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Grundlagen zur Erwerbsunfähigkeitsrente? - Das sollte man wissen

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:11
Erbwerbsunfähig ist, wer keiner Arbeit nachgehen kann.

Erwerbsunfähigkeit bedeutet nicht, seinem gelernten oder zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr nachgehen zu können. Erwerbsunfähigkeit ist gegeben, wenn keinem Beruf richtig nachgegangen werden kann. Erwerbsunfähigkeit ist quasi die Steigerung zur Berufsunfähigkeit. Man unterscheidet die volle Erwerbsminderung und die teilweise Erwerbsminderung. Die Erwerbsunfähigkeit entspricht der vollen Erwerbsminderung. Der Begriff Erwerbsunfähigkeit wurde durch Erwerbsminderung ersetzt.

  • Wurde eine Erwerbsminderung festgestellt und eine Rente gewährt, ist es nicht mehr erlaubt, einer anderen regelmäßigen Vollbeschäftigung nachzugehen. Man spricht von einzuhaltenden Hinzuverdienstgrenzen.
  • Bei Voller Erwerbsminderung 400 Euro
  • Bei Teilweiser Erwerbsminderung 881 Euro (Westdeutschland) bzw 772 Euro (Ostdeutschland)
  • Sollte man dieser Regelung zuwider handeln, läuft man Gefahr, bisher geleistete Rentenzahlungen zurück zahlen zu müssen.
  • Ferner ist zu beachten, dass Erwerbsminderungsrenten nur als sog. Zeitrenten ausgezahlt werden. Auf maximal drei Jahre befristet, muss der Anspruch auf ebendiese Rente erneut nach drei Jahren festgestellt bzw. bewiesen werden.
  • Dass der Anspruch - gerade für die Folgeperioden - häufig vor Gericht eingeklagt werden muss, ist zudem keine Seltenheit.
  • Die Arbeitsfähigkeit wird als nicht auf den eigenen Beruf bezogen betrachtet, sondern auf den gesamten Arbeitsmarkt.

Um feststellen zu können, inwiefern eine Form der Erwerbsunfähigkeit vorliegt, müssen Ärzte und Versicherungsanstalten die Grundlagen feststellen.  Da die folgenden Einschränkungen für eine nicht absehbare Zeit vorliegen müssen, muss mit jährlichen Kontrollterminen gerechnet werden. Hier soll das Fortbestehen der Erwerbsminderung nachgewiesen werden. 

Bevor ein Antrag auf Volle Erwerbsminderungsrente genehmigt wird, müssen folgende Punkte erfüllt sein:

  • wegen Krankheit (physisch oder psychisch)
  • oder wegen Behinderung muss
  • die Erwerbsfähigkeit auf unabsehbare Zeit eingeschränkt sein.
  • 3 Stunden tägliche Arbeit dürfen nicht möglich sein.
  • Kann täglich zwischen 3 und 6 Stunden gearbeitet werden, spricht man von Teilweiser Erwerbsminderung.
  • Grundsätzlich wird eine Erwerbsminderungsrente nur dann gewährt, wenn diese aktiv beantragt wurde. Zuständig ist hier der Rentenversicherungsträger.

  • Erleidet man einen Unfall oder beginnt sich eine chronische Erkrankung einzustellen, sollte man umgehend intensive Gespräche mit seinem zuständigen Facharzt oder Therapeuten zum Thema bleibender Beeinträchtigungen und einer zu erwartenden Erwerbsminderung führen.
  • Lässt sich absehen, dass die eigene allgemeine Arbeitsfähigkeit gemäß den o.g. Bestimmungen dauerhaft eingeschränkt bleibt, sollten Gespräche mit dem Rentenversicherungsträger geführt werden.
  • Der Rentenversicherungsträger wird einem die benötigten Unterlagen zukommen lassen - darunter auch den Antrag auf Erwerbsminderungsrente.
  • Der Antrag auf Erwerbsminderungsrente muss mit einer Frist von sieben Monaten ab Eintritt der Erwerbsminderung gestellt werden, um eine zeitnahe Gewährung und somit auch Leistung sicher zu stellen.
  • Der Rentenversicherungsträger prüft den Antrag und wird ggf. weitere Unterlagen anfordern. Mit Sicherheit wird man auch weitere Gutachten und Untersuchungen fordern.
  • Spätestens jetzt sollte auch ein Rechtsanwalt in den Vorgang eingeweiht werden, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Der Erstantrag ist im Prozess um die Gewährung der Erwerbsminderungsrente der schwierigste aber wichtigste.
  • Wird der Antrag gewährt, ist (siehe oben) alle drei Jahre eine Verlängerung der zeitlich befristeten Erwerbsminderungsrente erneut zu beantragen.
  • Grundsätzlich gilt der Anspruch als unbefristet gerechtfertigt, wenn die Laufzeit dieser befristeten Erwerbsmindernugsrente neun Jahre übersteigt.

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