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Wo bekomme ich meine Lohnsteuerkarte in Deutschland?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Immer wieder findet sich der Arbeitnehmer vor die Frage gestellt, wo er seine Lohnsteuerkarte beantragen

Immer wieder findet sich der Arbeitnehmer vor die Frage gestellt, wo er seine Lohnsteuerkarte beantragen oder wie er sich seine Lohnsteuerkarte besorgen kann. Die Lohnsteuerkarte gehört in der Bundesrepublik Deutschland zu den wichtigsten Arbeitspapieren des Arbeitnehmers. Sie dient dem jeweiligen Arbeitgeber zur Berechnung der Lohnsteuer des Arbeitnehmers, die an das jeweilige regional zuständige Finanzamt abgeführt werden muss. Die Lohnsteuerkarte war daher jeweils individuell für den Arbeitnehmer ausgestellt worden und sie enthielt dessen persönlichen Lohnsteuermerkmale. 

Zuständigkeit

  • Die Verwaltung aller Lohnsteuermerkmale eines Arbeitnehmers obliegt seit 2011 dem jeweils zuständigen Finanzamt. Dieses ist für Neuausstellungen und die Änderung sämtlicher Lohnsteuermerkmale eines Arbeitnehmers sahlich zuständig.
  • Im Verlaufe des Geschäftsjahres 2013, spätestens jedoch mit der letzten Lohn- und Gehaltsabrechnung des Jahres 2013, führte jeder Arbeitgeber die neue elektronische Lohnsteuerkarte ein.

Die Lohnsteuerkarte von 1925 bis 2004

Eingeführt wurde die Lohnsteuerkarte in Deutschland bereits in der Zeit der Weimarer Republik, nämlich im Jahr 1925. Traditionell konnte der Arbeitnehmer seine Lohnsteuerkarte beantragen auf der für ihn nach dem Einkommensteuergesetz zuständigen Wohnortgemeinde, in der er gemeldet war. Hier konnte er sich die Lohnsteuerkarte besorgen, da die Gemeinde ihm diese jeweils unentgeltlich ausstellte. Lediglich für die Ausstellung einer Ersatz-Lohnsteuerkarte wurde üblicherweise eine Gebühr von bis zu 5 Euro erhoben. Die Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers enthielt die sogenannten individuellen Lohnsteuermerkmale des jeweiligen Arbeitnehmers. Dazu zählten der Name, die Anschrift, das Geburtsdatum und das zuständige Finanzamt, die Steuerklasse, die Zahl der Kinderfreibeträge, die jeweilige Religionszugehörigkeit, etwaige Freibeträge, den Hinzurechnungsbetrag, dem amtlichen Gemeindeschlüsel und eine Identifikationsnummer. Es war bis zum Jahr 2004 außerdem üblich, dass der Arbeitgeber beim Austritt des Arbeitnehmers oder bei Beendigung des Dienstverhältnisses verschiedene Vermerke auf der Lohnsteuerkarte machte. Dies waren das Bruttoarbeitsentgelt, die einbehaltene Lohnsteuer, die Kirchensteuer, der Solidaritätszuschlag und die abgeführten Beiträge zur Sozialversicherung. Seit 2005 erhielt der Arbeitnehmer seine Lohnsteuerkarte nur noch beim unterjährigen Austritt zurück, da seine Lohndaten bereits elektronisch gespeichert und an das jeweilige Finanzamt übermittelt wurden. 

Die elektronische Lohnsteuerkarte

2011 wurde die elektronische Lohnsteuerkarte eingeführt. Für die Führung dieser elektronischen Lohnsteuerkarte ist gemäß § 39e Absatz 4 des Einkommnsteuergesetzes das Bundeszentralamt für Steuern zuständig. Bei Eintritt in ein Unternehmen teilt der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber lediglich seine Steuer-Identifikationsnummer und sein Geburtsdatum mit, so dass der Arbeitgeber danach sämtliche Lohnsteuerabzugsmerkmale des betreffenden Arbeitnehmers auf dem Wege der Datenfernübertragung beim Bundeszentralamt für Steuern abrufen und in das entsprechende Lohnkonto des Arbeitnehmers übernehmen kann. Der Arbeitnehmer braucht sich seither weder eine Lohnsteuerkarte besorgen, noch muss er eine Lohnsteuerkarte beantragen. 

 

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