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Wie verhält man sich als neues Teammitglied am Arbeitsplatz?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Als neuer „Teamplayer“ ist es nötig, einige Spielregeln nicht aus den Augen zu verlieren.

Sich als neues Teammitglied an einem Arbeitsplatz wiederzufinden, kann aus unterschiedlichen Gründen geschehen: entweder tritt man gerade seinen ersten Job an, man hat sich weiterentwickelt, wurde zuvor „wegrationalisiert“, hatte einen befristeten Job, der nicht verlängert wurde oder man brauchte schlicht und einfach einmal wieder „Luftveränderung“ am Arbeitsplatz. Die Ursachen eines Job-Wechsels können vielfältig sein, aber so differenziert die Gründe auch sein mögen, was dabei dennoch konstant bleibt, ist das Verhalten, das man als neues Teammitglied am Arbeitsplatz an den Tag legen sollte: 

Als neuer „Teamplayer“ ist es nötig, einige Spielregeln nicht aus den Augen zu verlieren - sonst tappt man sehr schnell in manigfaltige, unangenehme Situationen, die einem lange nachhängen können. Allzu viel Transparenz und Gutgläubigkeit sind ebenso kontraindiziert, wie Total-Abschottung und Introvertiertheit, um mit Teamfähigkeit zu glänzen und sich zugleich nicht völlig zu entblättern, bevor man seine Kollegen besser kennengelernt hat.

  • Der erste Eindruck stellt sich in den ersten 7 Sekunden ein und entscheidet über anfängliche Sympathie oder Asympathie. 
  • Trotzdem muss man als neues Teammitglied locker und natürlich bleiben, denn Verkrampftheit kommt keineswegs gut an.

  • Zurückhaltung
  • Beobachtungsgabe
  • Feingefühl
  • Gutes Benehmen

  1. Als neues Teammitglied ist es meist wichtig, sich in der gesamten Abteilung – und je nach Größe des Unternehmens, auch in der gesamten Organisation – vorzustellen. Außerhalb der Abteilung möchte dies oft der Vorgesetzte übernehmen, innerhalb des Teams sollte man beim ersten Zusammentreffen selbst schnellstmöglich die Vorstellung vornehmen. Sich nicht vorzustellen, ist ein No-go, das den berühmten ersten Eindruck - der sich angeblich in den ersten sieben Sekunden einstellt - schnell vermiesen kann. 
  2. Sollte der eigene Arbeitsplatz unvollständig aufgerüstet sein, ist es nötig (zurückhaltend) darauf hinzuweisen, dass noch Gegenstände fehlen, warum sie benötigt werden und dass nötigenfalls etwas angeschafft werden muss. Keinesfalls sollten jedoch hochtrabende Forderungen schon im ersten Monat eingefordert werden, da dies ein schlechtes Licht auf einen wirft. 
  3. Anfangs sollte man andere nicht in den Boden reden. Des Weiteren sollte man Details über sich, lediglich Schritt für Schritt preis geben.
  4. Mit Gesprächen über persönliche Inhalte sollte man grundsätzlich wohldosiert umgehen. Man kennt seine Kollegen erst nach einiger Zeit etwas besser – oftmals entpuppen sich der eine oder die andere ganz anders, als man sie anfangs eingeschätzt hatte. In solchen Fällen möchte man unter Umständen nicht, dass diesen Menschen allzu private Dinge bekannt sind, zumal das private und das berufliche Umfeld ohnedies besser zu trennen sind. 
  5. Es gilt auch selbst Zurückhaltung bei Fragereien über private Sacherverhalte der Kollegen an den Tag zu legen. Ein neugieriges Ausfragen der Kollegschaft könnte aufdringlich und distanzlos wirken. 
  6. Tiefstapeln und Hochstapeln ist gleichermaßen als Verhalten für einen Neuling, aber auch für einen Routinee, fehl am Platze. Tiefstapeln verbindet der Vorgesetzte womöglich mit Inkompetenz - nur hat dieser einen gerade ausgewählt und möchte darin bestärkt werden, dass die Personalentscheidung die richtige war. Hochstapler und „Blender“ werden wiederum meist bald entlarvt und es wirkt unsympathisch, wenn jemand statt durch Leistung, lediglich mit „Schönrederei“ und "warmer Luft" glänzt. 
  7. Augen und Ohren auf, aber Mund zu: Beobachten und Zuhören sind angesagt. Um nicht in Fettnäpfchen zu steigen, sollte die Gepflogenheiten und der Usus im neuen Team schnellstmöglich ausgemacht werden. 
  8. Büroklatsch kann man sich anhören, sollte aber daran nicht teilnehmen. Auch ist es nicht klug, sich selbst negativ über jemanden zu äußern: Neutralität ist an dieser Stelle ein Muss, sonst landet die eigene Aussage womöglich im Handumdrehen beim Kollegen. 
  9. Um sich anfangs einen guten Ruf zu erarbeiten, ist es wichtig, überdurchschnittliches Engagement sowie Leistungs- und Lernbereitschaft zu zeigen. Natürlich soll es auf langfristig nicht zur Gewohnheit werden, dass „der neue Kollege“ immer mehr als alle anderen arbeitet. Sollte man sich auf langfristig ausgenutzt fühlen, muss man dies auch ansprechen. 
  10. In der ersten Zeit (und natürlich auch später) ist es unumgänglich, dass man mit Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit glänzt. Ein zu spät Kommen oder sich nicht an Zeitvorgaben sowie Termine zu halten, kann einen schlechten Ruf einfahren, den man nicht so schnell wieder los wird. 
  11. Als neuer Kollege ist es wichtig, den Dresscode einzuhalten. Immer over- oder underdressed zu erscheinen, führt dazu, dass man evt zum Außenseiter abgestempelt wird. Später, wenn man seinen Ruf gefestigt hat, ist das nicht mehr so eng zu sehen und man hat in der Garderobe auch etwas mehr Gestaltungsspielraum. 
  12. Für beschleunigtes Teambuilding, kann man natürlich zur Pausengestaltung auf seine Kollegen zugehen und aktiv Angebote zur gemeinsamen Pausengestaltung aussprechen. Doch auch bei kollektiven Pausen ist anfänglich Vorsicht geboten: meist bleibt es nicht aus, dass „der Neue“ in den Pausen - je nach Teamkultur - neugierig ausgefragt wird. Auch hier gilt: am Anfang nicht zu offenherzig mit privaten Inhalten umgehen und auch nicht böse über das letzte Unternehmen oder das letzte Team herziehen, da dies keineswegs verheißungsvoll wirkt. 
  13. Auch wenn es einem schwer fällt, da man als neues Teammitglied oft schnell Ineffizienzen in den Arbeitsabläufen ausmacht: man sollte sehr sparsam mit Kritik gegenüber den Arbeitsabläufen und der Abteilung umgehen. Es kann andere Menschen desillusionieren sowie kränken und sorgt anfangs nur für Unmut.

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