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Wieviel mehr Rente gibt es in Deutschland für Überstunden?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:29
Steigt eigentlich meine Rente, wenn ich Überstunden leiste?

Ist die Arbeit des Tages überstanden - vielleicht noch mit Überstunden, dann fragen sich viele Arbeitnehmer: Steigt eigentlich meine Rente, wenn ich Überstunden leiste?

Bitte beachten

  • Ja, Überstunden werden auf das Rentenkonto angerechnet.
  • Aber nur, wenn sie ordentlich abgeführt und angemeldet sind.
  • Arbeit an eigentlich freien Tagen (Feiertagen und Sonntagen) ist von der Sozialabgabe frei. Daher erhält der Arbeitnehmer für sie auch keine Rentenbeiträge
  • Alternativ können Arbeitnehmer sich die Überstunden nicht auszahlen lassen, sondern sie auf einem Zeitkonto gut schreiben und damit früher in Rente gehen. Dann werden die Überstunden trotzdem als geleistete Arbeit bei der Erhebung des Rentenbetrags angerechnet. Diese Option ist aber nicht in allen Betrieben möglich.

Ehrlich währt am längsten

Die kurze Antwort lautet, ja: Wenn die Überstunden ordentlich abgerechnet werden, dann werden sie auch in Deutschland mit den Sozialabgaben belastet und damit steigt der Rentenbetrag, den der Arbeitnehmer später erhält. Aber das gilt nur, wenn die Überstunden ordentlich abgerechnet wurden. Sollten sie nicht auf dem Lohnzettel oder in den Datenbanken des Unternehmens auftauchen, können sie logischerweise auch nicht angerechnet werden. 


Es gibt wie bei jeder Regel auch hier Ausnahmen. Sozialabgaben werden nur auf Überstunden fällig, wenn diese neben der regulären Arbeitszeit erfolgen. Also, wenn ein Arbeiter statt 8h mal 10h arbeitet. Aber auch das Arbeiten an eigentlich arbeitsfreien Tagen kann als Überstunden angesehen werden. Manchmal ist es betriebsbedingt notwendig, dass mal ein Sonntag oder ein Feiertag geopfert wird. Das gilt besonders im Handel für die Zeit dss Weihnachtsgeschäfts. Arbeiten an Sonn- und Feiertagen unterliegen nicht der Sozialabgabe. Daher wird für sie auch keine Rente angerechnet. 

Wie viel mehr Rente gibt es denn nun?

  • Zuerst wird der Basislohn ausgezahlt. Hier gehen wie gewohnt alle Sozialabgaben ab. Bei einem Lohn von 2.000 € brutto und einer Rentenversicherung von 9,45% wären das 189€, die an die Rentenkasse abgehen.
  • Damit ist es aber nicht überstanden, denn nun kommen die Überstunden dazu. Sie sind in Deutschland mit einem Aufschlag von bis zu 25% steuerfrei. Bei höheren Zuschlägen müssen wieder Sozialabgaben gezahlt werden. Bekäme der Arbeitnehmer also für 10 Überstunden mit einem Aufschlag von 25% 162,50€ zusätzlich, müsst auf diesen Zuschlag keine weiteren Sozialabgaben leisten. Bekäme er mehr, wäre der gesamte Betrag steuerpflichtig. Als Beispiel nehmen wir 170€. Davon wäre dann ein Rentenversicherungsbeitrag von 16,07€ abzuziehen.
  • Diese zusätzliche Summe wird auf dem Rentenkonto wie gewohnt angerechnet und zu der Summe gezählt, die der Arbeitnehmer im Rentenalter bekommen würde.
  • Wie viel mehr Rente er schließlich bekommt, hängt aber auch vom Eintritt des Rentenerwerbs ab und von möglichen Abschlägen. Das lässt sich pauschal nicht voraussagen. Mehr wird es aber in jedem Fall.


Zur weiteren Hilfe steht dieser Seite zur Verfügung. 

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