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Warum sind rote Haare selten? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:04
Rote Haare haben die Menschen schon immer fasziniert.
Da sie so selten vorkamen, wurden rothaarigen Menschen Hexenkräfte zugesprochen oder sie wurden diskriminiert. Gleichzeitig wurden sie auch für ihre Haarfarbe beneidet. Galierinnen und Römerinen ließen sich Perücken aus den roten Haaren der nordischen Sklavinnen anfertigen, und bis jetzt färben sich viele Frauen regelmäßig ihre Haare rot. Doch was ist der Grund dafür, dass rote Haare so selten vorkommen?

  • Das Land mit den meisten Rothaarigen ist Schottland. Dort haben ca. 14% der Bevölkerung das sogenannte "Ginger-Gen". In Kanada, USA, Australien und Neuseeland finden sich auch viele Menschen mit hellroten Haaren. Dies lässt sich auf ihre Nordeuropäische Abstammung zurückführen.
  • Doch auch in Indien und Pakistan gibt es Rothaarige. Diese haben jedoch meistens dunkelrote Haare.
  • Am seltensten kommen rote Haare in den asiatischen Ländern vor.
  • Rothaarige Menschen haben weniger Haare als Menschen mit anderen Haarfarben. So haben Rothaarige nur ca. 90.000 Kopfhaare, während andere Menschen zwischen 100.000 und 120.000 Haaren besitzen. Das ganze wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass rote Haare dicker sind.

Die seltene Haarfarbe

Der Ursprung der Menschheit liegt auf dem afrikanischen Kontinent. Da dort die Sonnenausstrahlung sehr stark ist, mussten Haut und Haare Schutzfunktionen bilden. Deshalb waren die Haare der Menschen dort überwiegend schwarz, die Haut sehr dunkel. Je weiter die Menschen in den Norden zogen, wo sie die Schutzfunktion des dunklen Farbtones nicht mehr benötigten, umso häufiger setzten sich genetische Veränderungen durch. Deshalb finden sich rothaarige und blonde Menschen vor allem im Norden Europas. Erklären lässt sich das folgendermaßen:

 

  • Die Farbe der Haare wird durch den Farbstoff Melanin geregelt.
  • Es gibt zwei Melaninarten: Eumelanin und Phäomelanin.
  • Eumelanin sorgt für braune und schwarze Haare.
  • Phäomelanin ist für rote und blonde Farbtönen zuständig.
  • Die dunklen Farbtöne überschatten hellere Farbtöne.
  • Die Bildung von Eumelanin wird durch das Gen MC1R gesteuert.
  • Bei Rothaarigen ist dieses Gen defekt, daher wird nicht genug Eumelanin gebildet.
  • Phäomelanin überwiegt in diesem Fall und die Haare bleiben hell.
  • Melanin regelt auch die Augen- und Hautfarbe. Deshalb haben viele Rothaarige helle Augen und helle empfindliche Haut.
  • Rote Haare werden rezessiv verärbt. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit ein rothaariges Kind zu bekommen am größten ist, wenn auch beide Eltern rothaarig sind. 
  • Dennoch können Menschen mit anderen Haarfarben auch rothaarigen Nachwuchs bekommen, wenn sie jeweils einen Vorfahren mit roten Haaren hatten und das Ginger-Gen in den späteren Generationen nur von dominanteren Genen "verdeckt" wurde.

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