz zur staatlichen Pension. Man kann zwischen einer monatlichen Auszahlung bis zum Lebensende oder einem Ablösekapital wählen, also einer einmaligen Auszahlung. Stirbt man vor Eintritt der privaten Pension, wird ein aliquoter Teil des Ablösekapitals ausbezahlt. Tritt der Tod nach dem Leistungszeitpunkt ein, so wird bis zum Ende der Garantiejahre ausbezahlt. Diese werden beim Abschluss der Versicherung festgelegt.
  8. Die Er-und Ablebensversicherung (langläufig auch „Lebensversicherung“ genannt) ist, wie der Name schon sagt, eine Mischform. Bei Vertragsbeginn wird eine Versicherungssumme festgelegt, die zum vereinbarten Fälligkeitsdatum ausbezahlt wird. Nachdem es sich um eine Versicherung mit Anspar-Charakter handelt, kommt zur Versicherungssumme (garantiertes Kapital) auch noch ein Gewinnanteil aus der Veranlagung hinzu. 
  9. Der Versicherungscharakter zeigt sich dadurch, dass das gesamte garantierte Kapital (zzgl. der bis dahin angefallenen Gewinnanteile) auch bei vorzeitigem Ableben ausbezahlt wird. „Die Er- und Ablebensversicherung war früher aufgrund der hohen Garantiezinsen sehr beliebt. Diese schneiden heutzutage aber schlechter ab. Der direkte Vergleich mit einem Sparbuch ist deshalb schlecht möglich, da ja im Versicherungsfall garantierte Versicherungssumme (im Ablebensfall) auch ausbezahlt wird. 
  10. Wichtig ist bei der Verzinsung auch zu beachten, dass auf einem Sparbuch noch 25% KESt abzuziehen sind. Diese entfällt bei der Er- und Ablebensversicherung“, so Brockhaus.

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