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Was kann man gegen starkes Schwitzen tun?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:42
Schwitzen ist eine lebensnotwendige Funktion des Körpers zur Wärmeregulierung.
Steigt die Körpertemperatur über 37ºC, beginnt der Körper über die endokrinen und apokrinen Schweißdrüsen Flüssigkeit auszuleiten, die den Körper abkühlen soll. Bei normalen Temperaturen werden täglich 0,5 bis 0,7 Liter Flüssigkeit ausgeschieden, an heißen Tagen können es bis zu mehreren Litern sein.
Übermäßiges krankhaftes Schwitzen ist auf hyperaktive Schweißdrüsen zurückzuführen und wird als Hyperhidrose bezeichnet. Betroffene leiden auch psychisch sehr, wenn die “Klimaanlage” des Körpers verrückt spielt. Manche der betroffenen Personen leiden unter vermehrter Schweißbildung an Händen oder Füßen, manche auch am Kopf oder sogar am ganzen Körper.
Was können Betroffene gegen das äußerst unangenehme übermäßige Schwitzen tun?
Der Hausarzt klärt zunächst ab, ob es sich um eine sekundäre Hyperhidrose handelt und das übermäßige Schwitzen die Folge einer anderen Krankheit wie Diabetes, Tumorerkrankung, Schilddrüsenhormonstörung, Infektionskrankheit oder auch nur Folge einer ausgeprägten Stresssituation ist. In diesem Fall handelt es sich um eine sekundäre Hyperhidrose, die mit der Behandlung der ursächlichen Krankheit erfolgreich behandelt werden kann. Dazu zählt beispielsweise auch starkes Schwitzen in der Pubertät und in den Wechseljahren (Hormonumstellung).
Handelt es sich um eine primäre Hyperhidrose, stehen den Betroffenen folgende Produkte und Maßnahmen zur Bekämpfung des starken Schwitzens zur Verfügung.

Bitte beachten

Allgemeine Ratschläge:

  • keine scharfen Speisen, Kaffee und Alkohol
  • Tragen von Kleidung aus Baumwolle oder anderen Materialien, die die Flüssigkeit nach außen transportieren
  • Atmungsaktive Schuhe
  • Keine heißen Wannenbäder

Nichtoperative Maßnahmen:

  1. Topische Behandlungsmethoden mit Cremes, Tinkturen und Puder sowie adstringierenden Antitranspirantien wie Aluminiumchlorid-Deos, deren Salzkristalle die Ausgänge der Schweißdrüsen unter den Achseln verengen, damit sich die Schweißdrüsen zurückbilden.
  2. Injektionen mit Botulinumtoxin können die Reizübertragung an die Schweißdrüsen zeitlich begrenzt hemmen und so an den stark betroffenen Stellen für Linderung sorgen.
  3. Möglich sind auch verschreibungspflichtige Medikamente, die die Schaltstellen für das übermäßige Schwitzen im Gehirn blockieren. 
  4. Akupunktur und Akupressur sowie Kräuterbehandlungen mit Salbei bringen in vielen Fällen eine Verbesserung.
  5. Die Iontoporese wird bei starkem Schwitzen an den Händen und Füßen angewandt. Dabei werden die Hände bzw. Füße in eine mit Wasser gefüllte Wanne getaucht, in denen eine elektrische Gleichstrom-Spannung aufgebaut wird. Damit werden die Schweißdrüsen temporär verschlossen und das Schwitzen gehemmt.


Operative Maßnahmen:

  1. Bei der Achselsaugkürettage werden die Nervenenden zu den Schweißdrüsen durchtrennt und abgetragen. Die Erfolgsquote ist bei diesem Eingriff hoch.
  2. Die endoskopische Symphatikusblockade ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Nervenstränge blockiert werden, die die Impulse zum Schwitzen weiterleiten. Dieser Eingriff wird dann vorgenommen, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht zum gewünschten Ziel geführt haben. 


Alternative Behandlungsmethoden:

  1. Die regelmäßige Anwendung von Entspannungstechniken wie Yoga und Meditation kann das übermäßige Schwitzen ebenfalls positiv beeinflussen.
  2. Phytotherapeutika (Pflanzenheilmittel) wie Salbei, Eichenrinde und Walnussblätter haben ebenfalls eine positive Wirkung auf die Hyperhidrose. 

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