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Letztes Update am 28.01.2015, 14:15
Die närrische Zeit des Jahres bietet viele Köstlichkeiten, aber auch versteckte Kalorien.

100 Millionen Krapfen werden laut einer Studie der Agrarmarkt Austria jährlich in Österreich verspeist – nur die Hälfte davon in der Faschingszeit. Die süßen Teigbälle erfreuen sich sichtlich enormer Beliebtheit – das eine oder andere Kilo, das sich nach der Faschingszeit auf der Waage niederschlägt, allerdings nicht.

 

Fasching ohne Faschingskrapfen? Unabhängig davon, wie man zum lustigen Brauch steht, kann sich das wohl kaum jemand vorstellen. Die Tradition der süßen Köstlichkeit geht immerhin bis ins Mittelalter zurück, wo man die Mehlspeise – damals noch unter anderem Namen – als Vorbereitung auf die Fastenzeit verzehrte. In der Form, wie man ihn heute kennt, gibt es den Krapfen jedoch erst seit dem 18. Jahrhundert: Durch ein Missgeschick fiel der Wiener Bäckerin Cäcilia Krapf zu dieser Zeit etwas Teig in heißes Fett. Schnell wurde die neue Süßspeise zum kulinarischen Höhepunkt bei diversen Hofbällen.

Gibt es Alternativen?

Traditionell setzt sich die beliebte Mehlspeise aus Mehl, Germ, Zucker, Salz, Butter, Eiern, Vollmilch und einer süßen Marmeladefüllung zusammen. Nachdem der Teig in heißem Fett gebacken wurde, veredelt eine Zuckerschicht den Krapfen. Schonkost sieht natürlich anders aus – daher hat sich ein Linzer Bäcker auch etwas Spezielles überlegt: Stevia-Krapfen. „Ich habe ein Jahr lang daran gearbeitet“, so der Lebensmitteltechnologe Alois Duschlbauer. Letztendlich ist es ihm aber gelungen, einen Krapfen zu entwickeln, der gänzlich ohne Zucker oder Süßstoff auskommt und dem es trotzdem nicht an der charakteristischen Süße fehlt.

Kalorien halbiert durch Süßstoff

Der besondere Krapfen bringt daher nur noch 200 anstelle von durchschnittlichen 400 Kalorien auf die Waage, für Diabetiker wurde eine Broteinheit berechnet. Wer sich an selbstgemachten Stevia-Krapfen versuchen möchte, sollte auf alle Fälle die Tipps und Tricks von Wolfgang Philipp, Grazer Konditormeister und Radio-Steiermark-Krapfentest-Gewinner, beachten: „Damit die Poren feiner werden, schlägt man den Teig zusammen, lässt ihn Rasten und dann erst arbeitet man ihn aus“, rät er. Wer seine Kalorienzufuhr drosseln möchte, sollte aber auch den Alkohol auf diversen Faschingsfeierlichkeiten nicht außer Acht lassen: Cocktails wie etwa Pina Coladas wiegen mit 336 Kalorien schwer, auch ein Glas Rotwein bringt es auf 195 Kalorien. Besser sollte man daher zum „Weißen G’Spritzen“ (68 Kalorien) oder zu trockenem Sekt (76 Kalorien) greifen.

Wer den Faschingstrubel überstehen möchte, ohne sich auch noch danach in weite Kostüme hüllen zu müssen, sollte den Alkoholkonsum genau im Auge behalten. Kann man den köstlichen Krapfen einfach nicht widerstehen, wählt man besser kalorienreduzierte Varianten – auf diese Weise könnte man sich im Grunde sogar zwei Stück gönnen…