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Wie viel verdient der deutsche Bundeskanzler?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:58
Wie viel der deutsche Bundeskanzler verdient wollen wir hier erläutern.

Wie viel der deutsche Bundeskanzler „verdient“ und was er bekommt, sind ja bekanntlich zwei paar Schuhe. Da gehen die Meinungen mitunter weit auseinander. Allerdings ist es seit dem Jahre 2000 in der Tat so, dass die deutschen Bundestagsabgeordneten, die Bundesminister sowie der Bundeskanzler weniger Sold beanspruchen, als ihnen laut Gesetz zusteht.

Die Amtsbezüge des Bundeskanzlers setzen sich wie folgt aus Grundgehalt, Zulagen und Zuschlägen zusammen:

  1. Laut Paragraph 11 des Bundesministergesetzes erhält der Bundeskanzler 13 Mal je Kalenderjahr ein Grundgehalt in Höhe von fünf Dritteln der Besoldungsgruppe B 11. Seit dem 01. Januar 2012 sind das fünf Drittel von 11.823,41 Euro, also insgesamt 19.705,68 Euro pro Monat. 
  2. Da Bundeskanzler, Bundesminister und Bundestagsabgeordnete jedoch ab 2000 für ihre Amtsbezüge sämtliche Erhöhungsrunden der Beamtenbesoldung ausgelassen haben, ergibt sich ein gegenwärtiger tatsächlicher Auszahlungsbetrag von 15.225,22 Euro. Ab 2012 sollen die Diäten aber wieder erhöht werden.
  3. Zudem erhält der Bundeskanzler jeden Monat die allgemeine Stellenzulage für Beamte in Höhe von 30,68 Euro sowie 50 Prozent des Verheiratetenanteils, 66,23 Euro, sofern er verheiratet ist.
  4. Fällig wird außerdem monatlich ein Ortszuschlag von 830,01 Euro und eine Dienstaufwandsentschädigung von 1.022,58 Euro.
  5. Zwar muss er das nicht sein, doch in der Regel ist der Bundeskanzler Mitglied des Bundestages und erhält somit zusätzlich auch - allerdings verminderte - monatliche Abgeordnetenbezüge: Im Jahre 2012 wären das 3.969,10 Euro um die Hälfte gekürzte Abgeordnetendiät und 3.021,75 Euro um ein Viertel gekürzte Kostenpauschale für Abgeordnete.
  6. Alles in allem macht das gut 24.000 Euro brutto im Monat. Natürlich muss der Bundeskanzler - wie jeder Beamter - sein Grundgehalt versteuern und Solidaritätszuschlag bezahlen. Von Sozialabgaben bleibt er hingegen verschont, und wegen seiner guten Pensionaussichten tut private Altersvorsorge auch nicht not. 
  7. Zusätzliche Kosten, die einem durch das Amt des Bundeskanzlers entstehen und aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, sind die Miete für die Dienstwohnung und der Aufwand für private Fahrten mit dem Dienstfahrzeug, die aber aus Sicherheitsgründen nicht zu umgehen sind.
  8. Bei aller Kritik an den vermeintlich zu hohen Politikereinkommen bleibt anzumerken, dass der Bundeskanzler lediglich einen Bruchteil dessen bekommt, was führende Manager in der freien Wirtschaft erhalten und für sich beanspruchen.

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