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Der Bio-Trend im Visier: Ist überall Bio drin, wo Bio drauf steht?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Der Bio-Markt, der sich durch diese Nachfrage in den letzten Jahren entwickelt hat ist vielseitig und so haben die Bio-Produkte auch schon Einzug in die...

Der Bio-Trend ist nicht erst mit dem aktuellen Interesse vieler Menschen an Veganismus & Co entstanden, denn schon seit mehreren Jahrzehnten gibt es ein Bewusstsein für Naturkost und Bioprodukte. Doch noch nie zuvor war dieses Bewusstsein so breit angelegt und verbreitet, wie in der heutigen Zeit, in der sich jeder gesund und ausgewogen ernähren möchte.

 

Generell ist die Diskussion rund um das Thema Bio-Produkte immer von Angebot und Nachfrage geleitet, denn bevor große Supermarktketten den Lebensmittelmarkt eingenommen haben und dadurch kleine Geschäfte und lokale Anbieter vorübergehend vom Markt verdrängt haben, bestand kein Bedarf danach sich Bioprodukte bewusst zu kaufen. Da der Großteil der angebotenen Lebensmittel ohnehin Bioprodukte waren und importierte Waren als Luxus galten. Doch heute besteht am Lebensmittelmarkt ein regelrechter Overkill, an durch künstliche Aromen etc. angereicherten Lebensmitteln, sodass sich ein großer Teil der Bevölkerung dafür interessiert, nachhaltig und im besten Fall regional (saisonal) einzukaufen.

 

Der Bio-Markt, der sich durch diese Nachfrage in den letzten Jahren entwickelt hat ist vielseitig und so haben die Bio-Produkte auch schon Einzug in die Regale der großen Supermarktketten gefunden. Doch ist überall Bio drin, wo Bio drauf steht?

Übersicht: Saubere und schmutzige Lebensmittel

  • Eine us-amerikanische Umweltorganisation, die Environmental Working Group, stellt jährlich eine Liste der Obst- und Gemüsesorten zusammen, die man am wenigsten essen sollte und filtert gleichzeitig auch die Lebensmittel heraus, die am besten sind.
  • Das Ergebnis wird unter dem „Dreckigen Dutzend“ und den  „Sauberen 15“ von ihr zusammengefasst.
  • Zum „Dreckigen Dutzend“ zählen nicht nur Äpfel, Paprika, Erdbeeren, Nektarinen, Weintrauben, Sellerie sondern auch Salat, Gurken, Kartoffeln und Heidelbeeren.
  • Die „Sauberen 15“ werden dabei von Zwiebeln, Mais, Ananas, Avocados und Weißkraut angeführt und durch Erbsen, Spargel, Mangos, Auberginen, Kiwis, Butter- und Wassermelonen, Süßkartoffeln, Grapefruits und Pilzen ergänzt.
  • Bei denjenigen Lebensmitteln, die unter dem „Dreckigen Dutzend“ zusammengefasst sind, ist es also dringend zu empfehlen auf regionale und dadurch nur saisonal-vorhandene Produkte zurückzugreifen.

Das Bio-Gütesiegel

Vorweg ist festzuhalten, dass am österreichischen Lebensmittelmarkt gilt: Wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin. Denn hinter dem Gütesiegel Bio, steht bei jedem Produkt eine strenge Reglementierung und Lebensmittelverordnung. Seit dem Jahr 2012 gibt es sogar ein einheitliches EU-Bio-Gütesiegel, dass den Bio-Markt transparenter machen soll und für staatenübergreifende Vereinheitlichung was Bio-Produkte betrifft, sorgen soll.

 

Das EU-Bio-Siegel ist an einem geschwungenen Blatt erkennbar, das von zwölf Sternen gerahmt wird.

 

Gütesiegel-Garantie bekommt man hier allemal, da das Siegel sicherstellt das 95% der Inhaltsstoffe der Bio-Lebensmittel aus einem zertifizierten Bio-Landbetrieb kommen. Hierdurch ist auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger reglementiert, sowie der Einsatz von Geschmacksverstärkern, künstlichen Aromen und Farbstoffen ausgeschlossen.

 

Die Bio-Produkte müssen also völlig frei sein von chemisch-synthetischen Zusatzstoffen. Jedoch sind nicht alle Bio-Produkte auch gleichzeitig ganz frei von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, die Liste ist jedoch sehr viel reglementierter, als bei herkömmlichen Produkten. Außerdem muss zusätzlich bedacht werden, dass im Boden, in der Luft etc. bereits Schadstoffe enthalten sind, die den Schadstoffgehalt der Bio-Produkte natürlich beeinflussen können. Jedoch kann man hier mit Spuren von Pestiziden im Wert von 0.011 Milligramm pro Kg ausgehen, während diese Zahlen bei herkömmlichen Produkten meist ca. 80 Mal so hoch sind.

 

Auch der Einsatz von Zusatzstoffen unterliegt bei Bio-Produkten einer strengen Reglementierung, doch ist er nicht gänzlich verboten. Zur Haltbarmachung bestimmter Produkte, ist ihr Einsatz erlaubt. Bio-Lebensmittel sind aber grundsätzlich frei von Farbstoffen, Süßstoffen, Stabilisatoren und Geschmacksverstärkern.

 

 

Bio versus konventionelle Produkte

Heutzutage hat man das Verständnis, zu einer ausgewogenen Ernährung gehöre es auch, sich mit Bio-Produkten zu ernähren. Nicht immer müssen Bio-Produkte was ihren Nährstoffgehalt betrifft auch besser sein, als herkömmliche Lebensmittel. Die Meinungen sind hier sehr geteilt und belegt bzw. wiederlegt ist schon fast alles worden.

 

Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass Bio-Produkte umweltschonender sind als herkömmliche Waren. Durch die kürzeren Transportwege von regionalen Produkten wird die Umwelt weniger stark belastet. Davon abgesehen sollte man den wirtschaftlichen bzw. hier sogar sozialen Effekt des Einkaufs bei einem regionalen Hersteller nicht vergessen, da hierdurch der heimische Markt gestärkt wird.

Ein ebenfalls wichtiger Unterschied wird von vielen vor allem im Geschmack der regionalen Lebensmittel erkannt, da die kürzeren Transportwege auch diesem nicht schaden und das Gemüse zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden kann, während es bei Importprodukten meist noch in rohem Zustand geerntet wird, um die Fahrt einigermaßen zu überstehen. Nicht selten kommt es aber dazu, dass importierte Produkte im Supermarktregal bereits schimmeln, was verdeutlicht, dass sie ihren Zenit damit schon lange überschritten haben.

 

Entscheidet man sich also für den Kauf von Bio-Produkten, tut man damit nicht nur seinem eigenen Organismus etwas Gutes, sondern auch der Umwelt und der heimischen Wirtschaft. Kauft man die Bio-Lebensmittel nicht nur beim Diskonter, bei dem man sich aber größtenteils auch darauf verlassen kann, dass Bio gleich Bioqualität bedeutet, sondern geht in den nächsten regionalen Bio-Laden dafür, hat der Einkauf nicht nur einen Effekt für Gesundheit und Wohlbefinden, sondern auch für das soziale Gewissen.

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