Foto: Shutterstock.com

Wie kann ich gegen eine Kündigung vorgehen?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
So kannst Du gegen eine Kündigung (ob gerechtfertigt oder nicht) vorgehen.

In Deutschland erhalten jährlich viele tausende Menschen eine Kündigung von ihrem Arbeitgeber. Bei einer Kündigung unterscheidet man zwischen fristgerecht und fristlos. Die Fristlose Kündigung bedeutet, dass der Arbeitnehmer, mit Erhalt der Kündigung, gekündigt wird, bei der fristgemäßen, bekommt er noch einen vertraglich oder gesetzlich festgelegten Aufschub. Doch egal, wie gekündigt wird, Kündigungen kommen heutezutage immer öfter vor. Immer mehr Großkonzerne, wie Schlecker und Otto, gehen pleite.Viele tausende ehemals Beschäftigte stehen nun vor der Frage, wie es weiter gehen soll und müssen sich einen neuen Job suchen. Der Verlust der Arbeit, des Einkommens und der gesicherten  Existenz ist ein sehr einschneidenes Erlebnis für jeden Menschen und wird oft begleitet von der Angst keinen neuen Job zu finden, arbeitslos zu werden und finanziell und sozial abzusteigen. Aber so weit muss es vielleicht gar nicht kommen. Es gibt Wege und Gründe auch gegen eine Kündigung vorzugehen. Denn nicht nur der Arbeitgeber hat das Recht den Arbeitnehmer zu kündigen, sondern der Arbeitnehmer hat auch das Recht sich gegen den Arbeitgeber und gegen eine Kündigung zu wehren, vor allem, wenn sie unrechtmäßig ist. Hier hat der Arbeitnehmer viele Möglichkeiten einzugreifen, und nicht zu resignieren, sondern aus seiner Situation das Beste zu machen. Aber dazu muss der Arbeitnehmer schnell aktiv werden, denn um Klage vor dem Arbeitsgericht gegen eine unrechtmäßige Kündigung zu erheben, hat der Arbeitnehmer nur 3 Wochen Zeit.                                                  

  • Kümmern Sie sich sofort darum, ob die Kündigung rechtmäßig ist oder nicht, da Sie nach Erhalt der schriftlichen Kündigung nur drei Wochen Zeit haben, Klage beim Arbeitsgericht einzulegen.
  • Nachdem Sie sich erkundigt haben, ob die Kündigung wirklich rechtens ist und sie es nicht ist, suchen Sie zuerst, wenn möglich, das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber. Versuchen Sie ihm, ihre Situation und ihre Probleme zu schildern und warum Sie nicht mit der Kündigung einverstanden sind.
  • Wenn der Arbeitgeber die Kündigung trotzdem nicht zurücknehmen will, erheben Sie, innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt der schriftlichen Kündigung, Klage beim Arbeitsgericht auf Feststellung. Suchen Sie hierzu die Rechtsantragstelle auf.

  • Arbeitsrecht
  • Beratungsstellen (z.B. Arbeitsagentur)
  • Betriebsrat
  • schriftliche Klage vor dem Arbeitgericht, innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung (Rechtsantragstelle)
  • eventuell Anwalt für Arbeitsrecht

Diese Schritte solltest du setzen

  1.  Kümmern Sie sich sofort darum, ob die Kündigung rechtens ist. Entweder selber im AGB nachlesen und/oder den Betriebsrat, eine Beratungstelle (z.B. Arbeitsagentur) vor Ort aufsuchen oder sich bei einem Anwalt für Arbeitsrecht erkundigen.
  2. Die häufigsten Gründe für fehlerhafte Kündigungen sind Formfehler und fehlerhafte Sozialauswahl.
  3. Wenn Aussicht besteht, das Fehler vorliegen bzw. die Kündigung nicht rechtmäßig ist, versuchen Sie, wenn möglich, ihren Arbeitnehmer zu überzeugen die Kündigung zurückzunehmen.
  4. Wenn der Arbeitgeber die Kündigung nicht zurücknimmt, erheben Sie Klage beim Arbeitsgericht auf Feststellung. Eine Klage können Sie selbst schriftlich beim Arbeitgericht einreichen.
  5. Aber, wegen den bestehenden Vorschriften zur Einreichung einer Klage, ist es ratsamer die Rechtsantragstelle aufzusuchen, um sich dort, beim Ausfüllen der Formulare, helfen zu lassen.
  6. Beim Arbeitsgericht prüfen Arbeitsrichter, ob die Kündigung rechtens ist oder nicht. In der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht brauchen Sie noch keinen Rechtsanwalt und können sich selbst vertreten.
  7. Melden Sie sich bei der Abeitsagentur für arbeitssuchend, da die Klage sich über längere Zeit hinziehen kann und ihre Wiedereinstellung ungewiss ist.
  8. Auch wenn die Kündigung nicht zurückgenommen wird, bestehen gute Aussichten auf eine Abfindung.

Kommentare