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Schwangerschaft und Arbeitgeber - Rechtliches?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:10
Neun Monate voller guter Hoffnung - auch im Job?

Spätestens nach dem ersten positiven Besuch beim Gynäkologen, muss sich jede berufstätige schwangere Frau darüber klar werden, wann sie ihrem Chef und Kollegen darüber informieren will, dass sie guter Hoffnung ist. 

  • Schwangere sollen laut Mutterschutzgesetz (MuSchG) dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den errechneten Entbindungstermin möglichst sofort nach eigener Kenntnisnahme mitteilen. Allerdings heißt es "sollte" und nicht die Schwangere "muss" ihre Schwangerschaft umgehend mitteilen. Deshalb warten viele Frauen die kritischen ersten 12. Schwangerschaftswochen ab, bevor der Kollegenkreis informiert wird. 
  • Schwangere, die ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko haben, warten manchmal sogar die 14. Schwangerschaftswoche ab, bevor sie den gültigen Mutterpass oder ein Attest ihres Gynäkologen vorlegen. 
  • Wird das ungeborene Kind aber durch die berufliche Tätigkeit gefährdet, beispielsweise in der Röntgenabteilung eines Krankenhauses, sollte die schwangere Frau sofort ihren Arbeitgeber informieren. Erst wenn der Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert ist, kann die Frau und das ungeborene Kind von den Schutzmechanismen des Mutterschutzgesetzes profitieren. 
  • Schutz für das ungeborene Leben durch das Mutterschutzgesetz

    • Nachdem die Schwangerschaft offiziell in der Firma bekannt ist, muss die Schwangerschaft den Meldebehörden bekannt gegeben werden. Ab diesem Zeitpunkt kann die schwangere Frau die Vorteile und Schutzfunktionen des Mutterschutzgesetzes voll ausschöpfen. 
    • Wer eine schwangere Frau beschäftigt, hat mit der Gestaltung des Arbeitsplatzes die Gesunderhaltung der werdenden Mutter und den Schutz des ungeborenen Kindes zu gewährleisten. 
    • Sollte der Arbeitgeber keinen angemessenen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen, kann ein Beschäftigungsverbot bei voller Entlohnung ausgesprochen werden. 
    • Die Kündigung einer schwangeren Frau ist bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Geburt verboten. Dem Arbeitgeber muss zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt gewesen sein. Allerdings hat die Frau zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung die Möglichkeit die Schwangerschaft nachzumelden. 
    • Werdende Mütter, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, haben Anspruch auf Mutterschaftsgeldzahlung und evtl. Zuzahlungen vom Arbeitgeber im Rahmen der Mutterschutzfrist 6 Wochen vor sowie 8 Wochen nach der Geburt. 
    • Der Arbeitgeber hat die Frau für die Untersuchungen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge der Krankenkassen freizustellen. Dies darf nicht zu einer Verminderung des Arbeitsentgeltes führen. 

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