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Wie entlässt man einen Angestellten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Eine betriebsbedingte Kündigung ist eine für beide Seiten unangenehme Angelegenheit.

Eine betriebsbedingte Kündigung sollte das letzte Mittel sein. Im Personalwesen eines Unternehmens kennt man zwei verschiedene Kündigungsarten, die fristgerechte Kündigung und auch die fristlose Entlassung, die letztere Kündigung ist unter bestimmten Bedingungen möglich. Der Normalfall einer Kündigung ist aber die betriebsbedingte Kündigung.

 

Die Kündigung ist eine einseitige empfangsbedürftige Willenserklärung. Sie ist nur wirksam, wenn der Vertragspartner (Arbeitgeber oder Arbeitnehmer) Kenntnis von ihr erhält. Erst ab diesem Zeitpunkt beginnt die Kündigungsfrist zu laufen.

Eine Zustimmung des Vertragspartners zur Kündigung ist nicht erforderlich. Die Kündigung ist an keine Form gebunden. Sie kann mündlich oder schriftlich ausgesprochen werden. 

 

Eine Entlassung ist die vorzeitige Auflösung eines Arbeitsverhältnisses aus wichtigem Grund durch den Arbeitgeber. Ein Austritt ist die vorzeitige Auflösung eines Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer. Das Arbeitsverhältnis endet, sobald sie dem Vertragspartner gegenüber ausgesprochen werden. Es gibt keine Fristen und Termine.

Der Austritt/die Entlassung ist an keine bestimmte Form gebunden.

Liegt ein vom Gesetz anerkannter wichtiger Grund vor, ist die Entlassung/der Austritt gerechtfertigt. Gibt es keinen vom Gesetz anerkannten Grund, ist die Beendigung unberechtigt.

 

Oberster Grundsatz für die fristgerechte Kündigung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters ist, wer zuletzt ins Unternehmen eingetreten ist, sollte auch zuerst gekündigt werden. Doch kann dieser Grundsatz nicht immer eingehalten werden. Wenn der Angestellte der zuletzt eingestellt wurde, für den Betrieb als unverzichtbar gilt, dann sollte der Mitarbeiter gekündigt werden, der für den Betrieb am ehesten entbehrlich ist. Eine Kündigung wird sicher niemand gerne vornehmen, zur Prüfung sollten die Personalakten der infrage kommenden Angestellten zur Sichtung vorliegen. Ist eine Kündigung unvermeidlich, sollte der oder die Angestellte gekündigt werden, die möglichst keine Familie zu ernähren hat. Hier wird davon ausgegangen, dass es sozialverträglicher ist, einen Mitarbeiter im Singlestatus zu kündigen, da dieser nur für sich alleine verantwortlich ist.

  • Die Kündigung/Entlassung einer Angestellten oder eines Angestellten birgt auch Gefahren. Die Gefahren liegen vor allem darin, dass die betriebliche Situation, falsch oder zu düster eingeschätzt wurde. Wenn nämlich eine Kündigung/Entlassung auf der Einschätzung einbrechender Umsätze beruht und sich dieses als falsch herausstellt, dann kann der Schaden recht groß sein. 
  • Eine weitere Gefahr besteht darin, dass eine Kündigung bei den verbleibenden Angestellten eine große Unsicherheit auslöst und diese den Betrieb nicht mehr so stützen, wie sie es vielleicht noch vorher getan haben. Aus diesen Gründen sollte eine Kündigung sehr wohl überlegt und abgewogen sein.

  • Zur Kündigung selbst sollte ein Kündigungsschreiben, sowie die Arbeitspapiere vorliegen. 
  • Es ist wichtig daran zu denken, dass auch ein Arbeitszeugnis gebraucht wird.

  1. Eine Kündigung zieht eine Folge von Handlungen nach sich oder anders gesagt, dass die Kündigung einer Angestellten oder eines Angestellten einem bestimmten Ablauf unterworfen ist. 
  2. Nach der Auswahl des zu Kündigenden ist ein persönliches Gespräch zu führen, dieses sollte nicht umgangen werden. 
  3. Im Zuge der Kündigung ist die schriftliche Kündigung sehr wichtig, doch nur schriftlich zu kündigen ist zwar bequem, aber gilt nicht als besonders fair. 
  4. Die Kündigungsfrist kann je nach Vertragsart zwischen 14 Tagen und 3 Monaten betragen, nur im Ausnahmefall sollte ein Mitarbeiter für diese Zeit freigestellt werden. 
  5. Wird die Arbeitszeit beendet, sind dem Arbeitnehmer die Arbeitspapiere und ein ordentliches Zeugnis auszuhändigen. 
  6. Einer der wohl letzten betrieblichen Schritte ist, der Abschluss des Personalkontos und die Abmeldung des Angestellten bei der Krankenkasse.

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