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Was kann man tun wenn einem der Pensionsantrag abgelehnt wird?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:42
Liegt eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor, sind lediglich noch wenige Stunden Arbeit am Tag...

Häufig ist es der Fall, dass es aufgrund von Behinderungen oder Erkrankungen Personen nicht mehr möglich ist, für den eigenen Lebensunterhalt aufzukommen. Liegt eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor, sind lediglich noch wenige Stunden Arbeit am Tag zu realisieren. Liegt einer dieser Fälle vor, kann ein Pensionsantrag aufgrund von verminderter Erwerbsfähigkeit eingereicht werden.

  • Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Zahlung einer Pension nur bis zum 65. Lebensjahr aufgrund von verminderter Erwerbsfähigkeit gezahlt werden kann. 
  • Hierzu wird in eine teilweise und in eine volle Erwerbsminderung unterschieden. Ein Anspruch aufgrund einer teilweisen Erwerbsminderung tritt ein, wenn eine Behinderung einer eine Krankheit die jeweilige Leistungsfähigkeit für einen unabsehbaren Zeitraum herabsetzen. Dies muss zu Folge haben, dass Betroffene aufgrund dieser Einschränkung lediglich noch zu maximal zwei bis sechs Stunden täglicher Arbeit in der Lage sind.

  • Voraussetzung hierfür sind zum einen, dass die allgemeine Leistungsfähigkeit vermindert ist oder, dass der Arbeitmarkt keine ausführbare Stelle bereithält. Diese Leistungsbeschränkung muss jedoch für einen längeren Zeitraum vorliegen. 
  • Im Allgemeinen wird im Fall der verminderten Erwerbsfähigkeit zunächst das so genannte Krankengeld gewährt. Besteht nun jedoch keine Aussicht auf eine Besserung der gesundheitlichen Situation, muss die Rentenversicherung an dieser Stelle einspringen. 
  • In diesem Zusammenhang wird oftmals der Grundsatz geltend gemacht, dass vor dem Bezug einer Rente zunächst eine Reha vorgenommen werden muss. Dies kann unter Umständen zu einer Besserung der gesundheitlichen Lage führen und somit die eingeschränkte Erwerbsfähigkeit mindern oder diese vollständig ausräumen. 
  • Hierzu gibt der Rentenversicherer entsprechende Anweisungen und auch Beratung zum individuellen Fall.

  1. Sind weniger als drei Stunden täglicher Arbeitsleistung zu realisieren, besteht eventuell Anspruch auf einen Pensionsbezug aufgrund von voller Erwerbsminderung. Handelt es sich um Betroffene, welche vor dem 02. Januar 1961 geboren wurden, so tritt eine gesonderte Vertrauensschutzregelung in Kraft. Diese besagt, dass bei Berufsunfähigkeit der Anspruch auf eine Rente aufgrund von teilweiser Erwerbsminderung besteht. 
  2. Im versicherungsspezifischen Kontext werden Pensionsrenten dann gewährt, wenn neben den bereits erwähnten Einschränkungen auch die folgenden Voraussetzungen gegeben sind. So muss es der Fall sein, dass während der vergangenen 5 Jahre vor Eintreten der Erwerbsminderung über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren Pflichtbeiträge zur jeweiligen Arbeitsanstellung entrichtet wurden. Zusätzlich muss die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren absolviert worden sein. 
  3. Ein Antrag zur Pensionierung aufgrund von voller oder teilweiser Erwerbsunfähigkeit kann gestellt werden, wenn bereits ein Bezug von Krankengeld vorliegt und der Zeitpunkt der Beendigung dieses Zustandes unklar ist. Ein weiterer Grund hierfür ist gegeben, wenn die jeweilige Krankenkasse davon ausgeht, dass aufgrund des Gesundheitszustandes des Betroffenen bereits eine Erwerbsunfähigkeit einschlägig ist. Um dies sicherzustellen, wird vom Versicherer in den meisten Fällen eine Nachfrage bei behandelnden Ärzten, sowie eine Anforderungen der Krankenakten vorgenommen. Gleiches gilt für Gutachten bezüglich des Leistungsvermögens. 
  4. Wird nun der Pensionsantrag abgelehnt, stehen zwei Varianten des rechtlichen Einspruchs zur Verfügung. Zum einen empfiehlt es sich, mithilfe eines Rechtsanwaltes direkten Einspruch einzulegen oder es sollte direkt der Weg zum Sozialgericht gesucht werden. 
  5. Im Vorfeld dieses Schrittes ist eine Beratung mit dem eigenen Haus- oder Facharzt anzuraten. Der jeweilige Rentenversicherungsträger lässt vor einer Ablehnung in der Regel immer ein Gutachten zur Leistungsfähigkeit des Betroffenen anfertigen. Dieses kann mithilfe des Arztes eingesehen und erörtert werden.
  6. Ebenfalls Hilfestellung in diesem Fällen geben die diversen Angestelltengewerkschaften. Unter Umständen ist hierdurch sogar das Stellen eines rechtlichen Beistanden zu erlangen.

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