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Letztes Update am 12.12.2014, 15:34
Warum Buchvorlieben mehr über Menschen aussagen, als man meinen könnte.

Die Weihnachtszeit ist auch Geschenkezeit. Bücher gehören dabei zu den absoluten Geschenkeklassikern. Wer ein Buch schenkt, sollte sich in sein Gegenüber hineinversetzen. Denn Buchvorlieben sind auch ein Spiegel der Persönlichkeit.

Lesen formt die Persönlichkeit:

Die moderne Neuropsychologie geht davon aus, dass die neuronale Architektur eines Menschen vorbestimmt, wie wir uns verhalten und wer wir sind. Wir können unsere Persönlichkeit aber verändern – neue Erfahrungen und unsere Umwelt beeinflussen unseren Charakter.


Solche neuen Erfahrungen können auch Bücher liefern. Immer und immer wieder. Unser Leseverhalten beeinflusst, wer wir sind. Und unsere Persönlichkeit gibt vor, was wir gerne lesen. „Gesichter sind die Bücher des Lebens“, wusste der italienische Filmemacher Federico Fellini. Drastischer formulierte es umgekehrt der deutsche Professor Georg Lichtenberg: „Ein Buch ist ein Spiegel. Wenn ein Affe hineinsieht, so kann ein Apostel herausgucken.“

 
Lesen heißt, so auch der portugiesische Dichter Fernando Pessoa, durch fremde Hand zu träumen. Wer Bücher schenkt, kann dem Gegenüber gleich Persönlichkeitsbildung übermitteln. Man sollte sich also vorab über Präferenzen, Wünsche und Ziele der beschenkten Person gut informieren. Doch was sagen die Lesevorlieben nun genau über die Persönlichkeit eines Menschen aus?

Sag mir, was du liest und ich sage dir wer du bist:

George Orwells Satire-Klassiker ‚Farm der Tiere‘ beispielsweise, erfreut sich großer Beliebtheit und hat enorme gesellschaftliche Relevanz. Orwells Novelle adaptiert die Strukturen der Sowjet-Diktatur gekonnt auf das Tierreich. Die Leserschaft dieses Buches vereint sowohl politisches Interesse, als auch das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit.


Wer sich gerne mit wissenschaftlicher oder wirtschaftlicher Fachliteratur auseinandersetzt, ist generell eine karriereorientierte Persönlichkeit und möchte sich dadurch gleich selbst weiterentwickeln. Doch auch, wer sich lieber mit weniger tiefgründiger Literatur begnügt, kann diese Eigenschaften aufweisen und sich gleichermaßen als humorvoller Mensch darstellen.


Wer hingegen das Drama, Krimi oder Fantasy als sein Lieblingsgenre definiert, möchte Abenteuer erleben. In eine andere Welt eintauchen. Eskapismus betreiben. Nicht selten kann man sich dann mit den Buchcharakteren besonders gut identifizieren. Ist der Beschenkte hingegen eher der visuelle und kreative Typ, kommen vor allem Bildbände in Frage. Bilderbücher für Erwachsene sozusagen. Für den „Familienmensch“ gibt es wiederum spezielle Familienromane. Sie sehen schon, die Welt der Bücher ist schier grenzenlos und hat für alle Persönlichkeitstypen etwas auf Lager.


Die beliebtesten Bücher im deutschsprachigen Buchhandel sind übrigens, laut dem Statistikdienst Statista, verschiedene Art des Romans. Dahinter folgen Jugendbücher, Ratgeber sowie das Sachbuch. Christkind und Weihnachtsmann können wieder aus dem vollen Schöpfen und für jeden Typ das richtige Buch besorgen.