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Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Pizza kennt und liebt (fast) jeder - Aber ob sie wirklich von den Italienern erfunden wurde darf bezweifelt werden...

Wenn es so etwas wie einen Titel für das beliebteste und berühmteste Gericht der Welt gäbe, dann wäre ein ganz großer Favorit mit Sicherheit die allseits geliebte Pizza. Egal, wo man auch her kommt, welche Sprache man spricht und welcher Kultur man angehört – Pizza kennt jeder. Aber wer hat’s denn nun eigentlich erfunden?

Die Geschichte der Pizza:

Die Griechen zauberten bereits 800 v. Chr. Teigfladen, die der heutigen Pizza sehr ähnlich waren.
Die Griechen zauberten bereits 800 v. Chr. Teigfladen, die der heutigen Pizza sehr ähnlich waren. Foto: Shutterstock.com
  • Nein, diesmal waren’s nicht die Schweizer! Auch wenn sie sich die Erfindung des Kräuterbonbons anheften wollen, die Pizza kommt aus südlicheren Hemisphären.
  • Aber wer war es dann? „Die Italiener“, werden die meisten behaupten, unwissend, dass sie dabei einem Irrglauben aufsitzen.
  • Geht es nach einigen Historikern und Archäologen, trägt die Pizza ein griechisches Herkunfts-Etikett. Das würde auch die Entstehung des Namens plausibel erklären. So leitet sich die Pizza eigentlich von dem griechischen Wort für Fladenbrot, „Pita“, ab. Und betrachtet man es genau, ist die Pizza ja im Grunde nichts Anderes als ein belegtes, und im Steinofen gebackenes Fladenbrot.
  • De facto waren es also tatsächlich die Griechen, die etwa um 800 v. Chr. einen Teigfladen, bestehend aus Mehl, Wasser und Salz, belegt und anschließend im Ofen gebacken haben.

Wie die Pizza nach Italien gelangte:

Der italienische Pizza-Klassiker, die Margarita, ist in den dortigen Nationalfarben gehalten.
Der italienische Pizza-Klassiker, die Margarita, ist in den dortigen Nationalfarben gehalten. Foto: Shutterstock.com
  • Als die Pizza ihren Einzug in Italien hielt, war das keines Falls ein Zufall, noch war es ein Akt des freundlichen kulinarischen Austausches.
  • Um rund 200 v. Chr. starteten die Etrusker einen Angriff auf das damalige Rom und besetzten es. So kamen die Italiener erstmals in Berührung mit dem schmackhaften, runden und belegten Teigfladen.
  • Aufgrund der europaweiten römischen Feldzüge fand auch die Pizza Einzug in die Küchen zahlreicher anderer europäischer Nationen. Allzu beliebt war sie aber keines Wegs – so galt sie doch als Speise der Armen und wurde von Leuten, die etwas auf sich hielten, gemieden.
  • Aber gerade die arme Bevölkerung war es, die die Pizza zu dem machte, was sie heute ist. Um 1520 n. Chr. fand nämlich die südamerikanische Tomate ihren Weg nach Rom. Aufgrund der verdächtig wirkenden roten Farbe, hielten die Italiener das Gemüse allerdings für giftig. Geplagt von Hunger, versuchten es dann ein paar Bauern trotzdem und belegten das sonst trockene Fladenbrot mit aufgeschnittenen Tomaten. Und siehe da, die Geburtsstunde der Pizza ward gekommen.

Von der Armenspeise zum internationalen Klassiker:

Das italienische Neapel ist traditionell für Pizza bekannt und kann die erste Pizzeria überhaupt vorweisen.
Das italienische Neapel ist traditionell für Pizza bekannt und kann die erste Pizzeria überhaupt vorweisen. Foto: Shutterstock.com
  • Aller Anfang ist schwer und so hatte es auch die Pizza von Beginn an nicht leicht. Denn dass Tomaten essbar sind, war vorerst nur den Italienern klar. Im restlichen Europa hielt man die Tomate noch für eine hübsche Zierpflanze.
  • Schon bald aber sollte sich die Pizza aus ihrem Schattendasein befreien. Als 1889 dann König Umberto zu Besuch nach Neapel kam, hörte er von dieser schmackhaften Speise der Armen und wollte sich selbst davon überzeugen.
  • So wurde der Pizzabäcker Raffaele Esposito beauftragt, eine Pizza in den Königspalast zu liefern. Zu damaligen Zeiten war es nämlich undenkbar, dass der König und seine Gemahlin gemeinsam mit dem gemeinen Volk speisten.
  • Und weil Esposito etwas von seinem Handwerk verstand, kreierte er eine Pizza in den Nationalfarben Italiens und nannte diese dem Namen der Königin nach: „Pizza Margherita“.
  • Dieser Moment sollte sich als geschichtsträchtig erweisen, denn bei Königin Margherita wurde eine Leidenschaft für Pizza geweckt. Und so wurde es auch für den Adel annehmbar, dieses Gericht zu konsumieren.
  • Die erste Pizzeria wurde in Neapel im Jahr 1830 geöffnet. Die Pizza-Öfen von Port Alba backen bis heute.  

Bis heute ein Riesenerfolg:

Auch der amerikanische Fast-Food-Markt hat die Pizza längst für sich entdeckt.
Auch der amerikanische Fast-Food-Markt hat die Pizza längst für sich entdeckt. Foto: Ken Wolter / Shutterstock.com
  • Wenn man die lange Tradition dieses Gerichtes betrachtet, möchte man meinen, sie würde im Laufe der Jahrhunderte verstauben. Die weite Verbreitung und die unfassbare Beliebtheit dieser Speise beweisen jedoch tagtäglich das Gegenteil.
  • Schon seit 1950er gibt es in den USA Fast-Food Ketten, die sich auf Pizza spezialisieren. Kurz danach, in 1960er Jahren, kam die erste Tiefkühl-Pizza auf den amerikanischen Markt.
  • Wer Lust auf Pizza verspürt, kann, egal in welcher Stadt er sich gerade befindet, oder wie spät es ist, eine bestellen oder essen gehen. Kaum ein anderes Gericht hat es geschafft, so allgegenwärtig und verbreitet zu sein.
  • Und in Zeiten des Internets kann man die Pizza auch online bestellen. Die Zahlen sprechen für sich: Der Lieferdienst Mjam etwa erreicht mit Anfragen wie Pizzaservice Salzburg sogar bis zu 100.000 Bestellungen im Monat! Und das ist ungefähr nur 25% aller Bestellungen in Österreich. Ein Großteil wird noch telefonisch abgewickelt. Doch der online-Markt entwickelt sich weiter.
  • Und da Pizza so bekannt und beliebt ist, werden inzwischen  auch in Wien Pizza-Kurse angeboten, die von berühmten Pizza Meistern gehalten werden. So kann jeder zum eigenen Pizzabäcker werden!

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