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Abnehmen extrem: So geht's mit der Nulldiät

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:29
Die radikalste aller Diäten führt tatsächlich zu einer schnellen Gewichtsreduktion.
Wer dem eigenen Körper jedoch jegliche Form von fester Nahrung und somit auch wichtige Nährstoffe verweigert, sollte sich im Klaren darüber sein, was er sich und seinem Körper damit antut. Neben dem erwünschten Gewichtsverlust ist diese Diät mit vielen gesundheitlichen Risiken verbunden.

Die Nulldiät - Definition und Wirkung

Verzicht

Wie der Name schon sagt, ist diese Diät durch den völligen Verzicht von fester Nahrung gekennzeichnet. Lediglich kalorienarme Getränke wie beispielsweise Wasser und Kräutertees und teilweise auch Nahrungsergänzungsmittel sind erlaubt. Je nach „Ernährungsplan“ werden bei dieser Diät maximal 300 kcal am Tag aufgenommen, was schnell zu einer Gewichtsreduktion führt. Jedoch wird neben Fettgewebe hauptsächlich Muskulatur abgebaut, was schnell zu ernsthaften körperlichen Problemen führen kann.
Eine Nulldiät ist nicht dem Fasten oder Heilfasten gleichzustellen. Während bei einer Diät immer der Gewichtsverlust das oberste Ziel ist, hat das Fasten oft religiöse Hintergründe. Hierbei sollen sowohl Körper als auch Seele gereinigt werden. Beim Heilfasten wiederum steht die Regeneration des Körpers und dessen Entgiftung im Mittelpunkt. Anders als die Nulldiät sind beide Formen des Fastens als medizinische Therapie durchaus anerkannt.


Der Körper
Der menschliche Körper passt sich relativ schnell an die neue Situation an. Da ihm wichtige Nährstoffe vorenthalten werden, fängt er an, eigene Energiereserven zu verwerten. Um die Funktionen von Hirn, Herz und Nieren aufrechtzuerhalten, werden nacheinander Kohlenhydrate, Fette und Proteine (sprich Muskulatur) abgebaut. Dies führt zwar zwangsläufig zu einer Gewichtsreduzierung, ist für den Körper aber alles andere als Gesund.
Der Körper stellt seinen kompletten Stoffwechsel um. Nach ungefähr acht bis zehn Tagen wird der Grundumsatz gesenkt und der Stoffwechsel verlangsamt. Neben dem Abbau von eigenen Stoffen widmet sich der Körper vermehrt der Synthese von Ketonkörper wie Aceton, was letztendlich zu einer Gicht führen kann. Generell wird der Stoffwechsel auf Sparflamme gehalten, was unter Umständen zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwäche und Konzentrationsstörungen führt. 
Wie bei jeder Diät ist auch bei der Nulldiät der größte Feind der JoJo-Effekt. Ernährt man sich nach einem völligen Nahrungsverzicht wieder normal, so kommt es rasch zu einer Gewichtszunahme. Der Körper lagert das Fett jedoch jetzt viel effizienter ein, da er sich für eine etwaige neue Hungerperiode wappnen möchte. Aufgrund dieses JoJo-Effektes kommen viele leider zu dem Trugschluss, erneut hungern zu müssen und geraten dadurch schnell in eine Spirale, welche letztendlich in eine ernsthafte Essstörung führen kann.

 

Positives:

Trotz der Risiken kann man durch eine Nulldiät durchaus auch positive und eventuell spirituelle Erfahrungen sammeln. Darüber hinaus kann der Verzicht von Zusatz- und Giftstoffen dafür sorgen, dass das Gespür für Essen und Trinken geschärft wird. Dennoch sollte man sich immer den Risiken und Gefahren bewusst sein. 
Wer sich dennoch geistig und körperlich gesund genug fühlt, sollte eine Nulldiät immer unter ärztlicher Aufsicht und einem von vornherein klar definierten Zeitrahmen durchführen.

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