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Wie viele Menschen leben in Deutschland unter der Armutsgrenze?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
Leben unterhalb der Armutsgrenze.

In Zeiten der anhaltenden Wirtschaftskrise wird ein Thema, welches mittlerweile schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, wieder heiß diskutiert - die Armut in Deutschland. Es ist kaum vorstellbar, dass in einem Land, welches derzeitig durch Exportrekorde und europäischen Bürgschaften weltweit Schlagzeilen macht, Menschen leben können, welche nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen um selber für sich zu sorgen. Und doch leben heutzutage hierzulande rund 15 % der Bevölkerung an der Grenze zur Armut. Doch wer gilt hierzulande eigentlich als arm und wie viele Menschen leben unterhalb der sogenannten Armutsgrenze?

Deutschland und die Armutsgrenze

  1. Zunächst erst einmal sei gesagt dass nicht jeder, an der Armutsgrenze lebt hierzulande auch als arm gilt. Hierbei wird auch immer von einer relativen Armut gesprochen, da das Einkommen der betroffenen Personen mit dem Einkommen seines Umfeldes ins Verhältnis gesetzt wird. Um diese relative Armut statistisch zu erfassen geht der Gesetzgeber von einem Monatseinkommen von 1.500 Euro, dem sogenannten Nettoäquivalenzeinkommen aus.
  2. Dieses Nettoäquivalenzeinkommen ist in den letzten Jahren gestiegen und somit ist es nicht verwunderlich, dass 15 % der Bevölkerung dieses schlicht und ergreifend einfach nicht mehr erreichen. Wer ein Monatsgehalt unterhalb dieses Wertes erzielt gilt in hierzulande als armutsgefährdet.
  3. In Deutschland leben nach Angaben des statistischen Bundesamtes derzeitig 12 Millionen Menschen -also nahezu jeder 6. Bundesbürger- an der Armutsgrenze aber was ist die Armutsgrenze überhaupt? An der Armutsgrenze leben diejenigen, die lediglich 60% des durchschnittlichen Monatsnettoeinkommens zur Verfügung haben. Dieses wird in Deutschland mit 940,00 Euro monatlich bemessen.
  4. Wer weniger als diesen Wert monatlich zur Verfügung hat gilt hierzulande als arm bzw. nicht imstande, seinen Lebensunterhalt ohne staatliche Hilfe zu bestreiten.
  5. Betroffen hiervon sind in erster Linie die Erwerbslosen und die Alleinerziehenden (womit es nicht mehr verwundert, dass statistisch gesehen mehr Frauen an der Grenze zur Armut leben als Männer) jedoch kommen immer häufiger Fälle von sogenannten "working poor people" vor.
  6. Hierunter versteht man Erwerbstätige, die mit Ihrem Einkommen aus der Erwerbstätigkeit ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten können.

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