Foto: Shutterstock.com

Wie löst man einen Gewerbeschein?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:45
Nimmt man eine selbständige Tätigkeit auf, ist es wichtig, einen Gewerbeschein zu beantragen.

Nimmt man eine selbständige Tätigkeit auf, ist es wichtig, einen Gewerbeschein zu beantragen - in Österreich heißt es "zu lösen". Die Anzeigepflicht besteht, ganz gleich ob man wenige Stunden gegen Entgelt selbständig arbeitet oder in großem Stil. Grundlage bildet die Absicht der Gewinnerzielung.

  • Ratsam ist, sich vorab zu erkundigen, ob und welche Befähigungsnachweise für das Gewerbe zu erbringen sind. Ansprechpartner ist die zuständige IHK. Sie gibt Auskunft darüber, bei welcher Behörde die notwendigen Dokumente zu beantragen sind. Oft finden Sie die entsprechenden Informationen auch auf den Internet-Seiten Ihrer IHK oder Komune. Wo liegen die Probleme bei der Gewerbeanmeldung, wie können sie schon im Vorfeld ausgeräumt werden? 
  • Häufige Fehlerquellen bei der Anmeldung sind unkonkrete Angaben zur Tätigkeit. Es ist klar anzugeben, welche Dienstleistung erbracht werden soll. Man sollte präzisieren, ob man Groß- oder Einzelhandel betreibt und die Warengruppen schlagwortartig benennen, zumindest die Oberkategorie - Haushaltswaren oder Werkzeuge, Geschenkartikel bzw. Bekleidung. Heute wird unterschieden zwischen Vollhandwerk, handwerksähnlichen und zulassungsfreien Tätigkeiten. 
  • Oft ist unklar, zu welcher Kategorie die von dem Antragsteller gewählte Tätigkeit zugeordnet wird. Aufschluss gibt die Gewerbeordnung. Sie enthält die Handwerksordnung und informiert über handwerksähnliche, zulassungsfreie und Vollhandwerke. 
  • Sehr wichtig ist die Ummeldung. Zieht man mit dem Gewerbe um, sollte man nicht nur das Finanzamt, sondern auch das Gewerbeamt hiervon informieren. Das gleiche gilt für Pausenzeiten; ruht das Gewerbe, so ist man verpflichtet, beide Behörden hiervon in Kenntnis zu setzen. Verletzt man seine Informationspflicht, kann man mit einem Bussgeld belangt werden.
  • Achtung:Wird die Selbstständigkeit verschwiegen, droht immer ein Bußgeld. Dann fordert das Finanzamt Steuernachzahlungen. Kommt es ganz schlimm, wird das Einkommen rückwirkend - oft zum Nachteil des Gewerbetreibenden geschätzt.

Um ein Gewerbe anzumelden, sollte man - in Deutschland zumindest:

  • volljährig sein
  • seinen Wohnsitz innerhalb der EU haben
  • undnoch nicht straffällig geworden sein. Unabdingbare Voraussetzung ist, dass man fest in der Materie steht, entsprechende Lehrgänge absolviert hat mit bzw. ohne Prüfung, eine Ausbildung oder ein Studium.
  • Von großer Bedeutung ist die Wahl eines geeigneten Standorts genau wie in speziellen Fällen der Besitz eines Befähigungsnachweises bzw. div. Genehmigungen.
  • Die notwendigen Nachweise lassen sich in drei Kategorien unterteilen: die persönliche Zuverlässigkeit untersetzt man durch die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, eines Gewerbezentralregisterauszuges oder eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts.
  • Die sachlichen Voraussetzungen - also die wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit - weist man am besten durch Auszug aus dem Insolvenzregister und dem Zentralschuldenregister nach. Aufschluss gibt hier auch der erforderliche Zustand der Gewerberäume durch Bauzeichnung

  1. Den Gewerbeschein bekommt man bei der Gewerbemeldestelle des zuständigen Ordnungsamts oder der Komune. Der Antrag kann auch telefonisch angefordert oder aus dem Internet heruntergeladen werden. 
  2. Wichtig: Üben Sie die nebenberufliche Tätigkeit zu Hause aus, ist die Behörde Ihres Wohnorts zuständig. Kostenmäßig beläuft sich die Gewerbeanmeldung auf ca. 15 und 60 Euro. Das Gewerbe ist dort anzumelden, wo es ausgeübt werden soll.
  3. Das Gewerbeamt informiert automatisch das Finanzamt, die zuständige Berufsgenossenschaft, die Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer, das Amtsgericht (Handelsregister), das statistische Landesamt sowie das Gewerbeaufsichtsamt. Hier wird der Gewerbetreibende dann auch angemeldet. 
  4. Die Bestätigung der Gewerbeanmeldung erhalten man innerhalb von drei Tagen in Form des Gewerbescheins.
  5. Um jedem Ärger aus dem Weg zu gehen, ist es gut sich bei allen Ämtern vor bzw. zum Beginn der Selbständigkeit zu versichern, inwieweit alle erforderlichen Informationen vorliegen.

Kommentare