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Eierkauf - Welche Art der Haltung ist ethisch vertretbar?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
214 Hühnereier isst jeder Deutsche im Jahr. Auf jedem Ei informiert ein Stempel über die Herkunft.

Eier: Lange waren sie als ungesunde Cholesterinbomben verrufen. Inzwischen gelten sie als gesund, weil sie wichtiges Eiweiß, Spurenelemente und Vitamine enthalten. 214 Hühnereier isst jeder Deutsche im Jahr. Aber welche Art der Hühnerhaltung zur Eierproduktion ist ethisch vertretbar?

Auf jedem Ei informiert ein Stempel über die Herkunft: DE bedeutet Deutschland, die Zahl danach steht für das Bundesland. Die Zahl ganz am Anfang (0 - 4) informiert über die Art der Hühnerhaltung.

  • Frische Eier müssen immer markiert sein. Aber die meisten Eier nehmen wir in verarbeiteten Produkten zu uns: in Kuchen, Nudeln, Fertigprodukten, Mayonnaise. Welche Eier dort verarbeitet wurden, ist für den Verbraucher nicht nachvollziehbar.
  • Auch fertig gekochte, gefärbte Eier gelten als "verarbeitete Eiprodukte" und unterliegen keiner Kennzeichnungspflicht.

Kennzeichnung der Eier ja nach Art der Haltung

Bedeutung der einzelnen Haltungsarten:

  1. Kleingruppenhaltung in Käfigen (3): Auch wenn es die klassischen "Legebatterien" in Deutschland seit einigen Jahren nicht mehr gibt, müssen immer noch viele Tiere in äußerst beengten Käfigen leben. Sie haben keinen Auslauf und kaum Bewegungsfreiheit. Um Kämpfe zu vermeiden, werden meist schon den Küken die Schnäbel gestutzt. Obwohl es in vielen Supermärkten kaum noch Eier aus Käfighaltung gibt, werden sie immer noch in vielen Produkten verwendet. Weltweit stammen die meisten Eier aus Käfighaltung.
  2. Bodenhaltung im Stall (2): Bei der Bodenhaltung müssen die Tiere Zugang zum Boden haben, so dass sie sich besser bewegen können. Trotzdem sind sie zu Hunderten in einen Stall gesperrt, bekommen meist kein Tageslicht und keinen Auslauf. Durch die sehr großen Gruppen kommt es ständig zu Rangkämpfen. Auch hier werden deshalb die Schnäbel gestutzt, was aber Verletzungen kaum verhindern kann.
  3. Freilandhaltung (1): Hier bekommen die Hühner zusätzlich zum Stall einen Auslauf von 4m² pro Huhn. Dort können sie sich tagsüber an der frischen Luft frei bewegen. Diese Haltung kommt einer tiergerechten Behandlung schon näher.
  4. Bioeier (0): Bei der ökologischen Hühnerhaltung steht das natürliche Verhalten der Tiere im Vordergrund. Sie müssen ständig Frischluft und Zugang zu begrünten Auslaufflächen haben. Die Hühner bekommen die Möglichkeit zum Scharren, Ruhen, Laufen, Picken und Sandbaden. Der vorgeschriebene Mindestplatz für die Hühner ist größer als bei den anderen Haltungsarten. In den Herden sind Hähne, um natürliche Strukturen zu ermöglichen. Außerdem bekommen die ökologisch gehaltenen Hühner nur Bio-Futter.


Fazit: Am besten geht es Hühnern in ökologischer Haltung. Auch Freilandhaltung ist noch akzeptabel. Käfig- und Bodenhaltung schaden den Tieren stark!

 

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