Foto: Shutterstock.com / Eine Nulldiät hat mehr Nachteile als Vorteile

Die Nulldiät - Vorteile und Nachteile

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:29
Die Nulldiät ist der vollständige Verzicht auf feste Nahrung mit dem Ziel einer schnellen Gewichtsreduktion.
In dieser Zeit sind nur kalorienfreie Getränke erlaubt, wie Mineralwasser und ungesüßter Tee. Bei einer „Softvariante“ der Nulldiät können auch Gemüsesäfte und Gemüsebrühe getrunken werden. Diese radikale Diät hat mehr Nachteile als Vorteile, da wichtige körperliche Reserven und Muskulatur angegriffen werden und es zum schnellen Jo-Jo-Effekt kommt.

Nulldiät und Fasten

Ärzte und Ernährungswissenschaftler sprechen sich grundsätzlich gegen eine Nulldiät zur Gewichtsreduktion aus. Anders ist die Haltung zum Heilfasten. Fasten und Radikaldiät unterscheiden sich vorwiegend durch eine unterschiedliche Zielstellung. Während es bei dem gänzlichen Verzicht auf feste Nahrung und Kalorien bei der so genannten Diät nur um Gewichtsabbau geht, dient das Fasten eher mentalen Zielen. Insbesondere das Heilfasten wird in der Regel unter ärztlicher oder naturärztlicher Aufsicht durchgeführt. Bei Fastenkuren stehen dabei mentale Übungen und körperliche Fitness gleichzeitig auf dem Programm. Beim Heilfasten werden Vitamine und Vitalstoffe auch über flüssige Nahrung, wie Obstsäfte, Gemüsesäfte und mehr aufgenommen. Bei der Hungerdiät sollen Mängel oft durch Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden, die vom Körper jedoch anders verwertet werden.

Vorteile und Nachteile der Nulldiät

Genau genommen handelt es sich bei Nulldiät nicht um eine Diät im eigentlichen Sinne. Eine Diät setzt voraus, dass eine bestimmte Ernährungsweise, entweder aus gesundheitlichen Gründen oder zur Gewichtsreduktion, durchgesetzt wird. Bei der Null-Nahrungsaufnahme handelt es sich jedoch nicht um eine Ernährungsweise, sondern um radikalen Nahrungsverzicht. Aus medizinischer und ernährungswissenschaftlicher Sicht gibt es keine Vorteile bei der Null-Kalorien-Kur.

 

Der einzige Erfolg, der sich zeigt, ist die schnelle Gewichtsabnahme. Dieser Erfolg wird jedoch nicht durch Dauerhaftigkeit belohnt, da der Körper anschließend bei normaler Ernährung sehr schnell wieder Gewicht aufbaut. Dagegen sind die Nachteile einer solchen Hungerkur vielfach massiv. Auch wenn der menschliche Körper etwa einen Monat ohne feste Nahrung auskommen kann, hat dies immer gesundheitliche Konsequenzen. Dem Organismus fehlen wichtige Nährstoffe. Während die Fettreserven erst spät angegriffen werden, holt sich der Organismus benötigte Kohlenhydrate, Proteine und andere Nährstoffe aus der Muskulatur und anderen Reserven.

 

Evolutionär ist der Körper darauf eingestellt, seine Fettreserven in Hungerzeiten zu pflegen und zu schützen und geht eher an die Energiereserven. Totaler Nahrungsverzicht geht vielfach mit Ermüdung, Konzentrationsschwäche, Abbau der Vitalität, vielfach auch Verschlechterung des Hautbildes, stumpfen Haaren und brüchigen Nägeln einher. Ein innerlich aufbauender Vitalquell ist diese so genannte Diät also nicht. Der sehr schnelle Gewichtsverlust ist nicht auf einen schnelleren Fettabbau, sondern auf hohe Flüssigkeitsausscheidungen und Abbau an der Muskulatur zurückzuführen. Fettpolster sind während einer kurzen Hungerphase eher hartnäckig. Eine zu lange Fortführung des Hungerns führt zwar zu vermehrtem Fettabbau, aber auch zu Mangelerscheinungen.

 

Der Jo-Jo-Effekt

  • Die Evolution hat den Körper Hungerzeiten zu fürchten gelehrt. 
  • Die Hungererfahrung bewirkt, dass Nährwerte anschließend noch wirksamer gespeichert werden. Die unerwünschten Polster wachsen also nach dem Hungern besonders schnell.
  • Selbst bei geringeren Nahrungsmengen kann es zur schnellen Gewichtszunahme kommen.
  • Zudem kommt es häufig nach der Null-Phase zu Heißhungeretappen. Jedes Kilo mehr enttäuscht und hinterlässt das Gefühl, versagt zu haben und nichts gegen das Übergewicht tun zu können. Sinnvoller ist eine systematische Ernährungsumstellung zur langfristigen bleibenden Gewichtsreduktion.

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