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Diebstahl bei Bahlsen - Wer ist das Krümelmonster?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:16
Diebstahl bei Bahlsen - Wer könnte sich hinter dem Krümelmonster verbergen?

Am 24. Januar 2013 wurde das Wahrzeichen der Firma Bahlsen in Hannover über Nacht entwendet. Ein etwa 20 Kilogramm schwerer Keks aus vergoldetem Messing, welcher über dem Eingangsportal des traditionsreichen Unternehmens hing, war spurlos verschwunden. Nachdem es, abgesehen von unpräzisen Zeugenaussagen, keine verwertbaren Spuren gab, meldete sich der Dieb am 29. Januar in einem Bekennerschreiben bei einer Hannoveranischen Zeitung. In dem Brief, welcher mit ausgeschnittenen Buchstaben verfasst wurde, forderte der oder die Täter die Firma Bahlsen dazu auf, die auf den Keks ausgelobte Belohnung in Höhe von 1.000 Euro einem Tierheim zu spenden. Außerdem sollte die Kinderstation des hiesigen Krankenhauses mit einer großzügigen Keksspende bedacht werden. Dem Schreiben lag ein Foto bei, auf welchem eine als Krümelmonster verkleidete Person den Keks in den Händen hält. Nachdem Bahlsen zugesichert hatte, nach Wiedererlangen des Firmenwahrzeichens 52.000 Packungen der beliebten Kekse an die Kinder im Krankenhaus zu spenden, tauchte ein neues Schreiben des Täters auf, in welchem er die Rückgabe des Diebesguts ankündigte. Am 5. Februar wurde das Kunstwerk tatsächlich gefunden. Es hing, verziert mit einer roten Schleife, um den Hals einer Pferdestatue auf dem Campus der Universität Hannover.

SOKO Krümelmonster

  • Die Ermittlungsbehörden fahnden derzeit noch nach den Tätern. Laut Zeugenaussagen wurden zwei Männer dabei beobachtet, wie sie, als Handwerker getarnt, den 5 Meter über dem Boden angebrachten Keks abmontierten. Außerdem werden die Bekennerschreiben auf Spuren wie Fasern und Fingerabdrücke untersucht. 
  • Zum jetzigen Zeitpunkt konnte jedoch noch keine zielführenden Hinweise gefunden werden. Zu den Tätern fehlt weiterhin jede Spur, jedoch kursieren diverse Theorien über ihre Identität. Der anfängliche Verdacht, die Firma Bahlsen würde das Verschwinden des Kekses als PR-Aktion inszenieren, wurde mittlerweile ausgeräumt. Durch die anhaltenden Ermittlungen muss von einem tatsächlichen Raubdelikt mit anschließender Erpressung ausgegangen werden.
  • Eine Theorie besagt, dass es sich bei den Tätern um Studenten der Universität Hannover handeln könnte. Dies wird zum Einen mit der Ironie der Aktion begründet. Die Schreiben sowie die gesamte Tat wirken intelligent und gewitzt. Zwar ist Intelligenz selbstverständlich nicht nur Studenten und Akademikern vorenthalten, jedoch liegt die Vermutung, dass es sich bei den Dieben um Personen aus dem universitären Umfeld handelt, nahe. Zudem wurde als Übergabeort des Diebesguts das Niedersachsenpferd-Denkmal auf dem Campus der Universität gewählt.
  • Neben der PR- und der Studententheorie könnte es sich auch um eine Person handeln, die sich als modernen Robin Hood sieht, welcher seine Beute (oder in diesem Fall die Belohnung) selbstlos den Bedürftigen überlässt. Das Täterprofil ist hierbei nur schwer einzugrenzen. Da in den Schreiben das Tierheim und die Kinderstation des Krankenhauses als Empfänger von Geld und Keksen genannt wurden, könnte es sich um einen Tierlieben Menschen handeln, der gewisse Kontakte ins Krankenhaus besitzt. 
  • Da es unzählige Tierbesitzer in und um Hannover gibt, ist dieser Anhaltspunkt allenfalls wage. Zudem erscheinen kranke Kinder als Empfänger von Spenden in Form von Keksen ebenfalls als naheliegend. Das echte Krümelmonster konnte, trotz seiner bekannten Schwäche für Backwaren, seine Unschuld jedoch zweifelsfrei beweisen, da es, wie es über Twitter verkündete, ein Alibi besitzt.

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