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Letztes Update am 06.07.2015, 11:49
Apps und moderne Techniken haben auch schon in unseren Morgenablauf Einzug gehalten.

Die Technik hat nicht nur in unseren Alltag Einzug gehalten, sondern wird von so manchem auch schon in den frühen Morgenstunden etwas überstrapaziert. Der Morgen 2.0 beginnt mit Mail, Facebook und so weiter, wo aber bleibt die Zeit für uns?

Hektischer Morgen 2.0

Das Handy, das den Wecker laut einer Studie von Marketagent.com schon bei 57,8 Prozent der Österreicher abgelöst hat, schrillt durch das Schlafzimmer. Nach einigen Versuchen, den Schlaf dank „Snooze“-Taste noch etwas in die Länge zu ziehen, verrät ein Blick auf die iWatch, wie es um die persönlichen Körperfunktionen steht. Bin ich schon bereit, aufzustehen? Wie schnell schlägt mein Herz? Welches Frühstück lässt mein Kalorienstand zu? Es klingt absurd, doch die moderne Technik hat bereits so weit in unseren Alltag Einzug gehalten, dass oftmals sogar noch im Bett die Wetterbedingungen des Tages gecheckt werden, das erste morgendliche Selfie im buchstäblichen „Out-of-bed-look“ auf Facebook und Instagram gepostet wird und den Lieben per WhatsApp über den derzeitigen Gemütszustand Bescheid gegeben wird. Gespannt verharrt dabei der Blick auf die Anzahl der Häkchen unter der Nachricht. Färbt es sich blau, haben sie meine Mitteilung schon gelesen?

Der digitale Ratschlag

Schnell die Zähne geputzt und geduscht - unser Hygiene-App sagt uns natürlich, wann wir genug geschrubbt haben - stellt sich die Frage nach dem Tagesoutfit. Hier kommen Facebook, Twitter und Instagram wieder gerade recht, der Style der Stars ist hier besonders leicht zu finden. Dann der Schock: Die analoge Uhr bleibt leider nicht mit Nachsicht auf unsere digitalen Bedürfnisse stehen, sondern hat ihre Zeiger schonungslos weiter bewegt. Gut, dass der Kaffee per Knopfdruck fließt und die Mails in aller Eile gecheckt werden können. Zum Frühstück kommt ein Müsli á la „iMuesli“ auf den Tisch, einer App, für alle, denen es morgens schwer fällt, ihr Müsli zusammen zu stellen. Am Handy kann man dabei zusehen, wie sich die Zutaten zu einem schmackhaften (?) Brei vermischen. Danach muss man sich freilich trotzdem selber in die Küche stellen, um die Anleitung auch in die Tat um zu setzen. Klingt bizarr? Ist es auch. In einem Artikel der Zeitschrift „Scientific American“ wird das Internet mit der „externen Festplatte“ des Gehirns verglichen. Das digitale Verhalten, das so mancher schon am Morgen an den Tag legt, unterstützt diese These. Zwar sollen Apps und Co zeitsparend funktionieren, doch die Ruhe, die wir morgens so dringend brauchen würden, um uns auf den Tag einzustimmen, kann rauben sie uns zur Gänze.


Und einmal ganz ehrlich: Einige Minuten ohne Hektik bei einer heißen und gut riechenden Tasse Kaffee sitzen, während man sich Butter auf den Toast streicht und die Zeitung in aller Ruhe studiert - das Lebensgefühl, das ein solcher Moment bietet, ist durch kein einziges App ersetzbar.

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