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Kündigungsgründe - Wann kann der Arbeitgeber entlassen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:00
Wann ein Kündigungsgrund überhaupt erst gegeben ist, erfährst Du hier.

Im deutschen Arbeitsrecht sind die Rechte und Pflichten der Arbeitgeber fest verankert. Wann muss der Arbeitgeber einen Kündigungsgrund angeben und unter welchen Umständen ist dieser rechtsgültig?

  • Während der Probezeit besteht keine Notwenigkeit für eine begründete Kündigung seitens des Arbeitgebers. Er muss lediglich eine Kündigungsfrist von 14 Tagen einhalten.

Eine Kündigungsgrund muss gegeben sein, wenn:

  1. das Vertragsverhältnis zwischen beiden Parteien länger als 6 Monate besteht.
  2. eine Betriebsgröße von zehn Mitarbeitern bei Vertragsunterzeichnung
  3. ab dem 01.01.2004 (davor fünf Mitarbeiter) gegeben ist.


Erfüllt der Arbeitgeber die genannten Kriterien, werden drei Arten der Kündigungsgründe unterschieden:

  1. betriebsbezogener Grund
  2. personenbezogener Grund und
  3. verhaltensbedingter Grund


Betriebsbezogene Gründe:

  1. Bei dem betriebsbezogenen Kündigungsgrund liegt die Ursache in der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens.
  2. Durch schlechte Auftragslagen oder Umsatzeinbußen kann der Arbeitgeber Stellen streichen, um den Erhalt der Firma zu gewährleisten.
  3. Ebenso zählen hier innerbetriebliche Veränderungen wie Umstrukturierung der Produktionsprozesse.

 

Personenbezogene Gründe: 

  1. ...treten zu meist bei Verminderung der Arbeitsqualität durch Krankheit in Kraft.
  2. Dabei wird unterschieden, ob der Arbeitnehmer langfristig durch Krankheit ausfällt, er vermehrt kurzzeitig erkrankt oder eine Dauererkrankung vorliegt. Im Falle der Kündigung wird überprüft, ob die Genesung des Arbeitnehmers ausgeschlossen ist und betriebliche Nachteile durch den Personalausfall gegeben sind.
  3. Andere Gründe sind die Inhaftierung des Angestellten, ein ausländischer Wehrdienst ab zwei Monaten, ein Führerscheinverlust, keine Arbeitserlaubnis seitens des Arbeitnehmers oder mangelnde Qualifikation und Eignung.


Verhaltensbezogene Gründe:

  1. Die verhaltensbezogenen Kündigungsgründe basieren auf Fehlverhalten der Arbeitnehmer.
  2. Darunter fallen Beleidigungen gegenüber dem Arbeitgeber und Kollegen.
  3. Aber auch: Mobbing, vorgetäuschte Krankheiten, unerlaubte Nebentätigkeiten, Betrug bei Arbeitspapieren oder Firmengeldern, Schwarzarbeit, Verstöße gegen das Betriebsgeheimnis, sexuelle Belästigung, Fehlzeiten, Arbeitsverweigerung oder unerlaubter Alkoholkonsum während der Arbeitszeit.

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