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Wie kann man Krampfadern vorbeugen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:48
Krampfadern, medizinisch „Varizen“ genannt, sind knotig erweiterte, sichtbare Venen.

Krampfadern, medizinisch „Varizen“ genannt, sind knotig erweiterte, sichtbare und geschwollene sowie geschlängelte Venen, die zumeist an den Beinen auffindbar sind. Schätzungen zufolge weist ca. ein Drittel der Erwachsenen kleine Krampfadern oder Besenreißer in zumindest einem Venensegment auf. Erste sichtbare Schäden zeigen sich bei Betroffenen mit etwa 30 Jahren. Manche Untersuchungen legen Ergebnisse dar, wonach Frauen drei mal so häufig von Krampfadern betroffen sind wie Männer, andere sprechen von jeder zweiten Frau und jedem vierten Mann. Neben unschönen kosmetischen Venenzeichnungen bergen Krampfadern auch gesundheitliche Risken, wie eine Entzündung oder die Bildung und das Loslösen von Blutgerinnseln.

  • Bei Krampfadern lässt sich zwischen primären und sekundären unterscheiden. Primäre Krampfadern stellen die häufigere und harmlosere Form des Venenleidens dar. In dieser Situation sind die Venen nur im oberen Venensegment betroffen. 
  • Bei sekundären Krampfadern liegen schwere Durchblutungsstörungen zugrunde, wegen derer das Blut nicht zurückfließen kann und sich so im Bein zurück staut: beispielsweise können Ablagerungen an der Gefäßwand oder Blutgerinnsel (medizinisch „Thrombosen“) eine Ursache hierfür darstellen. 
  • Sonstige Ursachen für die Entstehung von Krampfadern sind: Einnahme der Pille, körperliche Inaktivität, Übergewicht, stehende Arbeit, erbliche Bindegewebsschwäche. Auch eine sitzende Tätigkeit begünstigt auf Dauer, sofern keinerlei Ausgleichssport betrieben wird, Krampfadern. 
  • Das „Absacken“ des Blutes in die Beine, bewirkt eine Ausübung von Druck auf die Bein-Venen-Gefäßwand, weshalb es zu unschönen knotigen Ausbuchtungen und Durchblutungsstörungen in den Beinen kommt. 
  • Durch eine Anregung der „Venenpumpe“ wird der Rückfluss des Blutes aus den Beinen zum Herzen angeregt und kann auf diesem Wege den Druck auf die Gefäßwand nehmen.

  • Equipment für die jeweilige Sportart der Wahl, wie Laufschuhe oder Nordic Walking Stecken
  • Flaches, bequemes Schuhwerk für untertags
  • Kaltes Wasser
  • Strümpfe/Strumpfhosen mit Kompressionseffekt
  • Venengels und Venenmittel

Die folgenden Methoden eignen sich sowohl als Verhaltensmaßnahme, wenn bereits erste Krampfadern aufgetreten sind, als auch zur Krampfadernvorbeugung. 

  1. Das Non plus Ultra im Kampf gegen Krampfadern stellen Sportarten dar, welche die Venenpumpe anregen: 
  2. Radfahren, Laufen, Schwimmen, Nordic Walking, Wandern, Langlaufen, Gymnastik, Schifahren und Eislaufen. Demgegenüber nicht zu empfehlen sind Tennis, Squash und Snowboarden da hierdurch zusätzliche Belastungen auf das Venensystem einprallen. 
  3. Als fester Grundsatz gilt: lieber Laufen und Liegen, als Stehen und Sitzen. Sitzen ist jedoch immer noch besser als zu stehen. Abends sollten die Beine konsequent hoch gelagert werden und nicht mehr nach unten hängen (z.B. während des Lesens oder Fernsehens). 
  4. Mit überkreuzten Beinen zu sitzen ist kontraindiziert, da es den Blutfluss regelrecht „abzwickt“. Besser ist es, die Beine elegant nebeneinander zu stellen. 
  5. High Heels – so schick sie im Büroalltag aussehen mögen – sind leider förderlich für die Bildung von Krampfadern. Wenn es aus beruflichen Gründen nicht anders geht: bequeme Schuhe unter den Schreibtisch stellen und nur für Wege außerhalb des Schreibtisches in das hohe Schuhwerk steigen. 
  6. Effektiv im Kampf gegen Krampfadern sind das Abduschen mit und das Waten in kaltem Wasser (z.B. in der Badewanne), da es ein Zusammenziehen der Venenwände und der Muskulatur bewirkt. Dies regt den Rückfluss des Bein-Venen-Blutes an. 
  7. Massagen der Beine mit den Händen oder Massagehandschuhen von den Füßen weg in Richtung Herz, unterstützen hilfreich den Blutfluss und reduzieren so den Druck auf die Gefäßwand der Beinvenen. Dies kann in Kombination mit Venengels oder Venenmitteln durchgeführt werden. 
  8. Im (Arbeits-)Alltag sollte möglichst oft die Bein-Muskelpumpe betätigt werden: dies kann durch das Wippen mit den Beinen, durch das rasche Heranziehen und Senken der Vorfüße und durch Radfahren in der Luft erreicht werden. 
  9. Sofern man untertags bereits Schmerzen in den Beinen wahrnimmt und abends eine leichte Schwellung bemerkt, kann man zeitweise durch das Anziehen von Strümpfen/Strumpfhosen mit Kompressionseffekt Abhilfe schaffen. 
  10. Kompressionsstrümpfe sind auch dann zur Vorbeugung von Krampfadern empfohlen, wenn man zum Beispiel im Vorfeld weiß, dass man einen „stehenden Tag“ vor sich hat (beispielsweise ein Tag an einem Messestand).
  11. Sonnenbaden begünstigt Schwellungen in den Beinen und sollte somit unterlassen oder auf ein Minimum reduziert werden. 
  12. Bei Übergewicht sollte wenn möglich „abgespeckt“ werden. Diese massiven Lasten, welche die Beine zu tragen haben, sorgen für zusätzlichen Stau in den Waden. 
  13. Wenn Krampfadern bereits aufgetreten sind, kann neben alternativen Methoden eine Verödung (nach Injizieren eines Mittels wird die Gefäßwand verklebt und die Vene verschlossen) oder ein Venenstripping (operative Entfernung von oberflächlichen Krampfadern) durchgeführt werden.

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